Welt-Katzentag: Kastration verhindert großes Leid!

Mehr als 350 Katzen betreuen wir derzeit in der Süderstraße. Alle Tiere werden nur kastriert vermittelt.8. August 2018


Anlässlich des heutigen Internationalen Katzentags appelliert der Hamburger Tierschutzverein an alle Katzenhalter und -freunde, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Sichtungen freilebender Katzen sollten dem Tierheim Süderstraße gemeldet werden. Um eine weitere Vermehrung zu verhindern, werden diese Tiere von unseren erfahrenen Mitarbeiterinnen eingefangen, kastriert und anschließend wieder in ihre gewohnte Umgebung gebracht.


Mehr als 10.000 Straßenkatzen müssen in Hamburg völlig allein klarkommen, ohne menschliche Fürsorge oder medizinische Versorgung. Bundesweit sind es, laut Schätzungen des Deutschen Tierschutzbunds, etwa zwei Millionen. Obwohl nur ein Teil der Tiere das Erwachsenenalter überhaupt erreicht, wachsen die Populationen oft weiter an. Selbst eine geschwächte weibliche Katze zieht pro Jahr bis zu drei Würfe groß.

Das vogelfreie Leben ist ein ständiger Überlebenskampf und nicht mit dem von tatsächlichen Wildtieren zu vergleichen. Als Haustiere sind Katzen nur bedingt an dieses Leben angepasst. Neben Hunger, Krankheiten und widrigen Witterungen lauern in einer Stadt zahlreiche menschengemachte Gefahren, vor allem der Autoverkehr. Zudem ist die Welpensterblichkeit hoch, viele gehen an Unterernährung oder Infektionskrankheiten ein. Auch ein erwachsenes Tier, das krank oder verletzt ist, ist meist beträchtlichen Leiden ausgesetzt.

Deshalb kümmert sich der Hamburger Tierschutzverein seit mehr als 30 Jahren, inzwischen mit zwei festangestellten und mehreren ehrenamtlichen Katzenschützerinnen, an 34 kontrollierten Futterplätzen im Stadtgebiet um verwilderte Hauskatzen. Die Fütterung kann jedoch nur kurzzeitig einzelnen Tieren helfen. Um die dramatisch hohe Anzahl der obdachlosen Katzen und somit potenzielles Leid zu reduzieren, ist die Kastration so vieler Tiere wie möglich unumgänglich. Da die meisten von ihnen ohne Kontakt zum Menschen aufgewachsen sind und ihr ganzes Leben sehr scheu bleiben, gehen sie danach wieder in ihren ursprünglichen Lebensraum zurück und werden dort versorgt.

Bitte helfen Sie mit, Katzennachwuchs zu verhindern und teilen Sie dem Hamburger Tierschutzverein mit, an welchen Plätzen verwilderte Katzen leben!
Durch die permanente und weiterhin benötigte Arbeit des Hamburger Tierschutzvereins und kleinerer Vereine ist die Situation inzwischen unter Kontrolle, ganz anders als in Städten ohne Katzenschutzprogramm. Die Kosten des HTV-Katzenschutzes belaufen sich auf rund 100.000 Euro jährlich. Jährlich kastriert der Hamburger Tierschutzverein bis zu 1.000 Katzen. Die Freie und Hansestadt Hamburg beteiligt sich an der Kastration freilebender und im Tierheim auf Vermittlung wartender Katzen im Jahr 2017 mit knapp 35.000 Euro. Wunsch des HTV und des Deutschen Tierschutzbundes, unserem Dachverband, ist jedoch seit Jahren eine generelle Chip- und Kastrationspflicht für Katzen.

Auch an alle Katzenhalter appelliert der HTV, ihre Katzen und Kater unbedingt kastrieren und chippen zu lassen, ganz besonders, wenn es sich um Freigänger handelt.

Mit diesem Kampagnen-Plakat wirbt der Tierschutzbund für die Kastration von Katzen.Dazu die Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes: Zum Internationalen Tag der Katze appelliert der Deutsche Tierschutzbund an alle Katzenhalter, ihre Tiere nach dem Chippen auch registrieren zu lassen. Der Verband hat dazu die Kampagne #RegistrierDeinTier gestartet. Mehr als die Hälfte aller Katzen und Hunde sind derzeit nicht in einem Haustierregister registriert*. Wird ein vermisstes Tier von einem Finder aufgegriffen oder landet im Tierheim, ist es jedoch ohne Registrierung schwierig, den Halter ausfindig zu machen.

„Insbesondere Besitzer von Katzen kennen die Sorge, wenn ihre Lieblinge nicht wie gewohnt nach Hause kommen. Es kommt leider vor, dass neugierige Katzen in Kleintransporter oder andere Fahrzeuge springen und so unbemerkt kilometerweit transportiert werden. Andere gehen „nur“ auf Wanderschaft, finden aber eventuell nicht von selbst zurück nach Hause“, erklärt Andrea Furler-Mihali, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Die Tierschützer empfehlen daher Katzen zum Schutz mit einem Mikrochip beim Tierarzt kennzeichnen zu lassen und sie im Anschluss bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, zu registrieren.

Katzen verschwinden am häufigsten: Die Katze ist das beliebteste Haustier der Deutschen. So ist es nicht verwunderlich, dass es sich bei 88 Prozent der Vermisstmeldungen, die beim Haustierregister FINDEFIX eingehen, um vermisste Katzen handelt. Dabei spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass Katzen mit Freigang – anders als Hunde – alleine draußen unterwegs sind. Insbesondere wenn die Katze dann an einem weiter entfernten Ort aufgegriffen wird, ist eine Zuordnung zum Besitzer kaum noch möglich. Kennzeichnung und Registrierung sind hier die einzige Chance. Dabei wird gerade Letztere oft vergessen, da der Halter nach der Kennzeichnung durch den Tierarzt in der Regel selbst dafür verantwortlich ist, die auf dem Mikrochip gespeicherte 15-stellige Nummer mit weiteren Daten zum Tier und dem eigenen Kontakt in einem Haustierregister zu hinterlegen. Dies geht bei FINDEFIX einfach und kostenfrei auf www.findefix.com oder mit einem schriftlichen Anmeldebogen. „Nur die Kombination dieser zwei einfachen Maßnahmen – Kennzeichnung und Registrierung - kann sicherstellen, dass ein entlaufenes Tier und sein Besitzer schnell wieder zusammenfinden. Lassen Sie Ihr Tier nicht einfach verschwinden“, appelliert Furler-Mihali.

 

* Quelle: Umfrage des Bonner Marktforschungsanbieters OmniQuest im Auftrag des Deutschen Tierschutzbundes (2018)