Schöne Ferien – bitte auch für Ihre Haustiere!

Hunde verbringen die Ferien am liebsten zusammen mit Ihren Menschen.Hunde verbringen die Ferien am liebsten zusammen mit Ihren Menschen.Wohin mit Hund, Katze & Co. während der Urlaubsreise? Betreuen Tiersitter, Freunde oder Familie das Tier bei mir zuhause, nehme ich es mit oder bleibt es in einer Tierpension? Das fragen sich viele Menschen jedes Jahr wieder – die vielen Neu-Tierhalter- und -halterinnen jetzt zum ersten Mal. Leider gibt es immer wieder Menschen, die sich diese Fragen erst gar nicht stellen oder mit der Entscheidung überfordert sind: Sie setzen ihre Tiere aus oder geben sie zur Weitervermittlung im Tierheim ab. Hier finden Sie Tipps, wie die Ferien auch für Haustiere schön werden.

Zur Ferienzeit werden in jedem Jahr vermehrt Tiere ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Vom 1. bis 22. Juni sind in diesem Jahr bereits 102 vermutlich ausgesetzte Tiere in unsere Obhut gekommen und nicht wieder von ihren Familien abgeholt worden. Da während des pandemiebedingten Lockdowns sicher viele Tiere auch unbedacht angeschafft wurden, rechnen wir mit noch höheren Aussetzungszahlen während der Sommerferien – zumal sich Ende des Monats auch noch die Homeoffice-Regelungen ändern. Dabei ist es nicht nur moralisch verwerflich, sondern laut Tierschutzgesetz (TSchG) auch verboten, ein Tier auszusetzen, es zurückzulassen oder die Betreuungspflicht zu vernachlässigen!

Urlaubsbetreuung für Hunde

Am schönsten ist es für Hunde, wenn sie mit ihrem Rudel zusammen sind – und an der Seite ihrer Menschen Sonne, Wind, Wasser und die freie Urlaubszeit genießen können. Liegt das Reiseziel weit entfernt, gilt es jedoch abzuwägen, wieviel Stress und Anstrengung dem Hund für die Reise zugemutet werden sollte – vor allem bei Flugreisen.

Wer den Hund mit in den Urlaub nimmt, sollte bei Fahrten mit dem Auto ausreichend Pausen einlegen. Lange Flüge, bei denen der Hund im Frachtraum ausharren müsste, sollte man vermeiden. Ob der Hund im Hotel, Ferienhaus oder auf dem Campingplatz willkommen ist, muss unbedingt vorab geklärt sein. Für Reisen innerhalb der EU muss der Hund gechipt sein, zudem sollte man ihn bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, registrieren. Nur durch die Kennzeichnung mit Chip in Kombination mit einer Registrierung ist der Hund ausreichend geschützt und kann – sollte er im Urlaub entlaufen und gefunden werden – schnell wieder mit seinen Menschen zusammengeführt werden. Außerdem braucht der Hund für die Reise innerhalb der EU einen EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung. In anderen Ländern kann es weitere Auflagen geben, die es zu beachten gilt. Zu empfehlen ist auch ein Parasitenschutz, um Krankheiten vorzubeugen – vor allem bei Reisen in südliche und südöstliche Länder. Hierzu sollte man sich im Vorfeld beim Tierarzt beraten lassen.

Tierpension auswählen 

Wer seinem Hund Reisestrapazen ersparen möchte und sich für eine Unterbringung des Tieres in einer Pension entscheidet, ist gut beraten, sich diese vor dem Urlaub genau anzusehen. Auch ein Vorab-Besuch kann in Absprache mit der Tierpension hilfreich sein. Dabei ist ein Kennenlernen mit den betreuenden Personen oft möglich. Weitere Punkte gilt es bei der Auswahl einer geeigneten Pension zu beachten:

  • Verfügt der Betreiber der Pension über einen Sachkundenachweis nach § 11 TSchG?
  • Können Sie die Bereiche, in denen die Hunde untergebracht sind, besichtigen? Wenn nicht, ist das kein gutes Zeichen.
  • Werden nur geimpfte Tiere aufgenommen? Das sollte so sein!
  • Wie sauber sind die Unterkünfte? Achten Sie auf den Geruch!
  • Wie werden die Hunde gehalten? Sie sollten natürlich nicht den ganzen Tag in ihren Unterbringungen bleiben, sondern Zugang zu einem Auslauf haben. Gruppenausläufe sind je nach dem Bedarf des Hundes am besten.
  • Werden die Hunde regelmäßig ausgeführt? Aus der Lage der Pension ist oft bereits ersichtlich, ob ein Spaziergang in Wald und Feld möglich ist oder es einen weitläufigen Außenbereich gibt.
  • Wie intensiv beschäftigen sich die Betreuenden mit den Tieren? Die Anzahl der Betreuungspersonen pro Hund kann erste Hinweise darauf liefern.
  • Kann eine individuelle Ernährung des Hundes zum Beispiel in Bezug auf Futtermittel-Allergien gewährleistet werden?
  • Was kostet die Unterbringung? Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ist ein Tagessatz von mehr als 20 Euro für einen kleinen Hund bzw. 25 Euro für einen großen Hund oder mehr als 15 Euro für eine Katze nicht gerechtfertigt. Entsprechende Pflegeverträge sind genau zu prüfen.
  • Erreichbarkeit im Notfall: Es sollte vorab geklärt werden, wie im Falle von Erkrankungen des Tieres während Ihres Urlaubs vorzugehen ist. Wichtig ist, einen Notfallkontakt und die Telefonnummer des betreuenden Tierarztes anzugeben.

Alternativ können sich natürlich auch Hundesitter um die Lieblinge kümmern: Um die alltägliche Routine des Hundes beizubehalten, ist eine Betreuung im eigenen Zuhause optimal. Empfehlungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis geben bei der Auswahl ebenso eine gute Orientierung wie entsprechende Erfahrungsnachweise oder fachspezifische Ausbildungen der Person. Ein unverbindliches Kennenlernen sollte vorab möglich sein.

Urlaubsbetreuung von Katzen und Kleintieren 

Katzen, kleine Heimtiere und Vögel sollten nicht mit verreisen, sondern am besten in ihrer gewohnten Umgebung versorgt werden. Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn sollten frühzeitig gefragt werden, ob sie die Versorgung des Tieres übernehmen würden. Im besten Fall besteht schon ein Vertrauensverhältnis zwischen Tier und der betreuenden Person – ansonsten sollten sie sich im Vorfeld kennenlernen. Wer im Internet nach einem Tiersitter oder einer Tiersitterin sucht, sollte vorab ein ausführliches Gespräch führen und ein erstes Kennenlernen vereinbaren. Wichtig ist zudem, dass die Person im Umgang mit der jeweiligen Tierart vertraut ist und am besten eine Sachkunde nachweisen kann. Wer die Unterbringung in einer Tierpension in Erwägung zieht, sollte sich die Einrichtung vorher genau anschauen und Erfahrungen anderer Tierhalter*innen, von Tierärzt*innen oder des örtlichen Tierschutzvereins einholen, ob die jeweilige Tierart dort gut untergebracht werden kann.

Die meisten Katzen fühlen sich in ihrem Zuhause am wohlsten.Die meisten Katzen fühlen sich in ihrem Zuhause am wohlsten.Lassen Sie Ihre Kleintiere nur von Personen betreuen, denen Sie absolut vertrauen.Lassen Sie Ihre Kleintiere nur von Personen betreuen, denen Sie absolut vertrauen.

Hündchen Papi, Katze Mina und Kaninchen Mimi, die Sie auf den Fotos sehen, warten bei uns im Tierheim noch auf ihr Zuhause bei liebevollen, fürsorglichen Menschen.