Strahlende Gesichter beim Bergedorfer Dialog der Kulturen

Viele geflüchtete Familien leben in der Wohnsiedlung "Am Gleisdreieck".20 Organisationen nahmen am vergangenen Samstag am 6. Bergedorfer Dialog der Kulturen in der Siedlung „Am Gleisdreieck“ teil, darunter auch der Hamburger Tierschutzverein (HTV). Alle stellten sich und ihre Angebote für ehrenamtliche Mitarbeit den dort lebenden geflüchteten Menschen vor.

Begründer und Veranstalter dieses multikulturellen Straßenfestes mit hohem Informationsgehalt ist das Bezirksamt Bergedorf. Jorge Birkner, dortiger Integrationsbeauftragter und Organisator, lud ganz unterschiedliche Vereine und Initiativen auf das Außengelände der Wohnsiedlung „Am Gleisdreieck“ nahe der S-Bahnstation Mittlerer Landweg ein – mit etwa 2.400 Bewohner*innen die größte Geflüchtetenunterkunft Hamburgs. Die diesjährige Veranstaltung hatte zum Ziel, nicht nur gemeinsam geflüchtete Menschen bei uns willkommen zu heißen, sondern ihnen das Thema Ehrenamt und verschiedene gemeinnützige Leistungen näherzubringen. „Neben der Werbung für das freiwillige Engagement in Ihrer Organisation bietet sich bei diesem Termin auch die Chance, diese Zielgruppe insgesamt für Ihre Arbeit bzw. für Tierschutzthemen an sich zu sensibilisieren“, erläuterte Jorge Birkner. Dem Aufruf sind wir sehr gerne gefolgt.

Die Sonne und die Kinder strahlten um die Wette.Bei bestem Spätsommerwetter präsentierte sich der HTV mit Informationen zu Ehrenämtern und dem Vereinsleben, einem Spiel-und-Spaß-Bereich für die vielen in der Wohnsiedlung lebenden Kinder – sowie einem Tierrettungs- und einem speziellen Katzenrettungsfahrzeug. Die Aufmerksamkeit war uns gewiss! Während sich die überwiegend fröhlichen und aufgeschlossenen Kinder durch verschiedene Motive malten, Wissen und ein wenig Mut an den Fühlboxen zum Thema artgemäße Ernährung von Heimtieren bewiesen und bei einer Rallye alle Vereine kennenlernten, kamen wir mit den Eltern ins Gespräch. Dabei war uns eine große Hilfe, dass wir mit Fayz Alkilesh aus Syrien und Ismael Al Salehi aus dem Iran zwei Mitarbeiter haben, die sich aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen sehr gut in die Situation von geflüchteten Menschen hineinversetzen können. Zudem gingen sie offen auf die Menschen zu, beherrschten neben der jeweiligen Muttersprache noch weitere Fremdsprachen und brachen somit das Eis für tolle Informationsgespräche.

Natürlich hofften wir, neue ehrenamtlich engagierte Menschen für uns zu gewinnen. Das Potenzial ist da und die unentgeltliche Hilfe sorgt dafür, dass wir über unseren regulären Betrieb hinaus bestmögliche Tierschutzarbeit leisten können. Und die größte Hürde für ein Engagement ist ja heutzutage bekanntlich der weitverbreitete sogenannte Zeitmangel. Sprachliche Barrieren können, auch dank erfahrener ehrenamtlich Aktiver, vor allem beim Gassigehen, dem Katzenvorlesen, in der BücherStube und im veganen SpatzenCafé überwunden werden. „Ich würde gerne schneller Deutsch lernen, das geht besser, wenn ich Deutsch spreche und lese“, berichtete zum Beispiel Sweti (Foto oben), die mit ihren beiden Töchtern Rishika und Anaya an unseren Stand kam. Wir konnten sie und weitere Interessierte beraten und ihnen die Möglichkeiten erläutern, sich auch mit sprachlichen Defiziten bei uns zu engagieren.  

Fayz Alkilesh, Dagmar Lüdke-Bonnet und Ismael Al Salehi (von links nach rechts) stellten Ehrenämter im Tierheim vor.Außerdem ging es bei der Veranstaltung auch um das Vorleben einer positiven Willkommenskultur und um den interkulturellen Austausch. So erläuterten wir nicht nur die Aufgaben eines Tierheims, sondern erfuhren auch, wie und ob Tierschutz in den Herkunftsländern betrieben wird. Zum Beispiel berichtete eine Frau aus Somalia von einem kleinen Shelter in ihrem Heimatort, in dem kranke und verletzte Tiere gepflegt würden. Das sei dort eine Besonderheit und ja eigentlich auch eine Art „Tierschutzverein“, meinte sie.  Bei all den Unterschieden, die zwischen unseren Kulturen existieren, haben wir eben doch viele Gemeinsamkeiten: Kinder haben keine Vorurteile, ein Lächeln wird mit einem Lächeln beantwortet und wer sich für hilfebedürftige Lebewesen einsetzt, ob Tier oder Mensch, hat die Herzen auf seiner Seite. So hoffen wir, viele Gesichter bei uns im Tierheim Süderstraße wiederzusehen – wenn nicht im Ehrenamt, dann als Gast. Vielleicht geschieht genau das ja schon bei unserem Tierschutzfest am 6. Oktober, für das wir gerne geworben haben.

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