Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.
Header Header
 

Welt-Artenschutzkonferenz: Tierschützer kämpfen für strengeren Schutz von Elefanten, Nashörnern und Löwen

Stoßzähne sollen nur die Elefanten schmücken!Stoßzähne sollen nur die Elefanten schmücken!28. September 2016

Seit dem Wochenende läuft die 17. Welt-Artenschutzkonferenz in Südafrika. Die mehr als 2000 Teilnehmer wollen in Johannesburg im Rahmen des Washingtoner Artenschutzabkommens (engl. CITES) neue Regeln für den weltweiten Handel mit gefährdeten Tieren und Pflanzen aufstellen. Der Schwerpunkt des zwölftägigen Treffens liegt auf afrikanischen Tierarten wie Nashörnern, Elefanten und Löwen.

Zu den Teilnehmerinnen gehören auch drei Artenschutz-Expertinnen der Organisation Pro Wildlife e. V. Ihr Ziel ist es, Elefanten, Löwen, Reptilien und noch viele weitere Arten vor kommerzieller Ausbeutung zu schützen. Auf der Tagesordnung stehen mehr Anträge als je zuvor. Aber die Verhandlungen mit Lobbyisten des Wildtierhandels – seien es Trophäenjäger, Heimtierhändler, Elfenbeinschnitzer oder Vertreter der Luxusgüterindustrie –  über die insgesamt 175 Initiativen sind nicht einfach. „Ich sende meiner Tierschutzkollegin Sandra Altherr und ihren Mitstreiterinnen alle Kraft, um dort hilfreiche Ergebnisse für die Tiere zu erzielen. Wir danken Euch, dass Ihr dort seid für die Tiere“, so Sandra Gulla, 1. Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e. V.

Zentrales Thema ist der Streit um Afrikanische Elefanten: Trotz der dramatisch gestiegenen Elefanten-Wilderei beantragen einige afrikanische Länder Elfenbeinhandel wieder freizugeben. 29 afrikanische Staaten wollen jedoch jeglichen Elfenbeinhandel verbieten und allen Elefanten den strengsten Schutz gewähren.

Strenger geschützt werden soll auch der Löwe, denn Trophäenjagd und der Handel mit Löwenknochen für vermeintliche Potenzmittel haben stark zugenommen. „Die Versagensängste insbesondere asiatischer Männer führen dazu, dass die Tiere ausgerottet werden. Die ominösen Pulver und Tabletten sind keine Medikamente, sondern Zaubermittelchen ohne nachweisbare Wirkung!“, erklärt Sandra Gulla. Die Bestände dieser Tiere sanken in den letzten 21 Jahren um 43 Prozent! Die EU möchte zudem die Ausfuhr von Jagdtrophäen strenger kontrollieren.

Seit über einem Jahr wartet dieser Zwergtaggecko im Tierheim auf ein artgemäßes Zuhause.Seit über einem Jahr wartet dieser Zwergtaggecko im Tierheim auf ein artgemäßes Zuhause.Der Reptilienhandel ist ein großes Problem, das auch Tierheime immer mehr zu spüren bekommen. Besonders exotische Arten, wie zum Beispiel der Himmelblaue Zwergtaggecko werden bei Sammlern immer beliebter. Viele Arten sind nur in ihrem Herkunftsland streng geschützt, dürfen aber – sobald sie außer Landes geschmuggelt sind – in anderen Ländern gehandelt werden. Hier sind auch strengere Regulierungen das Ziel der Artenschützer.

 

 





Hugo braucht dringend Gesellschaft!Hugo braucht dringend Gesellschaft!Bei den Verhandlungen über den Schutz von Graupapageien wie Hugo ist der Ausgang der Abstimmung noch ungewiss. Als Heimtier begehrt, gingen die Bestände auch aufgrund von Wildvogelfang stark zurück. Diverse afrikanische Staaten beantragen ein internationales Handelsverbot (CITES Anhang I), aber ein Bündnis handelsorientierter Länder will dies verhindern.

 

Auf ihrem Blog berichten die Pro-Wildlife-Teilnehmerinnen live aus dem Konferenzraum.

 

Hintergrundinformation CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora)

Mit dem Handel von Wildtieren und -pflanzen werden weltweit etwa jährlich 323 Milliarden Dollar umgesetzt. Heimtierhandel oder Trophäenjagd bringen viele Arten an den Rand der Ausrottung. Wildtiere werden zu Luxusprodukten, Statussymbolen und Pseudo-Medikamenten  verarbeitet. Auch Fischerei und Tropenholzhandel dezimieren die Bestände. Solange wildlebende Tiere und Pflanzen nicht explizit durch CITES geschützt sind, dürfen sie international gehandelt werden. Alle drei Jahre treffen sich deshalb die 183 CITES-Vertragsstaaten zur Vollversammlung, um den zukünftigen Handel mit bedrohten Arten zu regulieren. Die Konferenz geht vom 24. September bis zum 5. Oktober.
Quelle: Pro Wildlife