Vor der Urlaubszeit: Tipps zur Beurteilung von Tierpensionen

Der wilde Willi wurde vergangenen Sommer vermutlich ausgesetzt – zum Glück hat er bereits ein neues tolles Zuhause gefunden.07. April 2015

Urlaub – die schönste Zeit des Jahres. Leider trifft das nicht für alle Haustiere zu, da in dieser Zeit vermehrt Tiere ausgesetzt werden. Über 300 Tiere wurden allein in den Sommermonaten Juli und August 2014 im Hamburger Stadtgebiet gefunden und kamen so ins Tierheim des Hamburger Tierschutzvereins. Angesichts eines nahenden Urlaubs entledigen sich viele Menschen ihrer Haustiere auf unverantwortliche Weise. Dabei ist es laut Tierschutzgesetz (TSchG) verboten, ein Tier auszusetzen, es zurückzulassen oder die Betreuungspflicht zu vernachlässigen!

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e. V. (HTV) appellieren an Menschen, die ihr Tier nicht mehr halten können, diesen Mitbewohner persönlich im Tierheim abzugeben. Eine persönliche Abgabe zollt nicht nur dem Tier Respekt, sondern erleichtert auch die Vermittlung, indem unsere Tierpflegerinnen und Tierpfleger möglichst viel über Vorlieben und Neigungen des Tieres erfahren können. Außerdem muss keine letztlich unnötige Fundfrist abgewartet werden.

Eine noch bessere Möglichkeit ist, sich um eine adäquate Unterbringung des Tieres während des eigenen Urlaubs zu kümmern. Tierpensionen sind eine Möglichkeit dafür.

Um diese unbedachten und verantwortungslosen Entscheidungen zu vermeiden, sollten sich Tierhalter, die nicht auf einen Urlaub ohne ihr Haustier verzichten möchten, frühzeitig um die Versorgung des Tieres während ihrer Abwesenheit kümmern. Betreuungsplätze in Tierpensionen sind während der Urlaubszeit schnell ausgebucht. Wer sich für eine Unterbringung seines Haustieres in einer Pension entscheidet, sollte sich diese vor dem Urlaub genau ansehen.

Folgende Punkte sollten Sie bei der ins Auge gefassten Tierpension prüfen:

  • Verfügt der Betreiber der Pension über einen Sachkundenachweis nach § 11 TSchG?
  • Wenn Sie den Bereich, in dem die Tiere untergebracht sind, nicht besichtigen können, ist das kein gutes Zeichen.
  • Wie werden die Tiere gehalten? Bei der Hundehaltung sollten die Tiere nicht den ganzen Tag in Einzelboxen bleiben, sondern Zugang zu einem Auslauf haben. Gruppenauslauf ist am besten.
  • Werden die Hunde regelmäßig ausgeführt? Aus der Lage der Pension kann man auch ersehen, ob ein Spaziergang in Wald und Feld möglich ist. Auch die Anzahl der Betreuungspersonen pro Tier kann Hinweise darauf liefern, wie intensiv sich mit dem einzelnen Tier beschäftigt werden kann.
  • Ernährung: Es sollte darauf geachtet werden, ob die individuelle Ernährung des Tieres während der Pensionszeit möglich ist. Besonders bei Futtermittel-Allergien ist eine Fütterung des eigenen, für Ihr Tier verträglichen Futters dringend einzuhalten.
  • Sauberkeit: Achten Sie auf den Geruch in den Unterkünften!
  • Eine Tierpension sollte nur geimpfte Tiere aufnehmen – fragen Sie aktiv nach!
  • Tagessatz: Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ist ein Tagessatz von mehr als 20 Euro für einen kleinen Hund bzw. 25 Euro für einen großen Hund oder mehr als 15 Euro für eine Katze nicht gerechtfertigt. Entsprechende Pflegeverträge sind genau zu prüfen.
  • Es sollte vorab geklärt werden, wie im Falle von Erkrankungen des Tieres während Ihres Urlaubs vorzugehen ist. Sie sollten einen Notfallkontakt und die Telefonnummer des betreuenden Tierarztes hinterlegen.