Aus Handel befreit: Aufgepäppelte Welpen suchen ihr Zuhause

Die Rasselband erkundet neugierig die Umgebung.Die Rasselband erkundet neugierig die Umgebung.Rettung aus Lebensgefahr! Acht französische Bulldoggen-Babys haben wir bei uns aufgenommen, nachdem sie aus einem Welpenhandel befreit wurden. Nun suchen die fünf Mädchen und drei Jungs Betzi, Lotta, Ulla, Till, Buffy, Janek, Torri und Udetta ein liebevolles Zuhause.

Die acht Hundekinder wurden bei einem Welpenhändler in Hamburg-Nettelnburg behördlich sichergestellt. Eine potenzielle Käuferin hatte unsere Tierschutzberatung verständigt. Die Welpen waren weder entwurmt und geimpft noch gechippt und viel zu jung für die Trennung von ihrer Mutter.

Welpen lagen apathisch in Stroh-Box

Die Frau fand bei eBay-Kleinanzeigen eine vermeintlich seriöse Annonce für den Verkauf der Französischen Bulldoggen-Welpen. Es wurden vier Welpen angeboten, die älter als acht Wochen sein sollten. Angeblich würden sie familiär mit den Elterntieren aufwachsen, hätten Impfpässe, seien entwurmt und gechippt. Auch die Ahnentafel der Elterntiere könne auf Wunsch eingesehen werden.

Bis es zur Besichtigung der Hunde kam, wechselte der Verkäufer zweimal seine Telefonnummer. In einer Wohnung in Hamburg-Nettelnburg zeigte er der Frau schließlich neun Hunde statt der angebotenen vier Welpen. Aufgrund der Größe stammten die Tiere mindestens aus zwei Würfen. Die Hunde lagen in einer mit Stroh ausgelegten Box in einem „Kabuff“, wie es die Melderin unserer Tierschutzberatung beschrieb. Bis auf einen Welpen, der agil wirkte, seien alle apathisch gewesen und hätten dicke aufgeblähte Bäuche gehabt. Eine kleine Hündin habe bei Berührung aufgeschrien. Tatsächlich waren die Tiere wesentlich jünger als auf den Bildern der eBay-Annonce. Elterntiere waren nicht vor Ort. Der Verkäufer behauptete, dass sie gerade bei Bekannten seien. Impfpässe gab es ebenfalls nicht. Stattdessen wurde der Frau erklärt, sie könne die Hunde für 30 Euro beim Tierarzt chippen und impfen lassen. Die Frau verständigte daraufhin unsere Tierschutzberatung. Einen Tag später fand sie zudem eine ähnliche Anzeige bei eBay Kleinanzeigen – allerdings von einem anderen Verkäufer.

In Zusammenarbeit mit dem behördlichen Hundekontrolldienst begleitete unsere Tierschutzberatung die Sicherstellung und die folgende Aufnahme der acht Welpen bei uns im Tierheim – der neunte Welpe wurde leider zwischenzeitlich vom Welpenhändler verkauft. Der Mann erhielt im weiteren behördlichen Verfahren aufgrund der gravierenden Verstöße ein grundsätzliches Haltungsverbot für Hunde.

Wer gibt den aufgeweckten Rackern ein Zuhause?

Bei uns wurden die Racker medizinisch versorgt und wohnen nun gemeinsam in einer großen, quirligen WG. Betzi, Lotta, Ulla, Till, Buffy, Janek, Torri und Udetta haben sich gut eingelebt und gewöhnen sich immer mehr an neue Dinge, die sie bisher nicht kennenlernen durften. Die Welpen spielen und toben viel, kuscheln und schlafen aber auch gerne eng aneinandergeschmiegt. Es geht ihnen einfach gut.

Torri schaut nach dem Rechten.Torri schaut nach dem Rechten.Udetta ist klein, aber aufgeweckt.Udetta ist klein, aber aufgeweckt.Die neugierige Buffy sagt: "Hallo!".Die neugierige Buffy sagt: "Hallo!".

Im Kontakt mit Menschen zeigen sich die Welpen freundlich und neugierig. Jetzt müssen sie noch alles Mögliche lernen, dafür brauchen sie ein liebevolles Zuhause mit aufmerksamen Menschen, die den Kleinen die Sicherheit und Geborgenheit geben, die sie benötigen. Die acht Welpen sind voller Energie und möchten viel Zeit und Beschäftigung mit ihren Menschen genießen, aber auch in der Hundeschule das Hunde-Einmaleins lernen.

Wenn Sie sich ernsthaft für Betzi, Lotta, Ulla, Till, Buffy, Janek, Torri oder Udetta interessieren, lesen Sie bitte sorgfältig unsere Hinweise zur Tiervermittlung und uns besuchen Sie uns gern im Hundehaus.

Hier geht's zur Bildergalerie der Welpen!

Adopt, don’t shop

Leider sind Schicksale wie das der acht kleinen Hundekinder keine Seltenheit. Welpen werden allzu schnell wie eine Ware gedankenlos online gekauft. Für die Tiere bedeutet das großes Leid. Sie werden vielfach unzureichend versorgt, leiden unter Stress und Angst aufgrund der zu frühen Trennung von ihrer Mutter. Die Folgen dieser schlimmen Erlebnisse bekommen auch die Käufer zu spüren, da die Tiere häufig krank sind und nicht gut sozialisiert. Unsere 1. Vorsitzende Sandra Gulla betont: „Wir appellieren an alle Hundefreunde, den Handel mit Welpen nicht zu unterstützen. Wir brauchen keine Züchter und Vermehrer. Im Tierschutz warten unzählige Schützlinge auf liebevolle Familien.“ Sie ergänzt: „Als Tierschutzverein ist es unsere Aufgabe, über das grausame Vorgehen des Welpenhandels aufzuklären. Unsere Tierschutzberatung wird auch in Zukunft konsequent rechtliche Schritte gegen die verantwortlichen Händler einleiten lassen und dafür sorgen, dass Tiere in Not bei uns einen sicheren Hafen finden.“

Unsere Forderung ist daher „Adopt, don’t shop!“. Weitere Informationen zum Welpenhandel finden Sie hier.

Die wertvolle Arbeit der Tierschutzberatung und die Aufnahme sowie die Versorgung und Pflege von Tieren wie Betzi, Lotta, Ulla, Till, Buffy, Janek, Torri und Udetta werden erst durch Ihre Unterstützung möglich.

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