Daunenjacken und Daunenbetten bedeuten elende Quälerei von Gänsen!

 Bis zu 40 Gänse müssen gerupft werden, um eine Decke zu füllen. Bis zu 40 Gänse müssen gerupft werden, um eine Decke zu füllen.11. November 2014

Jetzt zur kalten Jahreszeit denken viele Verbraucher über den Kauf von kuscheliger, warmer Kleidung und Bettdecken nach. Kleidung und Bettwaren mit Daunen und Federn werden als qualitativ hochwertig und besonders flauschig beworben. Was jedoch nicht auf den Etiketten steht: Hinter diesen Produkten verbirgt sich millionenfaches großes Tierleid.

Viele Verbraucher glauben, die Daunen in ihren Jacken oder Westen seien ein „Abfallprodukt“ der Gänsemast und daher unbedenklich zu nutzen. Das ist falsch. Gänsen werden die Federn in der Regel vom lebendigen Leib entfernt. Zwar dürfen in der EU die Tiere aufgrund der damit verbundenen großen Qual nicht mehr maschinell oder von Hand gerupft werden, aber es ist weiterhin erlaubt, die Tiere während der Mauser - also beim natürlichen Ausfall der Federn - zu „raufen“. Aus wirtschaftlichen Gründen wird allerdings in der Regel eine Herde von um die 1000 Gänse „gerauft“. Diese sind nie genau zur gleichen Zeit in der Mauser. Es sind also immer noch viele Tiere dabei, bei denen die Federn oder ein Teil der Federn noch festsitzen und das Ausreißen schmerzhafte Wunden verursacht.

Und da Daunenbekleidung noch sehr beliebt ist, reicht die europäische Produktion sowieso nicht aus. Ein Großteil der Daunen und Federn wird aus dem Ausland, zum Beispiel China, importiert, wo die Verbote nicht greifen. Die Tiere werden gefangen, ihre Flügel und Hälse nach hinten gebogen, damit sie am Rumpf gerupft werden können. Dabei brechen sie sich Beine und Flügel und sie erleiden offene Fleischwunden. „Nach dem Lebendrupf taumeln die Tiere, ihre Blicke sind starr vor Angst und Entsetzen. Sie wissen nicht, wie ihnen geschieht. Das Schlimmste für mich ist, dass die Tiere diese Prozedur mehrfach über sich ergehen lassen müssen, sodass sie immer mehr in Furcht und Angst vor der unsägliche Qual leben. Und wenn sie das fünfte oder sechste Mal gepackt werden, geht’s im Plastikkorb zum Schlachten“, weiß Sandra Gulla, 2. Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e. V. (HTV).

Häufig stammen die Federn und Daunen auch aus der Stopfleberproduktion. Enten und Gänse werden dafür in engen Käfigen gehalten, ihnen wird mit Luftdruck durch einen in den Magen eingeführten Schlauch Nahrung eingezwängt, bis sie das 5- bis 13-fache des Normalgewichtes erreicht haben. Ihre durch die Zwangsernährung krankhaft verfettete Leber („foie gras“) wird als kulinarische Spezialität gehandelt. Die Daunen dieser gefolterten Tiere werden von der Textilindustrie genutzt.

Der HTV ruft die Verbraucher dazu auf, keine Tierqualprodukte wie Daunen, Federn oder Stopfleber zu kaufen. Es gibt viele alternative Füllmaterialien für Bettwaren und Winterjacken synthetischen oder pflanzlichen Ursprungs, für die keine Tiere leiden oder sterben mussten. Sie sind genauso wärmend und deutlich besser zu reinigen.

Fertig zum Lebendrupf.Fertig zum Lebendrupf.

Fotos: Deutsches Tierschutzbüro/Jan Peifer