Kleiner Prinz auf großer Reise

Dieser kleine Frosch stammt vermutlich aus Afrika.Dieser kleine Frosch stammt vermutlich aus Afrika.4. März 2014

In einem Hamburger Blumengeschäft wurde kürzlich ein kleiner Frosch – kaum so groß wie ein Fingernagel – in einer Blumenlieferung gefunden. Aufmerksame Mitarbeiter des Geschäftes alarmierten die Tierrettung des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e.V. (HTV), die den Frosch abholte.

Auf den ersten Blick handelt es sich um einen Vertreter der afrikanischen Riedfrösche. Bislang versteckt sich der Frosch im Moos seines Terrariums und versucht vermutlich, die durch die Reise verlorengegangene Feuchtigkeit „aufzutanken“.

Dieser Frosch ist nur einer von vielen exotischen Tiere, die der HTV jedes Jahr aufnimmt. Im Jahr 2013 allein betrug die Zahl 661. Ihre Versorgung ist aufwändig und teuer. So setzen wir bei dem Versuch, den natürlichen Lebensraum von exotischen Tieren bestmöglich nachzuahmen, UV-Licht und Nebelanlagen für die notwendige Temperatur und Luftfeuchtigkeit ein. Ebenso benötigt ein Teil der Tiere Spezialfutter. Die Mitarbeiter, die sich um exotische Gefahrtiere kümmern, müssen besonders sachkundig sein. Daher werden sie in der fachgerechten Versorgung exotischer Tiere geschult und regelmäßig weitergebildet. Für die Arbeit mit Gefahrtieren halten wir auch bestimmte Arbeitsschutzrichtlinien ein: Alarmpläne, paarweises Arbeiten, eingeschränkte Schlüsselgewalt.

Der HTV rät davon ab, exotische Tiere als Haustiere anzuschaffen. Ihre natürliche Lebensumgebung kann bei uns nur sehr schwer nachgebildet werden. Daher können sie nicht artgemäß gehalten werden. Weiterhin besteht die Gefahr, dass exotische Tiere nicht aus einer Zucht, sondern aus Wildfängen in ihren Ursprungsländern stammen. So kommt es immer wieder vor, dass nicht nur blinde Passagiere aus fernen Ländern, sondern auch exotische Haustiere von überforderten oder ihrer überdrüssig gewordenen Halter vorübergehend im HTV einziehen.