Angebliche Ergebnisse des behördlichen Großeinsatzes

Wir helfen auch alten und kranken Tieren wie Katzen-Omi Kissja.Wir helfen auch alten und kranken Tieren wie Katzen-Omi Kissja.Nur aus der Presse erfuhren wir, der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. (HTV), von den angeblichen Ergebnissen der Kontrolle, die das Bezirksamt Hamburg-Mitte am 22.01.2020 im Tierheim Süderstraße, das vom HTV betrieben wird, durchgeführt hat. Sofern vom Bezirksamt Mitte der Eindruck erweckt wird, dass uns Ergebnisse o.ä. vorlägen, muss dies als unzutreffend zurückgewiesen werden. Daher kann auch nur insoweit Stellung genommen werden, wie uns angebliche Ergebnisse aktuell aus der Presse bekannt sind.

Katzen bereits vor der Kontrolle in tierärztlicher Behandlung

Sofern sich der Vorwurf auf die bei uns befindlichen mit Pilz erkrankten Katzen bezieht, so befanden sich diese bereits vor der Kontrolle des Bezirksamts Hamburg-Mitte aufgrund ihrer Erkrankung in tierärztlicher Behandlung. Nur durch unsere Diagnosestellung, die auf den Behandlungskarten der Tiere grundsätzlich vermerkt wird und in diesem Fall auch wurde, wurden die Kontrolleure überhaupt auf die Pilzerkrankung aufmerksam. „Entgegen der Behauptung, die Tiere seien zusammen mit gesunden Tieren untergebracht, werden sie in getrennten Gehegen gehalten. Sie haben keinen direkten Kontakt zu gesunden Tieren, was eine Ansteckungsgefahr ausschließt“, erläutert Larissa Hofmann, eine der vier Tierärzt*innen des Tierheims Süderstraße, die bei der Kontrolle durch das Bezirksamt-Mitte anwesend war. Aus der Feststellung, dass es im Tierheim mit Pilz erkrankte Katzen gibt, lässt sich jedoch auch nicht nachträglich eine ausreichende Begründung für den Großeinsatz der Behörde auf der angegebenen Rechtsgrundlage konstruieren, der auch dann weiterhin unverhältnismäßig und rechtswidrig gewesen wäre. Damit einher geht letztlich auch eine Rufschädigung des HTV. Nicht ansteckende kranke Tiere können im Übrigen sehr wohl zusammen gehalten werden, wie beispielsweise ein Tier mit Herzproblemen und eines mit Diabetes.

Direkter Kontakt von infektiösen und gesunden Tieren ausgeschlossen

Um die Weiterverbreitung von infektiösen Krankheiten grundsätzlich auszuschließen, haben ansteckende Tiere im Tierheim Süderstraße nie direkten Kontakt zu gesunden Tieren, d.h. sie werden stets in getrennten Gehegen untergebracht. Tiere, die infektiöse Erkrankungen haben, werden zudem in Bereichen untergebracht, die für Besucher*innen des Tierheims nicht zugänglich sind. Im Umgang mit diesen Tieren halten sich die Mitarbeiter*innen des Tierheims Süderstraße streng an die umfangreichen tierärztlichen Hygienevorschriften des Tierheims.  
Selbstverständlich gibt es Infektionskrankheiten, die von Tier zu Tier, vom Menschen auf das Tier oder auch vom Tier auf den Menschen übertragbar sind. Das kann zum Beispiel eine Magen-Darm-Erkrankung oder auch Hautpilz sein.

HTV ein sicherer Hafen auch für viele kranke Tiere in Not

Unter den aktuell 1.279 Tieren (Stand 21.01.2020, nachzulesen auf unserer Startseite) befinden sich auch viele kranke in der Obhut des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e. V. Von den etwa 10.000 Tieren, die das Tierheim Süderstraße jährlich aufnimmt, wird mindestens ein Viertel krank oder verletzt eingeliefert. Gerade bei Katzen ist der Anteil der bei der Aufnahme kranken Tiere sehr hoch, da sehr viele Katzen als Fundtiere, die schon längere Zeit auf der Straße lebten, ins Tierheim Süderstraße kommen. Zahlreiche Tiere werden noch immer von ihren Haltern aufgrund ihrer Erkrankung ausgesetzt oder aber medizinisch vernachlässigt ins Tierheim gebracht. Für die medizinische Versorgung aller Tiere beschäftigt der HTV vier Tierärzt*innen in Vollzeit sowie drei tiermedizinische Fachangestellte in Vollzeit. Zusätzlich hat der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. im vergangenen Jahr externe Behandlungskosten in tierärztlichen Kliniken und bei Fachtierärzt*innen von mehr als 120.000 Euro aufgewandt.

Es liegt in der Natur eines großen Tierheims (das Tierheim Süderstraße ist das zweitgrößte Tierheim Deutschlands), dass hilfebedürftige Geschöpfe wie verletzte oder auch sehr kranke Tiere eingeliefert und behandelt werden. Alle kranken Tiere befinden sich in tierärztlicher Behandlung.

„Wir fragen uns, wo kranke Tiere hinsollen, wenn nicht zu uns. Wir sind ein sicherer Hafen für alle Tiere und weisen kein Tier ab, weil es alt oder krank ist“, erläutert die Leiterin des Tierheims Süderstraße Susanne David.

Drei Beispiele für tolle Erfolgsgeschichten, die uns in unserer täglichen Tierschutzarbeit motivieren, lesen Sie im Folgenden:

Keine Spur mehr von Tonkas Wunden. Bei uns geht es ihr schon viel besser.Keine Spur mehr von Tonkas Wunden. Bei uns geht es ihr schon viel besser.Die Hündin Tonka kam in einem erschütternden Gesundheitszustand zu uns. Ihre Haut war großflächig wund, verkrustet und blutig. In unserer tierheimeigenen Tierarztpraxis wurde ein Milbenbefall diagnostiziert, der umgehend behandelt wurde. Derweil ermittele unsere Tierschutzberatung, da Tonka angeblich allein auf der Veddel gefunden wurde. Dank umfassender und engagierter Ermittlungsarbeit fanden unsere Tierschutzberaterinnen den Halter, der sich als Finder ausgegeben hatte und der sich nun verantworten muss. Derweil ist Tonka mit liebevoller Pflege und Fürsorge bei uns aufgeblüht, das Fell ist fast vollständig nachgewachsen – keine Spur mehr von den Wunden. Sie ist bereit, in ihr neues Hundeleben zu starten.

Kissja konnte kaum noch laufen. Dank unserer Pflege und Versorgung ist sie gut genesen.Kissja konnte kaum noch laufen. Dank unserer Pflege und Versorgung ist sie gut genesen.Die Katzen-Omi Kissja wurde bei uns abgegeben, da ihr Halter offenbar mit ihr überfordert war. Unsere Tierärzt*innen diagnostizierten schnell eine Ohrenenzündung bei der verschmusten Seniorin. Sie hatte daher starke Gleichgewichtsprobleme und konnte kaum richtig geradeaus laufen. Mit einem Eingriff in einer externen Fachtierklinik konnten wir Kissja von diesem Leiden befreien – alles verheilte gut und mittlerweile lebt sie bei einer liebevollen Familie.

Wie Ware wurden Kalo, Miranda, Betti oder Lea gehandelt. Wir päppelten sie auf.Wie Ware wurden Kalo, Miranda, Betti oder Lea gehandelt. Wir päppelten sie auf.Die Welpen Kalo, Miranda, Betti oder Lea sollte ein schlimmes Schicksal ereilen: Sie wurden auf offener Straße zum Kauf angeboten. Unsere Tierschutzberaterinnen gingen den Hinweisen nach und gaben sich als Interessentinnen aus. Mithilfe weiterer Recherchen konnte unsere Tierschutzberatung eine behördliche Sicherstellung der vier Hundekinder erwirken und wir sie in unsere sichere Obhut nehmen. Die Welpen waren sehr mager und hatten Flöhe. Wir päppelten sie auf und finden für sie verantwortungsvolle Menschen. Unsere Tierschutzberatung ist auch weiterhin in dem Umfeld aktiv, um dem Welpenhandel aktiv entgegenzuwirken.

 

Wir bedanken uns sehr für die Solidarität, die uns von vielen treuen Unterstützer*innen in diesen Zeiten entgegen gebracht wird. Helfen auch Sie dem Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. und seinen aktuell mehr als 1.200 Tieren, sich für seine Rechte einzusetzen und spenden Sie online.

Mit einer Solidaritätsspende helfen!

Eine Spende ist auch auf das nachfolgende Konto möglich:

GLS Gemeinschaftsbank e.G.
IBAN: DE15 4306 0967 2075  7633 00
BIC: GENODEM1GLS
Betreff: Rechtskosten