Das Leid der Mastkaninchen: Deutscher Tierschutzbund rät zu Verzicht auf Osterbraten

Gequälte Enge: Kaninchenmast in Deutschland. © Deutscher TierschutzbundGequälte Enge: Kaninchenmast in Deutschland. © Deutscher TierschutzbundPressemitteilung vom Deutschen Tierschutzbund

31. März 2015

Zum Osterfest sollten Verbraucher auf den traditionellen Kaninchenbraten verzichten und damit ein Zeichen gegen die tierschutzwidrige Haltung der Mastkaninchen zu setzen. Dazu ruft der Deutsche Tierschutzbund auf. Die Deutschen verzehren jährlich rund 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch. Gerade zu Ostern nimmt die Nachfrage deutlich zu.

„Die Haltung der Masttiere hat nichts mit der Idylle vom hoppelnden Kaninchen zu tun“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Während die Kinder auf den Osterhasen warten, fristen in Deutschland rund 25 Millionen Mastkaninchen in meist engen Drahtkäfigen ihr Dasein.“ Für die Verbraucher ist die Art der Aufzucht dabei meist nicht erkennbar. Der ganz überwiegende Teil des Kaninchenfleisches stammt aus der konventionellen Käfighaltung.

Leid in der Kaninchenmast
Mastkaninchen, die sich das natürliche, bewegungsfreudige Verhalten ihrer wilden Vorfahren bewahrt haben, sind in der Mast meist in eintönige, enge Käfige gepfercht. Sie leiden unter dem geringen Platzangebot und ungenügenden Rückzugsmöglichkeiten. Die Haltung auf perforierten Böden kann zu Pfotenverletzungen und -geschwüren führen. Hinzu kommen Verhaltensstörungen wie Aggressivität oder Stereotypie, die durch das mangelnde Platzangebot und nicht ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten hervorgerufen werden. Auch die 2014 in Kraft getretene Mastkaninchenverordnung brachte keine weitreichenden Verbesserungen: Nach wie vor ist die Käfighaltung ohne Freilauf gang und gäbe.

Der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. bittet daher, auf Kaninchenfleisch nicht nur zu Ostern gänzlich zu verzichten.

In den Anlagen stapeln sich die Drahtkäfige. © Deutscher TierschutzbundIn den Anlagen stapeln sich die Drahtkäfige. © Deutscher Tierschutzbund