Internationaler Katzentag am 8. August: Katzenflut im Tierheim

Eine vom HTV betreute Futterstelle für freilebende Katzen. Foto: Anna GaeblerEine vom HTV betreute Futterstelle für freilebende Katzen. Foto: Anna Gaebler8. August 2014

Seit mittlerweile zwölf Jahren gibt es den von verschiedenen Tierschutzorganisationen ins Leben gerufenen internationalen Katzentag, auch Weltkatzentag genannt. Und leider gibt es jedes Jahr ausreichend Gründe, auf das Leid der Katzen und die damit verbundenen Probleme der Tierheime hinzuweisen. Allein in Hamburg und Umgebung leben Schätzungen zufolge etwa 20.000 verwilderte Katzen, bundesweit geht der Deutsche Tierschutzbund von circa zwei Millionen Tieren aus.

Dabei handelt es sich nicht um Freigänger, sondern um herrenlose Tiere ohne sichere Bleibe. Straßenkatzen führen aufgrund von Hunger, Kälte, Krankheiten und Unfällen einen ständigen Überlebenskampf. Doch auch geschwächte weibliche Katzen ziehen pro Jahr bis zu drei Würfe groß. Zusätzlich tragen Halter unkastrierter Katzen und Kater mit freiem Auslauf zur Vergrößerung der Population bei. Zudem fehlt oft der verantwortungsbewusste Umgang mit ungewolltem Nachwuchs im eigenen Haushalt: Welpen werden ausgesetzt, teilweise viel zu früh von der Mutter getrennt, und skrupellos ihrem Schicksal überlassen. All das führt zu einer wachsenden Zahl frei lebender und damit potenziell leidender Katzen. Daher appellieren wir an alle Katzenhalterinnen und -halter, unbedingt ihre weiblichen und männlichen Tiere kastrieren und chippen zu lassen. Mittels registriertem Chip kann ein herrenloses Tier seinem Halter zugeordnet werden.

Kampf gegen das wachsende Katzenelend

Der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV) hilft diesen verwilderten Katzen im Stadtgebiet. Zwei festangestellte Katzenschutzbeauftragte und mehrere ehrenamtlich aktive Mitglieder kümmern sich täglich an mehr als sechzig kontrollierten Futterplätzen um diese herrenlosen Tiere. „Diese Anlaufstellen geben uns Aufschluss über die Zahl und den Gesundheitszustand der Katzen“, erklärt Tierheimleiterin und Tierärztin Katharina Woytalewicz. „Im Jahr werden rund 650 Tiere eingefangen, medizinisch versorgt, gekennzeichnet, kastriert und anschließend möglichst in ihrem angestammten Revier wieder freigelassen“. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 100.000 Euro jährlich. Die Stadt Hamburg, die sich nicht für eine generelle Chip- und Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen ausgesprochen hat, beteiligt sich an diesen Belastungen mit bis zu 60.000 Euro pro Jahr für frei lebende und zur Vermittlung im Tierheim anstehende Katzen.

Derzeit leben rund 360 Katzen im Tierheim des HTV in der Süderstraße. Knapp die Hälfte von diesen sucht ein neues Zuhause, andere befinden sich in Behandlung, in der Fundfrist oder in behördlich angeordneter Verwahrung. Seit Beginn der Sommerferien 2014 gelangten schon 106 ausgesetzte Katzen zu uns, viele noch im Welpenalter. Etliche Tiere mögen den Urlaubsplanungen ihrer Halter im Wege gestanden haben. Aber kaum jemand würde das offen zugeben, obwohl zumindest der ehrliche Gang ins Tierheim ein letzter verantwortungsbewusster Schritt sein sollte.