In eigener Sache: Wir wehren uns gegen falsche Anschuldigungen!

Wie die Igel, wissen auch wir uns gegen Angriffe von außen zu schützen.7. Februar 2019

Nach den Ausforschungen und Schikanen durch das Veterinäramt im Bezirk Mitte versuchen nun offenbar vorrangig ehemalige haupt- und ehrenamtlich Tätige, deren Erwartungen und Hoffnungen im Hamburger Tierschutzverein nicht erfüllt wurden, die Situation auszunutzen und ihrerseits mit dem HTV abzurechnen.

Uns erreichten insgesamt 27 Fragen vom „Hamburger Abendblatt“, die an unsere 1. Vorsitzende gerichtet sind und sich auf ihre mittlerweile fast siebenjährige, rein ehrenamtliche Amtszeit beziehen.

Zu unserem Entsetzen hat das „Abendblatt“ mehrfach auch beim Dienstherrn unserer 1. Vorsitzenden und einer weiteren, für sie gar nicht zuständigen Behörde versucht, Erkundigungen einzuziehen. Hierüber wurde Frau Gulla während ihrer Tierschutzreise in Rumänien auf Veranlassung ihrer Vorgesetzten informiert.

Wir sind betroffen und entsetzt, dass die derzeit für uns, wegen der Angriffe durch das Veterinäramt Mitte, schwierige Situation nunmehr auch für die öffentliche Austragung persönlicher Konflikte ausgenutzt wird.

Da wir aber nichts zu verbergen haben, vielmehr im Vorstand und auf Leitungsebene unsere ganze Kraft in gute Tierschutzarbeit stecken, haben wir entschieden, diese Fragen und unsere Antworten öffentlich zu machen.

Wir machen Fehler bei unserer herausfordernden ehrenamtlichen Arbeit, diese geschehen aber unabsichtlich. Und wir bemühen uns stetig, besser zu werden.

Urteilen Sie bitte selbst!

 

Die Fragen des „Abendblatt“ beziehen sich auf den Zeitraum seit Mai 2012.
 

1) „Hamburger Abendblatt“ (HA): Wie vielen Mitarbeitern wurden außerordentlich gekündigt?

HTV-Vorstand: Es gab eine außerordentliche Kündigung im Spätdienst wegen der Unterschlagung von 88 Euro Spendengeld.
Eine weitere außerordentliche Kündigung war im Ergebnis nicht erfolgreich.
Derzeit ist ein Zustimmungsersetzungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht anhängig, bei dem es um die außerordentliche Kündigung eines Betriebsratsmitgliedes wegen erheblichen Arbeitszeitbetruges geht.
 

2) HA: In wie vielen Fälle wurden Mitarbeiter (zeitweise) freigestellt?

HTV: Bei einem Personalbestand von rund 100 Beschäftigten werden in einer Vielzahl von Fällen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hamburger Tierschutzvereins aus ganz unterschiedlichen Gründen von der Arbeit freigestellt, u.a. für Fortbildungen, Dienstleistungen bei der Bundeswehr und bei der Beendigung von Arbeitsverträgen.
 

3) HA: Wie viele Mitarbeiter haben gekündigt?

HTV: Seit Mai 2012 haben 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gekündigt. Darunter sind z.B. sechs Tierpflegerinnen/Tierpfleger und sieben Mitarbeiter aus dem Spätdienst. Im Spätdienst arbeiten oft Studentinnen und Studenten, so dass eine Fluktuation üblich ist.
 

4) HA: Wie viele Ehrenamtliche dürfen auf Anweisung des HTV ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen?

HTV: Die ehrenamtliche Mitarbeit kann bei gravierenden Verstößen gegen die Verhaltensregelungen in dem jeweiligen Bereich nicht fortgesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel das Herbeiführen von gefährlichen Situationen für Hund und/oder Mensch beim Gassigehen oder anmaßendes, sozial nicht adäquates Verhalten bei der Nachüberprüfung von Vermittlungen. Wenn möglich, haben wir eine andere ehrenamtliche Tätigkeit angeboten. Im seltenen Einzelfall wurde der Entzug von Ehrenämtern als milderes Mittel statt eines Vereinsausschlusses gewählt.
 

5) HA: Trifft es zu, dass intern geäußerte Kritik Anlass für einige dieser Maßnahmen waren? Falls ja, für welche?

HTV: Nein. Interne konstruktive Kritik ist erwünscht.
 

6) HA: Nach unseren Informationen haben die Leiter aller Tierhäuser dem Vorstand am 29.10.2018 ein Schreiben mit dem Titel „Notstand in der Pflegeversorgung“ zukommen lassen, in dem darauf aufmerksam gemacht worden sei, dass die Tiere aller Tierhäuser nicht mehr nach den erforderlichen tierpflegerischen Anforderungen ausreichend versorgt werden könnten. Trifft das zu? Falls ja; welche Maßnahmen wurden zur Verbesserung der Situation getroffen?

HTV: Wir wurden über die im Herbst bestehende Arbeitsbelastung formell informiert. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits, aufgrund der bekannten Situation, verschiedene Maßnahmen ergriffen worden. Bei rund 56 (Stand Oktober 2018) in der Tierpflege beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten wir einen hohen Krankenstand. Zwei schwangere Beschäftigte unterliegen seit dieser Zeit einem gesetzlichen Beschäftigungsverbot. Dazu kommt ein entspannter Arbeitsmarkt, der Stellennachbesetzungen erschwerte.

So haben wir auf der Suche nach geeigneten Tierpflegerinnen und Tierpflegern eine dauerhafte Stellenausschreibung u.a. auf unserer Website veröffentlicht. Es wurden allein nach dem 29. Oktober 2018 zwei Tierpfleger/innen, eine Mitarbeiterin im Spätdienst, eine tiermedizinische Fachangestellte und zwei Tierärztinnen eingestellt. Zudem wurden die Unterzeichner des Schreibens gebeten, konstruktive Vorschläge zur Bewältigung der Ausnahmesituation vorzubringen.
Im Weiteren gab es das Angebot, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistete Überstunden auszuzahlen, Freizeitausgleich war nicht mehr möglich. Freistellungen für Fortbildung, Bildungsurlaub und Dienstleistungen bei der Bundeswehr wurden vorübergehend ausgesetzt.

Die Unterzeichner selbst teilten mit Schreiben vom 5.11.2018 mit, dass sie durch die „Ableistung von Überstunden und den Verzicht auf entsprechenden Freizeitausgleich die Versorgung des Tierbestandes sicherstellen“.

Die Versorgung der uns anvertrauten Tiere war zu keiner Zeit gefährdet.
 

7) HA: Des weiteren liegen uns Informationen vor, laut denen: Seit 2016 acht arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen vor den Arbeitsgerichten ausgetragen worden seien. Trifft das zu?

HTV: Wir haben über zwei Instanzen erfolgreich eine Auseinandersetzung mit unserem Betriebsrat geführt. Bei den auf Betreiben des Betriebsrates geführten Verfahren ging es um die Frage der betriebsverfassungsrechtlichen Einordnung von Umsetzungen.
Zwei arbeitsgerichtliche Auseinandersetzungen mit einer ehemaligen Leitungskraft und einer Mitarbeiterin im Nachtdienst endeten jeweils mit einem gerichtlichen Vergleich.
Derzeit ist ein Zustimmungsersetzungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht in zweiter Instanz anhängig, bei dem es um die außerordentliche Kündigung eines Betriebsratsmitgliedes wegen erheblichen Arbeitszeitbetruges geht.
 

8) HA: Auf Ihre Veranlassung hin bei Vorstandsitzungen zu bestimmten Punkten kein Protokoll angefertigt worden sei. Trifft das zu? Falls ja, warum?

HTV: In den in der Regel sechsstündigen Vorstandssitzungen wird von der jeweiligen Schriftführung ein Ergebnisprotokoll geführt. In diesem werden alle Dokumentationspflichten nach § 16 der Satzung erfüllt, indem die Beschlüsse niedergeschrieben werden, die auch den Rechnungsprüfern des Vereins als Basis zur Ausübung ihrer Arbeit dienen müssen.
 

9) HA: Hauptamtliche Mitarbeiter des Tierheims auf Ihrem privaten Grundstück Tätigkeiten ausgeführt hätten. Trifft das zu? Falls ja; gab es Personen, die während ihrer Arbeitszeit oder mit Fahrzeugen, Werkzeugen oder Materialien des HTV an diesen Bauarbeiten beteiligt waren? Falls ja: Wurde das Tierheim für diese Überlassung bezahlt? In welcher Höhe? Falls Mitarbeiter in ihrer Freizeit für Sie privat tätig wurden: Geschah dies freiwillig? Wurden sie entlohnt?

HTV: Die damalige Rumäniengruppe, die auch in Rumänien-Einsätze unternommen hat und aus Haupt- und Ehrenamtlichen bestand, hat im Herbst 2015 in ihrer Freizeit bei einem freiwilligen ehrenamtlichen Arbeitseinsatz einen Zaun zur Sicherung der rumänischen Pflegehunde auf dem Grundstück von Frau Gulla gebaut.

Das Material im Wert von rund 2500 Euro wurde privat gekauft. Welche Fahrzeuge und Werkzeuge genutzt wurden, entzieht sich der Kenntnis unserer 1. Vorsitzenden. Für die Ausführung dieser Arbeiten wurde aber mindestens ein Spezialwerkzeug von Frau Gulla angemietet.

Für diesen Arbeitseinsatz hat Frau Gulla im Gegenzug 2.000 Euro, was dem Wert der Arbeitsleistung entsprochen hat, an den Verein „ProDogRomania“ gespendet. Die an dem Arbeitseinsatz beteiligten Personen haben mitentschieden, wofür das Geld verwendet werden soll.
 

10) HA: Sie als Vereinsvorsitzende fachliche Anweisungen an Tierärzte und Fachpersonal gegeben haben sollen. Trifft das zu? Falls ja: Was qualifiziert Sie dazu?

HTV: Nein. Die Halterrechte für die rund 1.400 Tiere des HTV werden durch Vorstand und Tierheimleitung ausgeübt. Wie jeder andere Tierhalter auch, entscheiden wir, welche Behandlungsoptionen wahrgenommen werden und ob externe Experten hinzugezogen werden. Über die medizinische Behandlung und in Notfällen entscheiden die Tierärzte.

Selbstverständlich achtet unsere 1. Vorsitzende nach Kräften darauf, dass unsere Schützlinge bestmöglich untergebracht und artgemäß gehalten werden. Dazu gehört auch, Anregungen nach Tierheimbesuchen oder Fortbildungen zu geben. Dies ergibt sich auch aus unser Verpflichtung aus dem vom Deutschen Tierschutzbund verliehenen Tierheimsiegel. Dieses ist mit der Auflage verbunden, uns an die Tierheimordnung des Deutschen Tierschutzbundes und die darin aufgeführten Tierschutzstandards zu halten.

Im Übrigen hat Frau Gulla die Sachkundeprüfung nach § 11 Tierschutzgesetz, die zur Führung eines Tierheims bzw. einer tierheimähnlichen Einrichtung befähigt, erfolgreich abgelegt. Sie war geraume Zeit als Verantwortliche für den Auslandstierschutz in der § 11 Erlaubnis des Tierheims eingetragen.
 

11) HA: Untersagt wurde, im „Spatzencafe“ tierische Produkte wie Milch für den Kaffee anzubieten. Falls ja: warum?

HTV: Der Hamburger Tierschutzverein ist ein Verein, der sich für den Schutz aller Tiere einsetzt. Wir sind kein Tierheimverein, sondern ein Tierschutzverein. Dazu gehört auch, über die gravierenden Missstände in der Milchindustrie aufzuklären und den Tod vieler Millionen Kälber anzuprangern. Genauso wenig, wie wir unseren Gästen Fleisch oder Fleischprodukte anbieten, bieten wir Tiermilch an, sondern schmackhafte tierleidfreie Pflanzenmilch, die vom Handel reichlich angeboten wird. Die Umstellung erfolgte nach einer dreijährigen Übergangsfrist durch zwei ehrenamtlich Aktive, unsere sogenannten Veganbeauftragten.
 

12) HA: Untersagt wurde, dass Vorstandsmitglieder bei Vorstandssitzungen nicht vegane Nahrung zu sich nehmen. Trifft das zu? Falls ja, warum?

HTV: Nein, dies trifft nicht zu. Es wurde lediglich vom Vorstand beschlossen, dass Produkte, die für die Bewirtung der Vorstandssitzung aus Spendengeldern gekauft werden, vegan sind.
 

13) HA: Darüber hinaus liegen uns weitere Informationen vor, nach denen: Tierheim-Hunde von externen Tierärzten auf eine Weise behandelt worden seien, die das Fachpersonal des Tierheims abgelehnt habe. Trifft das zu? Falls ja; warum ist das geschehen?

HTV: Tierheim-Tiere werden regelmäßig je nach Bedarf durch besonders qualifizierte externe Tierärzte, in der Regel in Tierkliniken, behandelt. Dies geschieht unter anderem auch dann, wenn die Behandlung der Tiere so komplex ist, dass sie nach unserer Einschätzung im Tierheim nicht durchgeführt werden kann. Selbstverständlich folgen wir bei der Behandlung den Empfehlungen der externen tierärztlichen Experten. Bei unterschiedlicher fachlicher Einschätzung entscheidet die Tierheimleitung, welcher Expertise gefolgt wird.
 

14) HA: Regelmäßig Hunde aus Rumänien ins Tierheim nach Hamburg geholt worden seien. Trifft das zu?

HTV: Ja, Sie können das auf der Website des Hamburger Tierschutzvereins https://www.hamburger-tierschutzverein.de/tierschutz/auslandstierschutz, auf unserer Facebook-Seite und gelegentlich auch in kommerziellen Medien nachlesen.
 

15) HA: Die dafür nötigen Papiere teilweise nicht vollständig ausgefüllt gewesen seien. Trifft das zu?

HTV: Der Hamburger Tierschutzverein hat seit April 2014 insgesamt 61 Ankünfte organisiert, bei denen 576 Hunde nach Hamburg geholt und gerettet werden konnten. Dabei kam es bei drei Ankünften zu Unregelmäßigkeiten.

Nach Feststellung der Fehler haben wir das gemacht, was wir auch bei der Behandlung durch einen deutschen Tierarzt gemacht hätten – wir haben Kontakt zu den rumänischen Tierärzten aufgenommen, die die Papiere ausgestellt haben.

Die Standards unseres Auslandstierschutzes finden bundesweit Anerkennung und haben Eingang in das Tierheimhandbuch des Deutsches Tierschutzbundes gefunden.
 

16) HA: Dies nicht an die zuständigen Behörden gemeldet worden sei. Trifft das zu? Falls ja, warum?

HTV: Siehe Antwort auf Frage 15.
 

17) HA: Die mangelhaften Dokumente zur erneuten Bearbeitung wieder nach Rumänien geschickt worden seien. Trifft das zu? Falls ja; wer hat die Anweisung dazu gegeben?

HTV: In einem Fall wurde um die Nachtragung des vergessenen Unterschriftskürzels bei der behandelnden Tierärztin nachgesucht, genauso wie es in einem vergleichbaren Fall in Deutschland geschehen wäre. In einem anderen Fall wurde um die Übersendung eines Erklärungsschreibens für versehentlich falsch eingetragene Ausstellungsdaten von Impfausweisen gebeten. Das Versehen wurde in einem Schreiben von der behandelnden Tierärztin und dem zuständigen Amtsveterinär eingeräumt, bedauert und berichtigt.
 

18) HA: Das Veterinäramt bei einer Kontrolle festgestellt habe, dass einige dieser Hunde keinen ausreichenden Tollwut-Impfschutz hätten. Trifft das zu?

HTV: Nein, es wurden formelle Fehler wie unter 17 dargestellt gefunden. Die Tiere waren alle geimpft und es wurde die 21-tägige Frist eingehalten, bis die Tiere nach Deutschland einreisen konnten. Eine Titerbestimmung, die zur Feststellung eines ausreichenden Tollwutschutzes gemacht werden kann, ist nicht Einreisevoraussetzung.
 

19) HA: Außerdem besagen uns vorliegende Informationen, dass: Tierärzte des Tierheims sich geweigert hätten, ihre Unterschrift für eine sogenannte §11-Bescheinigung zu leisten? Trifft das zu? Falls ja, was waren die Gründe? Falls ja: Wer hat stattdessen unterschrieben? Und wodurch ist diese Person/sind diese Personen fachlich qualifiziert?

HTV: Von unseren damaligen Tierärzten wollte Mitte 2017 keiner die Vertretung der damaligen Tierheimleitung gem. § 11 wahrnehmen, da sie sich aufgrund persönlicher Gründe dieser Aufgabe nicht gewachsen fühlten. Die heutige Tierheimleiterin wurde zu diesem Zeitpunkt zur Stellvertreterin nach § 11 berufen. Ihre fachliche Eignung und Qualifikation wurde damit anerkannt.
 

20) HA: Es in den vergangenen Jahren im Tierheim zu vermehrten Bissverletzungen von Menschen durch Hunde gekommen sei. Trifft das zu?

HTV: Es kommt immer wieder mal zu Bissverletzungen durch Hunde, aber auch durch Katzen oder Kleintiere. Dies lässt sich bei aller Sorgfalt leider nicht verhindern. Dazu trägt bei, dass sich die Tiere in einem Tierheim im Ausnahmezustand befinden und in der Regel ihre bisherige Bezugsperson verloren haben. Berücksichtigt werden muss aber auch, dass Menschen Fehler machen. Neben unseren Tierpflegerinnen und Tierpflegern haben auch rund 200 aktive Gassigeherinnen und Gassigeher direkten Kontakt zu Tieren. Wir sensibilisieren unsere Tierpflegerinnen und Tierpfleger und alle Menschen, die bei uns Tierkontakt haben, sich einer möglichen Gefahr durch Bisse immer bewusst zu sein und sich tieradäquat zu verhalten.
 

21) HA: Es zu tödlichen Verletzungen von Hunden durch andere Hunde gekommen sei. Trifft das zu?

HTV: Ja, auch das kann in seltenen Ausnahmefällen unter den in der Antwort zu Frage 20 dargestellten Rahmenbedingungen geschehen. Unsere Beschäftigten geben sich aber alle Mühe, solche Unfälle durch ein besonders umsichtiges Verhalten zu verhindern. Im tragischen Einzelfall führt jedoch eine Verkettung unglücklicher Umstände zu einem derartigen Schicksalsschlag. In jedem Einzelfall wird nach einem solchen tragischen Unfall in einem Fachgespräch aller maßgeblichen Beteiligten versucht, Lehren aus dem Vorfall zu ziehen.
 

22) HA: Einige Hunde entgegen dem Rat von Fachkundigen in Gruppen gehalten worden seien. Trifft das zu?

HTV: Die Haltung in Gruppen ist für viele Hunde die beste Unterbringung – sowohl aus sozialen, als auch aus Tierschutzgründen. Wenn in der Vergangenheit im Einzelfall Hunde in Gruppen gehalten wurden, die dafür nicht geeignet waren, läge dies in der Verantwortung der ehemaligen Tierheimleiterin. Nach Auskunft der amtierenden Tierheimleiterin sind solche Fälle nicht bekannt.
 

23) HA: Mitarbeiter angehalten worden seien, gegenüber Menschen, die sich für die Vermittlung eines Tierheimtiers interessierten, negative Eigenschaften der Tiere zu verschweigen. Trifft das zu?

HTV: Nein. Der Hamburger Tierschutzverein klärt Interessenten, die ein Tier adoptieren wollen, bestmöglich auf. Ein anderes Vorgehen wäre auch weder im Interesse des HTV, noch des Tieres. Denn wir haben ein Interesse daran, dass unsere Schützlinge ein endgültiges liebevolles Zuhause finden und nicht, dass sie nach kurzer Zeit wieder bei uns im Tierheim abgegeben werden, weil dem Halter Informationen vorenthalten wurden.

Sie können auch anhand der auf unserer Webseite veröffentlichen Steckbriefe sehen, dass wir auch auf ungewöhnliche oder schwierige Charaktereigenschaften und Gesundheitszustände hinweisen. Ebenso, wenn der zukünftige Halter eine besondere Befähigung besitzen muss. Sollte dies in der Vergangenheit einmal nicht passiert sein, läge dies in der Verantwortung der ehemaligen Tierheimleiterin. Nach Auskunft der amtierenden Tierheimleiterin sind solche Fälle nicht bekannt.
 

24) HA: Hunde mit für Menschen ansteckenden Krankheiten in für Besucher zugänglichen Bereichen gehalten worden seien. Trifft das zu?

HTV: Sollten für andere Tiere oder Menschen ansteckende Krankheiten im Tierheim festgestellt werden, wird das erkrankte Tier selbstverständlich nicht mehr in für Besucherinnen und Besucher zugänglichen Bereichen gehalten.
 

25) HA: Folien zum Schutz vor Vogelgrippe von den Volieren der Vögel entfernt worden seien. Trifft das zu?

HTV: Ja, nach Aufhebung der Gefahrengebiete wurden Maßnahmen im Tierheim aufgehoben.
 

26) HA: Es Anweisungen gegeben habe, jeden Hund, der das Tierheim verlässt, zu kastrieren. Trifft das zu?

HTV: Nein, diese Anweisung gibt es nicht. Aufgrund der artgemäßen Gruppenhaltung von Hunden, kann dies die Kastration bei einzelnen Tieren aber erforderlich machen.
 

27) HA: Sogenannte Listenhunde offiziell als Mischlinge eingetragen worden seien. Trifft das zu?

HTV: Wir nehmen keine Rassebestimmungen vor – eine Eintragung in Rasseregister erfolgt nicht. Offizielle Rassebestimmungen erfolgen ausschließlich durch die Amtsveterinäre in den Bezirksämtern.

 

Der Vorstand des Hamburger Tierschutzvereins

Sandra Gulla, Katharine Krause, Manfred Graff, Dr. Bettina Brockmüller,
Maria Hanika, Ivonne Stetefeld

 

(* Fehler in den Fragen vom HA wurden übernommen.)