HTV-Jugendgruppe fordert ein Ende des Missbrauchs von Pferden als Sportgeräte

Schmerzhafter Einsatz von Zungenbändern beim Rennen. Foto: KlickSchmerzhafter Einsatz von Zungenbändern beim Rennen. Foto: KlickPressemitteilung vom 5. Juli 2014

Jugendliche Mitglieder des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e.V. (HTV) fordern mit einer Mahnwache am morgigen Sonntag beim IDEE 145. Deutschen Derby an der Horner Rennbahn ein sofortiges Ende von Pferderennen.

„Bei solchen Veranstaltungen müssen die Pferde Höchstleistungen bringen und werden zu Sportgeräten degradiert, die funktionieren müssen“, berichtet die Leiterin der Jugendgruppe, Katharine Krause. Die Folge seien Schäden am Bewegungsapparat und großer psychischer und physischer Stress – auch durch lange Transporte und ständige Ortswechsel verursacht. Zudem würden bei Pferderennen Peitschen, Ohren- und Scheuklappen sowie Zungenbänder eingesetzt.

Gründe für die geplante Aktion der jugendlichen Tierschützer sind die schweren, oft tödlichen Unfälle bei Pferdesport-Wettbewerben, das mit dieser „Sportart“ verbundene qualvolle Training und die nicht artgemäße Haltung der Tiere. Beim letztjährigen Derby stießen die Pferde Glad Royal und Cool Kid bei einem Hindernisrennen zusammen und starben noch auf der Rennstrecke. Der HTV erstattete Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Das grundlose Quälen oder Töten eines Tieres erfüllt den Straftatbestand der Tierquälerei nach Paragraf 17 Tierschutzgesetz. Dieser kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Die Ermittlungen dauern nach aktueller Auskunft der Staatsanwaltschaft Hamburg noch an.

Das Motto der HTV-Jugendgruppe „Hoppe, hoppe Reiter, wenn es fällt, geht’s trotzdem weiter“ erinnert zudem daran, dass trotz des tödlichen Zusammenpralls weder das Hindernisrennen noch der verbleibende Renntag abgebrochen wurden. Ihre Trauer bekunden die Jugendlichen mit schwarzer Kleidung, Kreuzen, Grabkerzen und Fotos der verstorbenen Pferde.

Anders als es scheint, stehen bei den Rennen nicht die Tiere, sondern Profit und hohe Wettsummen im Vordergrund. Auf der Website des Hamburger Renn-Clubs wird das IDEE 145. Deutschen Derby als „wichtigstes Rennen des Jahres“ bezeichnet, bei keinem anderen Rennen in Deutschland sei „so viel Geld unterwegs“: Das Preisgeld des Hauptrennens beträgt 650.000 Euro! Daher appelliert die HTV-Jugendgruppe an die Menschen, die auf die Horner Rennbahn kommen: „Beteiligen Sie sich nicht an dieser tierschutzwidrigen Veranstaltung, setzen Sie kein Geld darauf, welches gequälte Tier zuerst im Ziel ankommt!“
Auch an die Jockeys richtet sich der Appell, von den Pferden keine Höchstleistungen zu verlangen, die die Tiere belasten. Das Resultat: Verletzungen oder Stürze, die für das Pferd häufig den frühzeitigen Tod bedeuten. Zudem werden Pferde im Rennsport trainiert, wenn sie noch nicht ausgewachsen sind. Beim IDEE 145. Deutschen Derby treten beispielsweise schon die Dreijährigen an – viel zu früh!

Zwar wirbt der Titelsponsor des IDEE 145. Deutschen Derbys, der stellvertretende Vorsitzende des Horner Renn-Clubs e.V. und Inhaber eines Kaffeehandelshauses, Albert Darboven, mit dem Slogan „Aus Freude am Leben“ – davon merken aber die Vögel, die in den Hecken der Horner Rennbahn brüten mögen, nichts: Vor einigen Wochen wurden dort die Hecken teilweise bis auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Höhe gestutzt. Dabei ist laut Bundesnaturschutzgesetz aus Gründen des Vogelschutzes lediglich das Entfernen der jeweils jüngsten Triebe nach Johanni (24. Juni) gestattet. Das starke Kürzen von Hecken, Gebüschen und Bäumen ist vom 1. März bis 30. September verboten. Wahrscheinlich werden hier zu Lasten der Vögel Ausnahmen zugelassen.