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Das Tierheim Süderstraße – nicht nur Rettung für Haustiere 
Gefahrenzone Stadt – viele Wildtiere verunfallen in Hamburg Hamburg ist durch seine vielen grünen Seiten eine nicht nur bei Menschen wie Ihnen und uns beliebte Stadt. Denn bei uns gibt es eine große Vielfalt an wilden Tieren, den sogenannten Kulturfolgern. Amseln und andere Singvögel sowie Eichhörnchen tummeln sich in unseren Gärten. Viele von diesen kleinen Oasen besitzen durch Obstgehölze gute Vogelweiden. Steinmarder quartieren sich gerne auf unseren Dachböden ein. Wildkaninchen, die einzige Stammart unserer Langohren zuhause, und Rehe äsen an den Autobahnen. Möwen und Krähen fliegen in Schwärmen über unsere Köpfe und Dächer. Und Tauben brüten auf Balkonen und in U-Bahnschächten. Das erfreut leider nicht einen jeden Hamburger und in einer Großstadt mit so vielen Autos und Gebäuden kommt es zwangsläufig zu Problemen und Unfällen verschiedenster (Un-)Natur. Immer wieder verkriechen sich Steinmarder in Autos, deren Motor noch warm ist. Einige werden auch durch Fallen verletzt, um die kleinen Poltergeister aus dem Haus zu kriegen. Bussarde kollidieren mit LKW, wenn sie zu Kadavern an Autobahnen fliegen. Ihr Vorteil, eine neue Nahrungsquelle erschlossen zu haben, wird ihnen somit zum Verhängnis. Geschickte Katzen bringen kleine Küken verschiedenster Arten, vom Spatz bis zur Amsel, stolz ihren oftmals entsetzten Besitzern. Enten verschlucken Angelhaken und Möwen verfangen sich an Angelschnüren, da es vielerorts (illegale) Angler gibt, die sich nicht einmal an Gesetze halten. Wahre Überlebenskünstler sind Tauben, die schließlich auch verwilderte Zuchtformen darstellen. Viele werden von Bahnen angefahren oder verfangen sich in Abwehrnetzen – nicht alle kommen mit verkrüppelten Zehen oder Beinen davon. Wildkaninchen, und natürlich auch ausgesetzte Hauskaninchen, erkranken leicht an der tödlichen und hoch ansteckenden Myxomatose: ein Pockenvirus, das von uns Menschen bewusst verbreitet wurde.

Als Anlaufstelle das Tierheim Süderstraße – 24 Stunden lang Rund um die Uhr werden verletzte Wildtiere von Hamburger Tierfreunden wie Ihnen gefunden. Deswegen ist es nur folgerichtig, dass auch rund um die Uhr verletzte Wildtiere (und natürlich gefundene Haustiere) bei uns im Tierheim Süderstraße abgegeben werden können – schließlich kann man sich die Funduhrzeit nicht aussuchen. Zu den Öffnungszeiten sind Tierarzthelfer und Tierärzte bei uns im Tierheim. Abends und nachts sind es Spät- resp. Nachtdienste, die noch die Erstversorgung übernehmen können. Ist ein Tier aber so schwer verletzt, dass es sofort behandeln werden muss, fährt unser Struppi-Fahrer im Bereitschaftsdienst auch abends und nachts los und bringt das Tier zum Nottierarzt. Wenn Sie als Finder das Tier nicht zu uns bringen können, nehmen auch alle Polizei- und Feuerwehrwachen Hamburgs verletzte Wildtiere (und gefundene Haustiere) rund um die Uhr auf. Unsere Struppi-Fahrer holen von morgens bis abends alle gemeldeten Tiere von den Wachen ab. Auch hier gilt natürlich, dass Notfälle auch nachts vom Bereitschaftsfahrer abgeholt und zum Nottierarzt und ggf. zu uns gefahren werden. Können Sie als Finder ein verletztes Tier nicht selbst transportieren, fahren unsere Struppi-Fahrer auch direkt zum Notfallort. Bei der Fülle von verletzten Wildtieren und Fundmeldungen sind wir aber auf Ihre Mithilfe als Tierfreunde angewiesen. Gerade abends kann ein einziger Bereitschaftsfahrer nicht jeder Notmeldung nachkommen. Die Kapazität lässt es aber in der Regel zu, dass alle verletzt gefundenen Haustiere und gefährlichen oder unhandlichen, schweren Wildtiere vom Notfallort direkt geholt werden können – und auch das 24 Stunden lang.

Frühjahrszeit ist Jungtierzeit – und die Zeit der falschen Tierhilfe Unser Hamburg ist glücklicherweise reich an Gärten und Parks, Gewässern und Flüssen und auch menschlichen Behausungen, die vielen Wildtieren als Kinderstube dienen. Und diese Tiere ziehen durchaus erfolgreich und regelmäßig ihre Jungen bei uns groß. Enten brüten auf Flachdächern mitten in der Stadt und fernab von Gewässern. Tauben bauen sehr improvisierte Nester auf Balkonen. Falken ziehen ihre Küken auf Kirchturmspitzen groß. Gelegentlich werden sie von Laien mit Mauerseglern verwechselt, die jedoch kleiner, aber nicht minder gute Flieger sind. Schwalben dagegen bauen ihre aus Erde und Speichel bestehenden Lehmnester mit Vorliebe unter die Dächer von Ställen. Eichhörnchen funktionieren gerne Krähennester als oben geschlossene Kobel für ihre Jungen um. Wildkaninchen buddeln ihre unterirdischen Bauten in Sandkisten, da viele andere Stellen versiegelt sind. Igel nutzen im Herbst Laub und Sträucher unserer Gärten für die Aufzucht ihrer Jungen. Leider sind viele Stadtmenschen nicht über die Biologie und Entwicklung dieser Tiere informiert. Hasen und Rehe werden von den Müttern offen auf Wiesen abgelegt und durch ihre Bewegungs- und Geruchlosigkeit nicht von Feinden entdeckt – jedoch von Menschen, die diese Jungtiere irrtümlich für verlassen halten. Kinder buddeln aus Sandkisten die nackten und blinden Kaninchenjungen aus – und einige Eltern verwechseln diese dann sogar mit Hundewelpen. Junge Igel suchen noch im Spätherbst, wenn die ausgewachsenen Igel schon im Winterschlaf sind, und auch tagsüber nach Futter – und werden viel zu früh von besorgten Tierfreunden eingesammelt. Junge Vögel sind nach einer Nestlingphase für mehrere Tage ein Ästling, der auch auf dem Boden hüpft, das Fliegen gerade erlernt und von den Altvögeln noch weiter versorgt wird. Junge Wasservögel sind Nestflüchter und können schon am Tag des Schlüpfens laufen, schwimmen und picken. Eine grundlegende und wichtige Information ist die, dass man Küken anfassen darf, da Vögel keinen ausgeprägten Geruchssinn haben. Daher können Sie sie behutsam von der Straße und anderen ungünstigen Stellen auflesen und in das sichere Gebüsch oder auf einen Ast setzen. Durch den stimmlichen Kontakt zu den Altvögeln werden die Küken wiedergefunden und weiter versorgt. Ganz anders sieht es bei Säugern, also Felltieren aus: Wenn deren Jungtiere vom Menschen angefasst wurden, werden sie in der Regel nicht mehr von den Eltern angenommen, da diese sich am menschlichen Geruch stören. Alle Informationen zum Umgang mit Jungtieren finden Sie auf unserer Homepage noch einmal aufgelistet. Ob diese Jungtiere nun notwendigerweise oder voreilig zu uns gelangen: Wir kümmern uns rund um die Uhr um deren Aufzucht. Jungvögel müssen bis zu halbstündlich von Sonnenaufgang bis -untergang mit spezieller Kost gefüttert werden. Junge Säugetiere müssen bis zu zweistündlich, auch die Nacht hindurch, mit Spezialmilch gestillt werden. Während der Aufzucht müssen ständig Hygienevorschriften eingehalten werden, um todbringende Krankheiten abzuwehren. Schwierig ist auch die Vorbereitung auf die Wildnis. Alle Jungtiere müssen ihre Muskulatur ausbauen und Geschick entwickeln. Dafür sind große und natürlich ausgestattete Volieren nötig. Sie müssen auch lernen, dass sie selbstständig Nahrung zu finden haben – und dementsprechend müssen sie auch bei uns artgerechtes Futter, wozu auch lebende Insekten und Würmer zählen, bekommen. Alle Informationen zur Aufzucht von Jungtieren finden Sie auf unserer Homepage noch einmal aufgelistet.

Verschiedene Tiere – verschiedene Stationen mit Fachpersonal Zu allererst gelangen alle Wildtiere, ob jung oder verletzt, in unsere Aufnahmestation – die Auffanghalle. Hier finden die Eingangsuntersuchungen durch unsere Tierärzte in der Praxis statt. Die dortigen Mitarbeiter kümmern sich auch rund um die Uhr um die Aufzucht der Jungtiere. In der Hochsaison gelangen teilweise im Viertelstunde-Takt neue Tiere hierher. Und auch abends und sogar nachts werden Neuzugänge hier untergebracht. Für die älteren Jungtiere, die schon voll bewegungsfähig sind, gibt es hinter der Auffanghalle große und natürlich ausgestattete Volieren, um sie in ersten Schritten auf die Auswilderung vorzubereiten. Ausgewachsene Krähen und Verwandte werden in einer großen Flugvoliere hinter dem Kleintierhaus untergebracht. Diese befindet sich nahe eines Unterstandes, an dem auch Fledermauskästen zur Auswilderung angebracht sind. Weitere Volieren finden sich um dieses Gebäude herum: Die hinteren sind nicht öffentlich zugängig, da dort die Wildtiere nicht von Besuchern gestresst werden können. In ihnen werden beispielsweise kleinere Singvögel, z. B. Spatzen und Amseln, und Tauben untergebracht, die bei gutem Wetter selbstständig durch geöffnete obere Luken entfliegen können. Im vorderen Bereich sind auch weitere Tauben, Möwen und Enten zu sehen, die nach vielen Generationen in der Stadt weniger stressempfindlich geworden sind. In unserem Pferdestall finden Vögel und Säuger aller Art, die geschwächt oder verletzt sind, eine warme und ruhige Unterkunft. Es werden aber selten Huftiere hier einquartiert – und trotz des Namens keine Pferde. Es gibt hier jedoch Boxen, in denen auch Rehe untergebracht werden können. Wildschweine kommen zwar auch in Hamburg vor, gelangten aber noch nicht zu uns ins Tierheim (dafür aber gelegentlich Hängebauch- oder Mini-Schweine). Auch Schwäne können hier zur Beobachtung gut untergebracht werden, da die Boxen zu wenig Anlauffläche für einen Flugversuch bieten. Die weitaus häufigsten Gäste hier sind Igel. Sie gelangen vor allem in der kalten Jahreszeit zu uns und halten ihren Winterschlaf hier. Für sie sind mehrere kleine Laufställe abgesteckt – ein jeder Igel hat sein eigenes Revier zu bekommen. Der Pferdestall bietet auch genau die richtigen Temperaturen für Wildtiere, die ja prinzipiell an niedrige Temperaturen angepasst sind und es deswegen nicht zu warm haben dürfen. Kranke, untergewichtige oder leicht verletzte Igel, die nicht mehr unter ständiger Beobachtung in der Auffanghalle sein müssen, aber auch noch nicht fit genug für den Stall sind, werden in einer eigenen Station untergebracht. Diese Station soll nicht für das Publikum zugänglich sein und befindet sich dadurch in der SOS in der Nähe von Reptilien, kranken Katzen und Quarantäne-Tieren. Große Wasservögel wie Schwäne und Gänse können zur warmen Jahreszeit auch auf umzäunten Wiesen, hinter der Katzen-SOS, untergebracht werden. Hier haben die Vögel die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wann sie unsere Verpflegung und Fürsorge nicht mehr brauchen, und können jederzeit davonfliegen. Manch ein Schwan hat sich aber erst einmal unseren Schildkrötenteich als Zwischenstopp ausgesucht. Und auch der Hundebadeteich wird gerne von Enten besucht. Auch Reiher und Möwen wurden hier schon beobachtet – natürlich außerhalb der Öffnungszeit, wenn Ruhe eingekehrt ist. Überhaupt ist unsere Tierheimgelände voll von frei lebenden Wildtieren: Amseln huschen durch die Hecken auf der Suche nach Insekten und Beeren der verschiedenen Vogelweiden bei uns, Krähen plündern den Müll und Tauben fliegen sogar in die offen stehenden Volieren, Wildkaninchen äsen auf den zahlreichen Wiesen und auch wilde Ratten huschen natürlich des nächtens an den Zwingern vorbei. Sogar Bussarde kommen hungrig vorbei: Zum Schutz unserer Hühner sind daher CDs, die abwehrende Lichtreflexe erzeugen, in den offenen Ausläufen aufgehängt.

Auswilderung als Chance und Maxime So fachgerecht untergebracht und gut versorgt die Wildtiere bei uns auch werden: Sie alle sollen möglichst ihren Platz in der Natur zurückerhalten. Auch die Jungtiere, die wir lange und mühevoll großgezogen haben, sollen nicht zu neuen Haustieren werden. Dem Laien fällt es oft schwer, die Jungtiere wieder vom Menschen zu entwöhnen. Aber schließlich sind und bleiben es Wildtiere, die den Menschen als potentiellen Feind verstehen und ihm daher lieber zukünftig nicht zu nah kommen sollten. Wenn man den Körperkontakt einstellt, sobald die Jungtiere ausschließlich von selbst fressen, gelingt dies jedoch gut. Wir sollten nicht vergessen: Für die Natur sind zahme, nicht mehr auszuwildernde Wildtiere ein noch größerer Verlust, als dort verstorbene – die würden einem Fleischfresser nämlich als wichtige Nahrung noch dienen. Deswegen helfen wir natürlich auch den Fleischfressern unter den Wildtieren und wildern sie aus – auch wenn das possierliche Eichhörnchen vom nicht minder niedlichen Marder gefressen werden kann. Die Natur sollte von uns allen mit ihren Gesetzen und Regeln geachtet und geschützt werden. Dazu gehört es eben auch, dass nur die Stärkeren überleben, um die Gesamtpopulation nicht zu schwächen. Und es ist nicht nur natürlich, sondern auch wichtig, dass fleischfressende Tiere andere Tiere als Nahrung zu sich nehmen und ihnen diese Nahrung nicht vorenthalten wird.
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