Die Hitze macht Hunden und Helfern das Leben schwer.

29. Mai 2016

Der Samstag war hart. Nachdem wir ins Tierheim kamen, haben wir eine Hundemama in höchster Not vorgefunden. Sie ist wahrscheinlich in der Nacht über den Zaun geklettert und nachdem sie zurück zu ihren Welpen wollte, ist sie mit dem Kopf im Zaun stecken geblieben und hat es nicht mehr geschafft, sich zu befreien.

Ihre Schutzengel standen ihr zum Glück bei und wir haben sie schneller gefunden als die freilaufenden Hunde. Denn das hätte für sie katastrophale Folgen haben können. Danach ging alles sehr schnell. Während Katerina die anderen Hunde von ihr fern gehalten hat, haben Mishu und Pepe die Hündin von draußen befreit, sie danach zusammen mit Julius und Inka untersucht und ihre Verletzungen medizinisch behandelt. Wir waren alle sehr erleichtert, dass sie nur ein paar kleine Verletzungen erlitten hat, wahrscheinlich während sie selber versucht hat, sich zu befreien.
Nachdem sie in ihr Gehege zu ihren Welpen zurückgebracht und gefüttert wurde, hat sie eine Weile nur geschlafen. An ihrem Zwinger wurde heute ein Übersprungschutz gebaut, damit das nie mehr passieren kann.

Aber dieses Erlebnis war leider nicht das letzte, das heute unsere Kräfte auf die Probe gestellt hat. Denn kurz danach mussten wir feststellen, dass es die beiden kranken Welpen nicht geschafft haben und in der Nacht gestorben sind. Einen anderen Welpen mit der gleichen Symptomatik haben wir ins Vethaus gebracht. Das ist die harte Realität hier, man wird regelmäßig mit einem Gefühl der Hilfslosigkeit konfrontiert und es kommt nicht darauf an, wie sehr man sich bemüht, wie sehr man will, man kann trotzdem nicht alle retten. Obwohl es einigen schwer fiel, diese Situation zu verarbeiten, haben wir uns bald wieder an die Arbeit gemacht, denn es gibt noch viele Fellnasen im Tierheim, für die man vieles machen kann und die auf uns gewartet haben.

Wie immer haben wir uns erstmal an die Grundversorgung gemacht. Den ganzen Tag von dem Gedanken begleitet, dass es nun der letzte Tag ist, haben wir uns besonders bemüht, so viel und so gut wie möglich alles zu schaffen. Es wurden wie jeden Tag alle Hundezwinger mit dem Schlauch und manche Hundeunterkünfte noch einmal mit dem Kärcher sauber gemacht. Auch weitere Sichtschutzelemente wurden befestigt. Man merkt, wie viel ruhiger es im Tierheim geworden ist. Die Hunde können sich in den Außenzwingern entspannen, ohne aufpassen zu müssen, was von der Seite kommt. Wir mussten heute öfter als sonst alle Wassernäpfe auffüllen, denn der heutige Tag war mit 32 Grad besonders heiß. Diese Hitze hat nicht nur uns zu schaffen gemacht, sondern auch den Hunden, die in ihren Zwingern oft nur erschöpft lagen. Deswegen hat es sehr geholfen, dass gestern Abend Inka und Thomas in den Supermarkt gefahren sind, um neue Eimer zu kaufen, die man als Wassernäpfe für die Zwinger mit vielen Hunden benutzen kann.

Am Samstag ist ein Transporter mit Sachspenden angekommen. Unter anderem mit Hundekörben, Decken und Futter. Wir haben uns vor allem über die Dosen mit Welpenfutter gefreut, denn die Vorräte waren gestern ausgegangen. Auch Einweg-Decken waren dabei, die Katerina gleich in dem Gehege mit den Kleinsten verteilt hat. Die Freude darüber war groß und für die Welpen ein Grund zum Spielen und Toben.

In Mel’s Nest 2 haben wir heute begonnen, die Unterkünfte von den Hunden zu verbessern. In einem Zwinger mit sechs Junghunden stand nur eine Hütte, deren Boden fehlte, wir haben sie durch einen großen Hundekorb ersetzt. Für diese Hunde wurde eine neue größere Hütte gebaut und gleich in das Gehege gestellt. Noch zwei Hütten wurden angefertigt und in die Gehege gebracht, in denen die Hütten kaputt waren oder zu wenig für die Anzahl der Hunde.

Morgen, am Sonntag, müssen wir wieder nach Deutschland fliegen. Wir sind aber entschieden, früh aufzustehen, um noch ins Tierheim zu kommen, ein paar Aufgaben zu erledigen und um sich von allen, vor allem unseren vierbeinigen Lieblingen zu verabschieden.

Wir melden uns noch!

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