Tag des Mischlingshundes: Gib mir eine Chance!

Krümel* und viele weitere Mischlinge warten auf ihre Zuhause.Krümel* und viele weitere Mischlinge warten auf ihre Zuhause.Im Hamburger Tierschutzverein (HTV) herrscht tierliche Vielfalt, so beherbergen wir nicht nur viele Arten und Rassen, sondern auch unzählige Mischlinge. Unsere Hunde erhalten jedoch nur die Chance auf ein liebevolles Zuhause, wenn sich Menschen statt für die Vermehrung von Tieren und einen Kauf, für die Adoption eines vierbeinigen Begleiters aus dem Tierheim entscheiden. Wer einen Mischlingshund adoptiert, lebt sogar mit einem echten „Unikat“.

Jeder einzelne Hund in unserer Obhut liegt uns am Herzen und ist auf seine Weise besonders – egal, woher er kommt oder wie er entstanden ist. Unser Ziel ist es, für möglichst alle uns anvertrauten Schützlinge ein geeignetes Zuhause zu finden. Der Wunsch der Menschen nach besonderen Tieren und vielleicht auch der Wunsch, selbst etwas Besonderes zu sein, ist jedoch leider nach wie vor Ursache von etlichen Qualzüchtungen. Dabei dient Zucht in erster Linie der Vermehrung, um mit tierlichen Geschöpfen ein Geschäft zu betreiben. Bestimmte „wünschenswerte“ Merkmale werden gezüchtet, was bei ganz unterschiedlichen Rassen nachweislich zu typischen Krankheitsbildern führt. Unser Tierheim nimmt jährlich immer mehr Tiere mit Atemnot, wie unseren Archie, auf – aber auch jene mit Neurodermitis, Bandscheibenvorfällen und weiteren anatomischen Problemen. Beispielsweise haben unsere Chihuahuas Heidi, Diego und Pongo zuchtbedingt ein instabiles Skelett sowie eine dünne, leicht verletzbare Schädeldecke. Anderen Schützlingen fehlen sogar Körperteile oder sie sind verstümmelt wie zum Beispiel bei Annelie. Viele Rassetiere sind wegen ihres Äußeren zudem oft außerstande, normal mit ihren Artgenoss*innen zu kommunizieren – wenn zum Beispiel der Schwanz und die Ohren sehr kurz sind oder das Gesicht faltig und damit bedrohlich wirkt wie bei Basko. Solche Tiere werden daher überdurchschnittlich oft in schwere Beißereien mit Artgenoss*innen verwickelt. Die Rasse allein ist zudem kein Garant für ein unbeschwertes Miteinander. Viele Tiere werden bei uns abgegeben, weil man mit dem Verhalten überfordert war, mit den hohen Tierarztkosten nicht gerechnet oder den Aufwand für die Versorgung und Pflege unterschätzt hat. Auch aus dem Ruder gelaufene private Zuchten oder Tieraussetzungen mehren sich. Bei vermeintlich seriösen Verkäufern von Lebewesen über eBay Kleinanzeigen und Co. erhalten Verbraucher*innen vernachlässigte, kranke, und traumatisierte Tiere, um die wir uns zu Hauf kümmern. Allein das Millionengeschäft mit dem Welpenhandel ist eine nicht zu unterschätzende negative Folge des Rassewahns – ebenso wie die Vermehrung tausender sogenannter Moderassewelpen im Ausland, die billig verramscht werden.

Derweil sind die Tierheime voll von tollen Hunden, darunter viele Mischlingshunde, die es nur einmal gibt – „Unikate“ also. Aber auch Jungtiere und ganz verschiedene Rassen sind bei uns vertreten. Wir setzen immer auf eine persönliche Vermittlung, bei der die Interessenten und das Tier Gelegenheit haben, einander in ihrem Tempo kennenzulernen und sich zu beschnuppern. Geben Sie einem unserer Tierheim-Schützlinge eine Chance und verändern Sie damit Ihre und seine Welt.

*Hier lernen Sie unsere lebhafte Krümel näher kennen.