Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke!

Leider landen viele lebende Weihnachtsgeschenke allzu schnell im Tierheim oder werden gar ausgesetzt.Leider landen viele lebende Weihnachtsgeschenke allzu schnell im Tierheim oder werden gar ausgesetzt.Pressemitteilung

Tiere sind keine Geschenke und gehören erst recht nicht als solche unter einen Weihnachtsbaum. Es sind anspruchsvolle Familienmitglieder, deren Einzug gemeinschaftlich und wohl überlegt gehört und nicht einer Feiertagslaune entspringen darf. Darum mahnt der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV), kein Tier zum Weihnachtsfest zu verschenken. Besser geeignet ist ein symbolischer Gutschein, dem eine gemeinsame Planung folgt.

Als Überraschung zu Weihnachten eignen sich Tiere nicht.  Denn alle Familienmitglieder müssen sich vor der Anschaffung eines Tieres gemeinsam beraten und dazu entschließen, Verantwortung und Aufgaben zu übernehmen.

Warum Tiere keine Weihnachtsgeschenke sind:

  • Auch wenn die lieben Kleinen noch so sehr betteln und Unterstützung geloben: Tiere liegen immer in der Verantwortung Erwachsener. Kinder verlieren schnell das Interesse – und die Abmachung, mit dem Hund Gassi zu gehen oder täglich das Katzenklo zu leeren, wird dann zum Streitpunkt.
  • Tiere machen Arbeit und verursachen Kosten. Nicht jede*r mag den Vogelkäfig reinigen oder die Hinterlassenschaft eines Hundes aufheben. Zu den Futterkosten kommen die für Behandlungen und Check-ups bei Tierärzt*innen hinzu. Das kann teuer werden!
  • Der unbedingte Wunsch nach einem Welpen verursacht oft grausames Tierleid. Die Haltungs- und Zuchtbedingungen hinter einem vermeintlich seriösen Online-Angebot sind häufig katastrophal und tierschutzwidrig: Hündinnen, die als Gebärmaschinen missbraucht werden und mitunter in Kellerräumen und dunklen Verschlägen kauern, und Welpen, die bestimmten Schönheitsmerkmalen genügen müssen und oft zu jung für lebensrettende Impfungen sind, sowie Transportbedingungen unter widrigsten Bedingungen bleiben im Verborgenen.
  • Jeder Kauf von Tieren bei Züchter*innen, in Zoohandlungen oder über Kleinanzeigenportale kurbelt zudem die weitere Produktion von Tieren an. Bei dieser Heimtierindustrie zählt einzig der Profit durch die Ware „Tier“. Zudem wird damit unzähligen Tieren, die in Tierheimen oder Tötungsstationen warten, die Chance auf eine Familie und ein sorgenfreies Leben oder gar Überleben genommen.
  • Wer sich für tierlichen Zuwachs entschieden hat, sollte erst nach den aufregenden Festtagen ein Tier zu sich nehmen. Der Trubel während der Weihnachtstage sowie das Feuerwerk an Silvester sind kein guter Zeitraum für ein neues Familienmitglied, sich in Ruhe an seine neue Umgebung und Menschen zu gewöhnen.

Vermittlungsstopp bei uns im Tierheim

Achim* wünscht sich ein liebevolles Zuhause, unter dem Weihnachtsbaum landen möchte er aber nicht.Achim* wünscht sich ein liebevolles Zuhause, unter dem Weihnachtsbaum landen möchte er aber nicht.Der HTV vermittelt aus diesen Gründen in der Zeit vom 21. bis 27. Dezember 2020 keine Tiere. Nach dem 27. Dezember sind wieder Vermittlungen möglich – mit vorheriger Terminvergabe, da das Tierheim aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen weiterhin für regulären Besuchsverkehr geschlossen bleibt. Künftigen Adoptant*innen, die in Ballungsräumen wohnen oder sich für ein unsicheres Tier entschieden haben, wird ihr neues Familienmitglied zudem erst ab dem 04. Januar 2021 aufgrund des vorherigen Feuerwerklärms übergeben.

Als Alternative zu einem Tier bietet der HTV an, zu Weihnachten einen symbolischen Vermittlungsgutschein zu verschenken. Die Gutscheine lassen sich einfach über die Internetseite des HTV ausdrucken und als Geschenk unterm Weihnachtsbaum drapieren. Mit diesem Vermittlungsgutschein bieten die freien Tage Gelegenheit, gemeinsam alle wichtigen Fragen zu klären und sich einen Schützling, der zur jeweiligen Familie passen könnte, auf der Internetseite des Vereins auszusuchen und kennenlernen zu wollen. Die Schutzgebühr wird erst bei einer erfolgreichen Vermittlung erhoben.

Mit Patenschaft Hoffnung schenken

Maja* freut sich über Patinnen und Paten, die sie unterstützen.Maja* freut sich über Patinnen und Paten, die sie unterstützen.Wer nicht die Möglichkeit hat, einem felligen, gefiederten oder schuppigen Schützling aus dem Tierheim ein geeignetes Zuhause zu geben, kann Patin oder Pate für ein Tierheimtier werden. Bitte beachten Sie: Damit eine Patenschaft noch pünktlich zu Weihnachten bearbeitet und abgeschlossen werden kann, nehmen wir noch bis 16.12.2020 Anfragen entgegen. Spätere Anfragen gelten dann für den Zeitraum danach.

Die Patenschaft für einen Hund oder eine Katze kann bereits ab einem monatlichen Beitrag in Höhe von 20 Euro übernommen werden – oder auch toll zum Fest verschenkt. Darüber hinaus gibt es eine allgemeine Tierheimpatenschaft schon ab monatlich 5 Euro. Patenschaften sind steuerlich absetzbar und machen auch als Geschenk allen Beteiligten eine Freude. Hier finden Sie weitere weihnachtliche Geschenketipps, deren Erlöse den jährlich etwa 10.000 Tieren zugutekommen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

*Hier lernen Sie Maja und Achim kennen.