Zeugen gesucht! Grausame Tat: Welpen direkt nach der Geburt ausgesetzt

Die Waisen wärmen sich gegenseitig.7. Oktober 2016

Am 30. September 2016 wurden vier Hundewelpen im Tessenowweg in Hamburg-Winterhude in einer Plastiktüte aufgefunden und anschließend in eine Tierarztpraxis gebracht. Sie wurden mutmaßlich direkt nach der Geburt ausgesetzt. Ein fünfter Welpe war bereits tot, er ist wahrscheinlich schon bei der Geburt verstorben.

In der Tierarztpraxis wurden die Welpen zunächst gereinigt, untersucht und versorgt und dann zu uns ins Tierheim gebracht. Bei zwei Welpen mussten Maden in den Nasenlöchern entfernt werden. Überdies waren bereits Fliegeneier auf dem Fell der Welpen. Da die Nabelschnur noch vorhanden war, ist davon auszugehen, dass die Welpen am Tag ihrer Geburt ausgesetzt wurden. Angaben zur Mutter oder den Haltern sind nicht vorhanden.

Die Welpen sind nun bei einer unserer Tierpflegerinnen zur Aufzucht und bekommen dort circa alle zwei Stunden Ersatzmilch sowie eine leichte Massage für die Verdauung. Die Mutter können wir aber dennoch nicht einfach ersetzen. Hygiene, Wärme und Ruhe bei der Fütterung sind sehr wichtig. Welpen sind sehr krankheitsanfällig, daher können Durchfälle durch Stress bereits tödlich sein für die Kleinsten.

Zum Glück haben die Kleinen sich gegenseitig und können sich wärmen. Ihre Überlebenschancen stehen zumindest für einige der Waisen gut. Bis sie vermittelt werden können, müssen aber noch mindestens zwei Monate vergehen.

Aber auch für das Muttertier bedeutet der Entzug der Welpen unmittelbar nach der Geburt eine seelische und körperliche Qual.

Wir haben Strafanzeige gegen den oder die unbekannten Aussetzer erstattet.

Wenn Sie in Ihrer Umgebung etwas beobachtet haben oder Ihnen etwas aufgefallen sein sollte, was zur Ergreifung des Täters führen kann, melden Sie sich bitte umgehend bei unserer Tierschutzberatung: 040-22 22 77. Wir sind über jede hilfreiche Information zur Aufklärung der Tat dankbar.

Im Zuge dieses furchtbaren Falles möchten wir zudem noch einmal ausdrücklich auf das Hilfsangebot des Hamburger Tierschutzvereines von 1841 e. V. aufmerksam machen: Jeder, der sein Tier nicht mehr betreuen kann oder will, kann es im Tierheim des Hamburger Tierschutzvereins in der Süderstraße 399 zu den Öffnungszeiten abgeben.

Dieser Welpe war schon stark von Fliegeneiern befallen. Die Nabelschnur ist noch vorhanden. (Foto: privat)

Auch hier erkennt man die Fliegeneier. (Foto: privat)

HTV-Tierpflegerin Maren Timmann kümmert sich um die Welpen.