Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.
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Drei starke Kooperationspartner für Hamburgs ersten Taubenschlag

Sandra Gulla, Fatih Yildiz und Maria Hanika (von links) auf dem Dach der Centrum-Moschee.Sandra Gulla, Fatih Yildiz und Maria Hanika (von links) auf dem Dach der Centrum-Moschee.22. Januar 2016

Hamburg wird in diesem Jahr seinen ersten innerstädtischen Taubenschlag erhalten. Dies ist ein großer Erfolg für die Stadttauben und den Tierschutz in der Hansestadt. Vergangene Woche trafen sich Vertreter der Islamischen Gemeinde Centrum Moschee, der Hamburger Stadttauben und des Hamburger Tierschutzvereins, um die zukünftige Zusammenarbeit zu besiegeln.

Der Taubenschlag, gemeinsam betreut durch den Hamburger Stadttauben e. V. und den Hamburger Tierschutzverein, soll auf dem Dach der Centrum-Moschee nahe des Berliner Tors entstehen. Sandra Gulla, 2. Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e. V. , Fatih Yildiz von der Islamischen Gemeinde – Centrum Moschee e. V., und Maria Hanika, Vorsitzende des Hamburger Stadttauben e. V., trafen sich auf dem Dach der Moschee, dem Bauplatz des geplanten Taubenschlags. Zudem einigten sich die Partner in einer schriftlichen Kooperationsvereinbarung über die weitere Zusammenarbeit. „Dies ist ein wichtiger weiterer Schritt hin zu einem ersten innerstädtischen Taubenschlag. Mit der Centrumsgemeinde haben wir einen offenen und aufgeschlossenen Partner gefunden“, freut sich Sandra Gulla. „Einen besonderen Dank richte ich an Maria Hanika, die sich unermüdlich für dieses bedeutende Pilotprojekt eingesetzt hat. Gemeinsam können wir eine Verbesserung für Hamburgs Stadttauben erreichen!“
Mittlerweile liegt auch die Baugenehmigung für das Projekt vor, Baubeginn wird im Frühjahr sein. Bauherr ist der HTV, die Freie und Hansestadt Hamburg beteiligt sich mit 5.000 Euro an den Baukosten.

Der Platz des Taubenschlags ist kein Zufall, im Islam wird die Taube sehr geschätzt. Dort ist sie Helferin des Propheten Mohammed und als monogames Tier gilt sie als Symbol der Treue. Zwar hält das Christentum ebenfalls zahlreiche positive Assoziationen zu den Tauben bereit, im deutschen Alltag mit den Stadttauben ist davon jedoch nichts zu spüren. Obwohl die Tiere allesamt Nachfahren heimatloser Haus- und Brieftauben sind, wird ihnen oft nur Ignoranz oder gar Verachtung entgegengebracht. Dabei haben die Stadttauben täglich mit zahlreichen menschengemachten Gefahren zu kämpfen. Fäden und Angelsehnen schneiden tief in die Taubenbeine, nicht selten werden Tauben eingeschlossen oder überfahren, Taubennester mit Küken einfach eingemauert.

Eine Überpopulation von Tauben ist eine Belastung für Gebäude und vor allem für die Tiere selbst. Die Gefahr für die menschliche Gesundheit durch die Vögel ist hingegen gering.
Die Ursachen liegen wie immer beim Menschen, denn den Tauben wurde ein hohes Reproduktionsvermögen angezüchtet und durch die Überflussgesellschaft finden sie in den Städten das ganze Jahr über Nahrung. Ein gutes Leben können sie dennoch nicht führen, die Nahrung aus dem Müll ist alles andere als gesund, nur so entsteht der wässrige „Hungerkot“. Die Sterblichkeit ist hoch und durch die täglichen Gefahren sind viele Tiere verletzt.
Aus diesem Grund setzt sich der Hamburger Stadttauben e. V. seit 2013 für die Tauben in der Hansestadt ein, betreibt Aufklärungsarbeit und rettet kranke und verletzte Tiere. Seit 2014 besteht die Zusammenarbeit mit dem Hamburger Tierschutzverein.

Der Taubenschlag auf der Centrum-Moschee ist eine wichtige Maßnahme für mehr Tierschutz in Hamburg. Denn die Lösung einer Tauben-Überpopulation ist nicht das Töten einzelner Tiere, sondern die Populationskontrolle. Genau hier kommt der zukünftige Taubenschlag ins Spiel. Haben die Stadttauben eine zentrale Anlaufstelle, können sie besser beobachtet und kontrolliert werden. In den Nestern werden die Eier durch Attrappen ersetzt. Das Ziel sind kleine gesunde Schwärme.

Der HTV wünscht sich, dass das Pilotprojekt weitere Nachahmer finden wird.