Osterfeuer - grausame Tierfalle

Einer der ehemaligen Bewohner im Tierheim Süderstraße des HTV, ist bereits ausgewildert.Einer der ehemaligen Bewohner im Tierheim Süderstraße des HTV, ist bereits ausgewildert.Pressemitteilung vom 15. April 2014

Nicht nur entlang der Elbe, überall in Hamburg wachsen dieser Tage die Reisig- und Holzhaufen, die zum Osterfest für ein Osterfeuer entzündet werden sollen. Der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV) sieht diesen Brauch kritisch, denn er bedeutet für viele Tiere den sicheren Feuertod.

In den schon mehrere Wochen vor dem Osterfest aufgeschichteten Reisighaufen suchen Wildtiere wie Igel, Mäuse oder Kröten Unterschlupf; Vogelarten wie Zaunkönig oder Rotkehlchen dienen sie als scheinbar sichere Brutstätte. Doch spätestens am Ostersonntag wird der vermeintlich sichere Rückzugsort zur tödlichen Falle.

Allen, die nicht auf die Ostertradition zum Schutz von Tieren verzichten wollen, rät Manfred Graff, 1. Vorsitzender des HTV, zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen: „Schichten Sie das Material erst kurz vor dem Anzünden auf oder noch einmal um, um den Tieren die Möglichkeit zur Flucht zu geben. Es reicht nicht aus, nur am Brennmaterial zu rütteln, denn die meisten Tiere werden es nicht wagen, aus ihrem Versteck zu fliehen und sich nur weiter in das Innere des Haufens zurückziehen“.

Viele der getöteten Tiere sind im eigenen Garten wichtige Helfer bei der Vertilgung unerwünschter Insekten. Außerdem sind sie ein notwendiger Faktor zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts. Der HTV-Vorsitzende empfiehlt daher, auf Wiesen oder im Garten Reisighaufen speziell als Unterschlupf zu errichten. „Auch das Pflanzen von Hecken und Büschen hilft den wildlebenden Tieren“, ergänzt Graff, „besonders dort, wo der natürliche Lebensraum durch die Ausweitung bebauter Flächen zunehmend schwindet“.

Aufgrund der warmen Temperaturen ist ein Großteil der Igel, die im HTV überwintern, bereits ausgewildert. Aktuell leben noch drei Igel im Tierheim des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e.V.