Die französischen Bulldoggen sind noch nicht zur Vermittlung frei.

11. Februar 2015

Am 29. Dezember 2014 ist eine neue Verordnung in Kraft getreten, die es auch Privatpersonen untersagt, Welpen ohne Tollwutimpfung nach Deutschland zu bringen. Hiermit soll der Welpenhandel eingedämmt werden.

Ein Welpe kann frühestens mit 15 Wochen nach Deutschland eingeführt werden. Die gesetzliche Regelung schreibt vor, dass auch Welpen nur mit einem ausreichenden Tollwut-Impfschutz nach Deutschland einreisen beziehungsweise Deutschland im Transit passieren dürfen. Da die Tollwut-Erstimpfung frühestens im Alter von 12 Wochen durchgeführt werden darf und es danach weitere 21 Tage bis zur Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes dauert, können Welpen frühestens im Alter von 15 Wochen ein- beziehungsweise durchreisen.

Bei privaten Transporten reicht die Dokumentation der Impfung im Heimtierpass aus, bei gewerblichen muss zusätzlich ein Gesundheitszeugnis vorliegen. Die neuen Regelungen gelten auch für Katzen und Frettchen. Sie sollen illegalen Welpenhändlern erschweren, Jungtiere einzuführen. Denn meistens geben diese vor, Privatpersonen zu sein, um die notwendigen Formalien wie beispielsweise die Tollwutimpfung zu umgehen.

Der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. (HTV) begrüßt diese Neuregelung. „Zwar wird damit der illegale Welpenhandel nicht gänzlich verhindert werden können, denn die Händler scheren sich weder um Gesetze noch um das Wohlergehen der Tiere. Aber ein Schlupfloch wird geschlossen und der grenzüberschreitende Welpenkauf insgesamt wird unattraktiver und auch dies ist im Sinne des Tierschutzes. Es gibt genug Tiere in den Tierheimen, Auffanglagern und Tötungsstationen Europas, die Produktion weiterer Tiere und deren Verbringung ist überflüssig“, so Sandra Gulla, 2. Vorsitzende des HTV.

Im Dezember stellte die Polizei in Hamburg mehrere französischen Bulldoggen, darunter sechs Welpen, sicher und brachte sie ins Tierheim. Sie wurden illegal nach Deutschland gebracht. Derzeit ist noch nicht absehbar, ob und wenn ja, wann die zuständige Behörde die Hunde zur Vermittlung freigibt.

Weitere Informationen:
http://www.tieraerztekammer-hamburg.de/reisebestimmungen.html
http://www.tieraerztekammer-hamburg.de/tierinfo.html