Derby trotz Corona - unser Protest geht weiter

Unsere 1. Vorsitzende Janet Bernhardt setzt ein Zeichen gegen das tierquälerische Derby.Unsere 1. Vorsitzende Janet Bernhardt setzt ein Zeichen gegen das tierquälerische Derby.Update: Die Freie und Hansestadt Hamburg möchte den Bau einer Doppelrennbahn in Horn mit 30 Millionen Euro fördern. Unterzeichnen Sie die Petition dagegen.

Trotz der Corona-Pandemie findet das „IDEE – 151. Deutsches Derby“ auf der Horner Rennbahn statt. Morgen ist der erste Renntag, Sonntag das eigentliche Derby. Publikum wird zwar nicht anwesend sein, aber eine Live-Übertagung dieser unsportlichen Tierfolter-Veranstaltung wird stattfinden. Der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. (HTV) fordert daher auch in diesem Jahr ein Ende des Missbrauchs von Pferden als Sportgerät und protestiert online mit Plakaten.

Pferde brauchen Bewegung. Aber es gibt schmerzhafte Unterschiede zwischen Freizeitausritten und Pferdesport, bei dem es um Höchstleistungen und Prestige geht und der eitle Mensch den größtmöglichen Erfolg sucht – koste es, was es wolle, auch das Leben des angeblich so geliebten Tieres. Warum werden die Pferde dann viel zu früh und unter grausamen Methoden trainiert? Ihr Skelett und die Sehnen sind noch nicht richtig ausgebildet, ihre Knochen noch nicht stark genug, um den hohen Geschwindigkeiten der Rennen standzuhalten. Damit die Rennpferde trotz physischen und psychischen Stresses Höchstleistungen bringen, werden immer wieder leistungssteigernde und schmerzunterdrückende Medikamente verabreicht. Körperliche Folgeschäden sind vorprogrammiert, von der mentalen Belastung einmal abgesehen. Der Einsatz von Peitschenschlägen, auch in verboten hoher Anzahl, scharfem Zug am Gebiss und verbotenen, da schmerzhaft, Zungenbändern ist bei den Rennen ebenfalls an der Tagesordnung.  Durch das Risiko, welches Jockey und gezwungenermaßen Pferd eingehen, sind Stürze und schwere Verletzungen häufig. Die Folgen dieser Torturen: frühzeitiger Tod durch Knochenbrüche, Herz-Kreislauf-Versagen, Aorta-Abrisse und Stress-Koliken.Kein Pferd möchte zu Höchstleistungen gepeitscht werden.Kein Pferd möchte zu Höchstleistungen gepeitscht werden.

Neben Sponsoren wie Idee Kaffe (geführt von J. J. Darboven) und Hapag-Lloyd unterstützt leider auch der Hamburger Senat den Hamburger Renn-Club e.V. dieses Jahr finanziell und trägt dazu bei, dass diese Veranstaltung dieses Jahr überhaupt stattfinden kann. Der Verein lobt auf seiner Website sogar die „Gute Zusammenarbeit mit [den] Hamburger Behörden.“ Dass in den vergangenen sieben Jahren sieben Pferde auf der Horner Rennbahn oder unmittelbar nach Veranstaltungen dort verstarben, scheint nicht zu interessieren. Und das sind keine Einzelfälle - die nachfolgende Auflistung zeigt die gravierenden Missstände auf.

Die Todesliste der jüngeren Jahre auf einen Blick (Todesfälle bei oder durch Veranstaltungen auf der Horner Rennbahn sind fett markiert):
 

  • 2011 bis 2013: 46 Pferde sterben direkt auf deutschen Galopprennbahnen, 735 Pferde sterben insgesamt für den Galopp- und Trabrennsport
  • 2013: Die Stute Glad Royal und der Wallach Cool Kid sterben auf der Horner Rennbahn in Hamburg, nachdem sie miteinander kollidierten. Dieses Drama markiert den Auftakt der HTV-Proteste.
  • 2014: Die Stute Bella Sue bricht sich in Zweibrücken am 13. April ein Bein direkt nach dem Zieleinlauf und wird eingeschläfert.
  • 2014: Der Wallach Action Devil bricht sich beim Rennen in Köln am 9. Juni ein Bein und wird eingeschläfert.
  • 2014: Der Wallach Glengoyne bricht sich in der Rennbahngemeinde Hoppegarten nahe Berlin die rechte Fessel und wird eingeschläfert.
  • 2014: Die Stute Lady Of Budysin stürzt während eines Rennens in Frankfurt im Juni und erliegt einer dadurch entstandenen Hirnblutung.
  • 2014: Der Wallach Imondo rennt nach einem Rennen in Düsseldorf am 16. Juli gegen eine Eisenschranke, überschlägt sich und wird aufgrund der entstandenen Verletzungen eingeschläfert.
  • 2014: Die Stute Sonja Queen stirbt nach einem Rennen in Bad Doberan im August.
  • 2014: Die Stute The One And Only bricht sich am 31. August in Magdeburg ein Bein und wird eingeschläfert.2015: Der Wallach Alexis Sorbas bricht sich am 17. Mai beim Rennen in Sonsbeck ein Bein und wird eingeschläfert.
  • 2015: Die Stute Schwarzgelb bricht sich am 25. Mai beim Rennen in Hannover ein Bein und wird eingeschläfert.
  • 2015: Die Stute La Grassetta bricht sich am 1. Juni in der Rennbahngemeinde Hoppegarten nahe Berlin ein Bein und wird eingeschläfert.
  • 2015: Die Stute Akua'na verletzt sich beim Rennen in Baden-Baden am 4. Juni schwer und stirbt.
  • 2015: Die Stute Beltane Fire bricht sich am 28. Juni in Meißenheim das Bein und wird eingeschläfert.
  • 2015: Die Stute High Love bricht sich in Erbach am 26. Juli ein Bein und wird eingeschläfert.
  • 2015: Die Stute Honora Directa bricht sich in Düsseldorf am 2. August ein Bein und wird noch vor Ort eingeschläfert.
  • 2015: Die Stute Gisele verletzt sich beim Ausgaloppieren in Webenheim so schwer, dass sie eingeschläfert wird.
  • 2015: Die Stute Illusion erleidet am 29. August in Iffezheim eine offene Fraktur und wird eingeschläfert.
  • 2015: Der Wallach Maupiti Express verstirbt an einem Aortaabriss in Baden-Baden am 2. September.
  • 2015: Der Hengst Korado bricht sich am 13. September in München ein Bein und wird eingeschläfert.
  • 2015: Der Wallach Vale Of Lingfield bricht sich bei einem Rennen in Lebach im September ein Bein und wird eingeschläfert.
  • 2015: Der Hengst Sandano stirbt nach einem Rennen in Bremen im Dezember.
  • 2016: Der Wallach Elkantino bricht sich am 17. Februar das Bein in Dortmund und wird eingeschläfert.
  • 2016: Der Hengst Multistar stirbt nach dem Rennen in Köln im April.
  • 2016: Der Wallach Letro stirbt am 5. Juni auf der Mannheimer Rennbahn nach einem Aortaabriss.
  • 2016: Die Stute Iffinvasion bricht sich beim Rennen in Bad Doberan am 20. August das Bein und wird eingeschläfert.
  • 2016: Der Wallach Petite Gold und der Hengst Weißer Sterben brechen sich jeweils am 12. September in Krefeld ein Bein und werden eingeschläfert.
  • 2016: Die Stute Rubylana bricht sich am 25. September in Dresden beim Rennen das Bein und wird eingeschläfert.
  • 2016: Der Hengst Global Thunder erleidet am 3. Oktober in der Rennbahngemeinde Hoppegarten nahe Berlin einen Aortaabriss.
  • 2017: Der Wallach North Germany stirbt auf der Mannheimer Rennbahn nach einem Zusammenbruch am 26. März.
  • 2017: Der Wallach Just New bricht sich beim Rennen in Zweibrücken am 23. April ein Bein und wird eingeschläfert.
  • 2017: Der Wallach Coeur Link bricht sich beim Rennen in Köln am 25. April zwei Beine und wird eingeschläfert.
  • 2017: Der Hengst Dynamite Kid bricht sich beim Rennen in Köln am 7. Mai ein Bein und wird eingeschläfert.
  • 2017: Der Hengst Newerly verstirbt am 14. Mai nach einem Rennen in der Rennbahngemeinde Hoppegarten nahe Berlin.
  • 2017: Die Stute Mon Petit Fleur erleidet beim Rennen in Düsseldorf am 31. Mai einen Beinbruch und wird eingeschläfert.
  • 2017: Der Hengst Navajo Boy bricht sich im Juli das Bein beim Rennen in Mannheim und wird eingeschläfert.
  • 2017: Die Stute Sarisha stirbt nach einem Rennen im September in Hannover. Die Stute Manama, die Siegerin dieses Rennens, behält durch einen Gleichbeinbruch einen Sehnenschaden und wird eingeschläfert.
  • 2017: Die Stute Zitat stirbt nach einem Rennen in Dortmund - ebenfalls im September.
  • 2018: Der Wallach Landslide zieht sich im April in Magdeburg beim Rennen eine Muskelverletzung zu, infolgedessen er eingeschläfert wird.
  • 2018: Die Stute Golden Rain erleidet einen Aortaabriss beim Rennen in München im Mai.
  • 2018: Die Stute Andiamo erleidet ebenfalls einen Aortaabiss im Mai in der Rennbahngemeinde Hoppegarten nahe Berlin.
  • 2018: Die Stuten Tabanike und Molly Moon werden in Hamburg eingeschläfert – beide hatten sich bei einem Rennen auf der Horner Rennbahn einen Bruch an der Hinterhand zugezogen.
  • 2018: Der Hengst Amun lahmt nach dem Rennen in Hamburg im Juli und wird im späteren Verlauf eingeschläfert.
  • 2018: Der Wallach Kazzun verletzt sich an einem Zaun nach dem Rennen in Leipzig im Juli so schwer, dass er eingeschläfert wird.
  • 2018: Der Wallach Wilamendhoo bricht sich beim Rennen in Leipzig im September das Bein und wird daraufhin eingeschläfert.
  • 2018: Die Stute Namara erleidet einen Beinbruch beim Rennen in Baden-Baden im Oktober und wird daraufhin eingeschläfert.
  • 2018: Der Wallach Octavian erleidet ebenfalls einen Beinbruch im Oktober und wird eingeschläfert - nach dem Rennen in Hannover.
  • 2019: Der Hengst Hyper Hyper wird aufgrund eines Schulterbruchs im März eingeschläfert, im April der Hengst Radmaan, nachdem er reiterlos gegen eine Streckenbegrenzung krache – beide Vorfälle ereigneten sich auf der Mannheimer Rennbahn.
  • 2019: Der Wallach A Train erleidet ebenfalls im April einen Beinbruch und wird eingeschläfert - nach dem Rennen in Mülheim.
  • 2019: Der Wallach Four On Eight erleidet am 19. Mai in Karlsruhe einen Beinbruch und wird eingeschläfert.
  • 2019: Der Hengst Astone Man stirbt am 10. Juni, nachdem er auf der Galopprennbahn Köln-Weidenpesch verunglückte.
  • 2019: Der Hengst Peppone erleidet einen Aortaabriss am 23. Juni in Hannover.
  • 2019: Der Wallach Captain Von Trappe stirbt am 3. Juli beim Seejagdrennen durch Genickbruch auf der Horner Rennbahn in Hamburg.
  • 2019: Der Hengst Gepard stirbt am 7. Juli, da er aufgrund eines Fessel- und Röhrbeinbruchs sofort eingeschläfert werden musste, auf der Horner Rennbahn in Hamburg.

Eine lange und traurige Liste, die nur die Spitze des Eisbergs zeigt. Die vielen im Training misshandelten und verstorbenen Lebewesen bleiben hierbei sogar unbeachtet. Zu Unfällen kann es immer kommen, wer aber sein Pferd zu unnatürlichen Leistungen und Entscheidungen treibt und dabei wissentlich hohe Gefahren in Kauf nimmt, um sich selbst darzustellen und Ruhm einzuheimsen, macht sich der Tierquälerei schuldig. Daher bezieht der HTV klar Stellung gegen diese Form der Tierausbeutung. Mit aussagekräftigen Plakaten soll allen Menschen, die aus Naivität oder Gleichgültigkeit dem kommerziellen Pferdesport frönen, klargemacht werden: Tiere zur Unterhaltung zu missbrauchen, ist moralisch nicht vertretbar! Dafür setzen sich unsere Mitarbeiter*innen und der HTV-Vorstand ein.

Hier geht's zur Bildergalerie unseres Protests!