Update: Stimmungsmache gegen Tierschutz

Wie die Igel, wissen auch wir uns gegen Angriffe von außen zu schützen.Wie die Igel, wissen auch wir uns gegen Angriffe von außen zu schützen.Statt sich den wichtigen Tierschutzthemen dieser Stadt zu widmen, beschäftigt sich das Hamburger Abendblatt (HA) mit den Schikanen des Bezirksamts Hamburg-Mitte gegen den Hamburger Tierschutzverein (HTV) – und erschwert uns damit unsere erfolgreiche Arbeit.

Fünf Fragen wurden uns seitens des HA vorgelegt und von uns gewissenhaft beantwortet. Inhaltlich fanden die Antworten kaum oder in fehlerhaftem Kontext Einzug in einen HA-Artikel vom 16. Dezember 2019. Vielmehr werden in dem polemischen Artikel Behauptungen aufgestellt, zu denen wir nicht einmal befragt wurden und die uns gänzlich neu sind. Daher haben wir uns entschieden, hier Stellung zu beziehen.

So wird im HA behauptet, dass das Hamburger Verwaltungsgericht dem Bezirk Mitte in einem Rechtsstreit mit dem Hamburger Tierschutzverein recht gegeben habe und der HTV gerichtlich gescheitert sei. Gemeint ist vermutlich ein nicht rechtskräftiger Beschluss des VG Hamburg vom 24. September 2019 in einem vorläufigen Rechtsschutzverfahren. Eine Entscheidung in der Hauptsache ist noch nicht getroffen worden. Gegen den Beschluss hat der HTV Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingereicht. Es handelt sich also dabei um ein noch laufendes Verfahren.

Tatsache ist, dass das Bezirksamt-Mitte seit circa zwei Jahren gegen uns ermittelt – ohne jedes Ergebnis, was die geäußerten Vorwürfe bestätigen würde. Offenbar möchte das Amt mit seinen fortwährenden Ermittlungstätigkeiten Einfluss auf die Arbeit der Tierheimleitung, die Ausrichtung der Vereinspolitik und die im April anstehenden Vorstandswahlen nehmen. Anscheinend sind wir als Instanz in Sachen Tierschutz dem für uns zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte zu unbequem geworden. Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) hat auf die an ihn gerichteten Beschwerden unsererseits bisher nie geantwortet.

Unwahrheiten zum Auslandstierschutz

Voller Dankbarkeit und Liebe schaut uns Frederica an: Der größte Lohn für unsere Mühen.Voller Dankbarkeit und Liebe schaut uns Frederica an: Der größte Lohn für unsere Mühen.Es wird weiter behauptet, dass 40 mit Krankheitserregern infizierte Hunde in unser Tierheim eingeführt wurden. Von diesem bezifferten Vorwurf mussten wir nun erstmalig aus der Presse erfahren und er erschließt sich uns überhaupt nicht. Alle Hunde, die aus Rumänien in unser Tierheim kommen, werden vor der Abreise auf die vorgeschriebenen Krankheiten getestet. Das heißt also, dass bereits im Herkunftsland Maßnahmen getroffen, eingeleitet oder abgeschlossen wurden und werden, also erkrankte Hunde bereits in Rumänien vorbehandelt werden, um die Einschleppung von Reisekrankheiten nach Deutschland zu verhindern und damit eine Übertragung der Krankheit auf andere Hunde auszuschließen. Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass bei allen Infektionskrankheiten auch Inkubationszeiten berücksichtigt werden müssen und Bluttests, bei denen bekannt ist, dass das Ergebnis in Rumänien nicht zuverlässig ist, werden routinemäßig bei allen Hunden von uns erneut durchgeführt. Alle Hunde werden nach ihrer Ankunft bei uns zunächst isoliert vom restlichen Bestand gehalten. Und schließlich wird auch allen Adoptant*innen der aus Rumänien stammenden Hunde aus prophylaktischen Gründen empfohlen eine erneute Blutuntersuchung sechs Monate nach der Einreise durchführen zu lassen.

Sofern wir erkrankte Hunde aufnehmen, berichten wir offen dazu und es werden alle rechtlichen Regelungen eingehalten. Regelmäßig unterstützen Mitglieder die Ankünfte bei uns im Tierheim und wir berichten dazu.

Wenn wir erkrankte oder mit Krankheiten infizierte Hunde aufnehmen, tun wir dies, weil sie in Rumänien keine oder keine adäquate Behandlung erlangen können und wir den Tieren damit viel Leid und oft den Tod ersparen können.

Wir stellen klar, dass wir keine Hunde aus Rumänien zu uns ins Tierheim geholt haben, von denen eine Infektionsgefahr für andere Tiere ausging oder ausgeht. Im Gegenteil: Die Einschleppung der Erkrankungen sowie den Transport erkrankter bzw. infizierter Tiere, von denen eine Infektionsgefahr für andere Tiere ausgehen, haben wir zu jedem Zeitpunkt zu verhindern gewusst. Kein einziger Seuchenfall liegt vor.

Zu dem ebenfalls im Artikel geäußerten, sich ständig wiederholenden Vorwurf, dass wir mit der Aufnahme rumänischer Hunde gegen EU-Vorschriften zum Schutz vor Tollwut verstießen, haben wir bereits hinreichend Stellung bezogen und sie als falsch entlarvt, wie auch hier nachzulesen ist.

Auch der neue, uns bisher nicht bekannte Vorwurf, dass zu 36 von uns aus Rumänien importierten Hunden Nachweise zu ihrem Verbleib fehlen, ist uns überhaupt nicht erklärbar. Ganz offensichtlich können die zuständigen Amtsveterinärinnen die Datenauszüge aus unserem Softwareprogramm nicht fehlerfrei auswerten, um zutreffende Sachverhalte zu erhalten. Selbstverständlich sind keine Hunde im HTV verschwunden, wie suggeriert werden soll.

Gerne stellen wir Ihnen hier drei unserer kranken Hunde aus Rumänien vor und berichten wie es ihnen ergangen ist:

Stevie schreitet zuversichtlich und glücklich durch sein neues Leben.Stevie schreitet zuversichtlich und glücklich durch sein neues Leben.Stevie: Der mittlerweile etwa dreijährige Mischlingsrüde Stevie kam in einem erbärmlichen Zustand zu uns. Neben einer Augenerkrankung, durch die er quasi blind ist, hatte er Hautprobleme. Dies waren auch die Gründe ihn zu uns zu holen, da er in diesem Zustand kaum Überlebenschancen im Hundelager gehabt hätte. Es stellte sich dann aber heraus, dass sein größtes Problem eine massive Verhaltensstörung durch die schlechten Haltungsbedingungen im Hundelager in Rumänien war. Er hatte ein dem Hospitalismus vergleichbares Zwangsverhalten. Durch liebevolle Fürsorge und bestmögliche medizinische Versorgung bei uns konnte er sich erstaunlich schnell erholen. Mehrere externe Operationen, für die wir zweckgebundene Spenden erhielten, halfen ihm auf dem Weg in ein glückliches Leben in Deutschland. Mittlerweile lebt er behütet in einer Dauerpflegestelle ohne Zwänge, wie sich auch Pat*innen bei ihrem Jahrestreffen überzeugen konnten.

In Sicherheit, genesen und mit Hundekumpels vereint: Maddock zog durch uns das große Los.In Sicherheit, genesen und mit Hundekumpels vereint: Maddock zog durch uns das große Los.Maddock: Maddock hat trotz der widrigen Umstände im Hundelager Bucov nie das Lachen verlernt und begegnet jedem Menschen fröhlich und aufgeschlossen. Der betagtere liebe Rüde litt an Dirofilaria immitis (Herzwürmern), als er am 28. April 2018 zu uns kam. In Rumänien konnte er vorbehandelt, aber nicht geheilt werden – das hätte für unser Herzwürmchen den sicheren Tod bedeutet. Wir konnten durch zweckgebundene Spender Maddock die lebensrettende Behandlung in einer spezialisierten Klinik ermöglichen. Seine Genesung verlief problemlos und Maddock lebt seither in einer liebevollen Familie.

Frederica: Die ebenfalls etwa dreijährige Mischlingshündin Frederica kam mit einer Kehlkopflähmung, die ihr Atemnot und Erstickungsanfälle bescherte, zu uns. Externe Operationen, für die wir auch in diesem Fall separat um Spenden baten, gaben ihr wieder ein Gefühl von Sicherheit. Frederica konnte endlich und kann noch immer durchatmen.

Vereinsausschluss

Thorsten J., welcher bereits fünf Verfahren gegen den HTV führt, hat uns wegen der Nennung seines Namens ein weiteres gerichtliches Verfahren angedroht wegen angeblicher Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte. Zwar hat er sich im HA-Artikel mit vollem Namen nennen lassen, bei unserer Richtigstellung möchte er dies jedoch nicht. Da der Name auch nicht wesentlich ist und wir Wichtigeres zu tun haben, haben wir entschieden den folgenden Abschnitt anzupassen:

Eine weitere falsche Behauptung ist, dass Thorsten J., ein Mitglied ist, das sich als Alternative zum aktuellen Vorstand zur Wahl stellen wollte und von uns ausgeschlossen wurde, nachdem er eine dafür nötige Unterstützerliste eingereicht hatte. Thorsten J. wurde nicht ausgeschlossen, weil er eine Unterschriftenliste für die Kandidatur eingereicht hat, sondern weil er mehrfach grob gegen die Interessen des HTV verstoßen, das Ansehen des Vereins in der Öffentlichkeit geschädigt und massiv die Interessen des Tierschutzes verletzt hat. Fast 30 Mitglieder forderten den Ausschluss von Thorsten J. aus dem Verein. Nach sorgfältiger Prüfung blieb dem Verein keine andere Möglichkeit als ihn auszuschließen. Die formal nötige Liste zur Wahl wurde tatsächlich erst während des bereits begonnenen Ausschlussverfahrens von Thorsten J. eingereicht.

Wir schlagen daher Thorsten J. vor, dass er den Vorstandsbeschluss über seinen Ausschluss offenlegt. Die formal benötigte Liste, um sich für die Vorstandswahl aufzustellen, wird darin jedenfalls nicht aufgeführt und führte nicht zu seinem Ausschluss.

Uns sind zudem keine 15 Verfahren ehemaliger Mitglieder gegen den HTV bekannt. Thorsten J. führt fünf Verfahren gegen den HTV, darüber hinaus ist uns ein weiteres Verfahren bekannt.