Diese Kaninchen wurden als Vierergruppe in Bahrenfeld ausgesetzt.

Pressemitteilung vom 6. März 2015

Die Zahl der im Tierheim des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e. V. (HTV) beherbergten Kaninchen ist seit Jahresbeginn stark gestiegen. 128 Kaninchen wurden heute gezählt, im vergangenen Jahr waren es zur selben Zeit 90 Tiere. Wer sich für eine Kaninchenhaltung entscheidet oder seine Gruppe vergrößern möchte, sollte daher ins Tierheim kommen und Tiere aus dem Tierschutz adoptieren, appelliert der HTV.

Allein seit Anfang Februar kamen fast 80 Kaninchen ins Tierheim Süderstraße. Einer der vielen Gründe: Kleintiere zu erwerben, ist leider besonders einfach. In Bau- und Pflanzenmärkten sowie Zoohandlungen werden sie für wenig Geld angeboten. „Der Handel handelt unverantwortlich, das Ziel ist natürlich, mit dem Tier auch Zubehör und Futter zu verkaufen und den Kunden langfristig zu binden“, sagt Sandra Gulla, 2. Vorsitzende des HTV. „Es ist ein Trugschluss zu glauben, weil die Tiere günstig sind, ist auch ihre Haltung einfach.“ Sogar Kindern werden die Tiere verkauft, selbst wenn die Eltern nicht dabei sind. Eine umfassende Beratung zu Haltungsbedingungen erfolgt in der Regel nicht.

Ein weiterer Grund könnten die gerade begonnenen Frühjahrsferien in Hamburg sein. Angesichts eines nahenden Urlaubs werden viele Menschen ihrer Haustiere überdrüssig. Die mangelhafte Beratung beim Kauf führt dazu, dass die Halter schnell überfordert sind und sich der Tiere wieder entledigen. Oft werden Halter nicht oder nicht richtig über das Geschlecht der Tiere aufgeklärt und lassen Böcke nicht kastrieren, sodass sich schnell Nachwuchs ankündigt. Vor kurzem wurden gleich sieben Kaninchen in zwei Kartons ausgesetzt, bei denen der Verdacht der ungewollten Vermehrung naheliegt.

Wer mindestens zwei Kaninchen als Familienmitglieder aufnehmen möchte, sollte auf keinen Fall zum Züchter oder Händler gehen, im Tierheim warten reizende Tiere auf ein Zuhause. Auch wenn beispielsweise ein bereits vorhandenes Partnertier verstirbt, kann man sich in unserem Kleintierhaus nach einem neuen Mitbewohner umschauen. Zur Vergesellschaftung beraten Sie unsere Beschäftigten gerne und qualifiziert.

Der HTV rät, sich vor der Anschaffung eines Haustieres grundsätzlich zu überlegen, ob man die Verantwortung auch für die Lebenszeit des Tieres übernehmen, es pflegen und versorgen kann. Dabei müssen neben den Kosten für Zubehör, Futter und Tierarzt auch genügend Platz für eine artgemäße Haltung sowie Zeit für die Beschäftigung eingeplant werden. Wer sich ein Tier anschafft, übernimmt damit die Verantwortung für dessen Wohl auf Lebenszeit!

Moppel und Hoppel wurden im Tierheim abgegeben – als Begründung gaben die ehemaligen Halter eine Tierhaarallergie an.