|
„...der Frühling ist über dem Land“, um mit dem Dichterwort zu sprechen. So schön die Jahreszeit ist, für uns im Tierheim bringt sie viel Arbeit.
Nach dem wider Erwarten doch recht langen und kalten Winter freuen wir im Tierheim uns, wie Sie, auf den Frühling. Unsere Freude wird allerdings in jedem Jahr getrübt durch die große Zahl von Jungtieren aller Art, die uns meist ohne Notwendigkeit ins Tierheim gebracht werden und die neben sehr viel Mühe und Arbeit auch erhebliche Kosten verursachen.
Jungvögel Jungvögel, die zum Teil noch kaum flugfähig sind und mit lauten Bettelrufen auf sich aufmerksam machen, brauchen unsere Hilfe nicht! Sie haben das Nest völlig normal verlassen und werden von den Eltern weiter versorgt. Falls sie zum Beispiel durch Straßenverkehr gefährdet sind, kann man sie ohne Weiteres anfassen und abseits der Straße in einem Gebüsch absetzen. Vögel scheuen den menschlichen Geruch nicht und füttern weiter. Falls Kinder wohlmeinend so einen Jungvogel nach Hause bringen, kann man ihn auch nach zwei bis drei Stunden noch an den Fundort zurücksetzen.
Jungsäuger Das Anfassen gilt nicht für Säugetiere, also alle Fellträger. Diese Jungtiere werden von den Eltern nicht mehr angenommen, wenn wir sie mit unserem Geruch „verpesten“. Dass das Rehkitz im Wald oder der Junghase auf dem Feld nicht verwaist sind, ist inzwischen wohl weitgehend bekannt. Wenn der freilaufende Hund sie allerdings apportiert, werden sie bestenfalls zum Pflegefall – deshalb bitte Hunde in Feld und Wald anleinen! Dass junge Eichhörnchen, die bei warmem Sonnenschein bei ihren ersten Kletterübungen auch mal vom Baum fallen und so niedlich sind, nicht angefasst werden dürfen, sollten Eltern ihren Kindern einschärfen. Heckenschneiden und Bäumefällen sind gesetzlich auf bestimmte Zeiten fixiert, um vor allen Dingen Jungtiere nicht zu gefährden. Deshalb sollten diese Zeiten bitte beachtet werden.
Hilfebedürftigte Wirklich Hilfe brauchen nur verletzte und offensichtlich verwaiste Jungtiere, sie sind, meist vereinzelt, unterkühlt und wurden nachweislich stundenlang nicht von den Elterntieren versorgt. Diese Hilfe muss aber auf Sachkunde basieren, um die gute Absicht nicht von vornherein scheitern zu lassen. Wichtig ist meist zu allererst Wärme, möglichst gleichmäßige Körperwärme und telefonische Ratsuche, am besten schon bevor man die Tiere berührt, in jedem Fall vor ersten Fütterungsversuchen.
Wir im Tierheim sind ausgerüstet mit den richtigen Nahrungsmitteln und aus jahrelanger Erfahrung auch sachkundig für die Pflege junger Findeltiere. Sie werden dann auch bei uns hochgepäppelt und versorgt, bis sie wieder ausgewildert werden können. Wir hoffen aber, dass nicht zuletzt durch unsere jährlichen Appelle, die Zahl der eingelieferten Jungtiere sich auf die wirklich hilfsbedürftigen beschränkt. |