Ferkel-Kastration: Protestieren Sie bei Ihren Bundestagsabgeordneten!

Traumatisch und schmerzhaft für die Ferkel: die betäubungslose Kastration. Fotos: Agrarfoto6. November 2018

Die Entscheidung der Großen Koalition, das Verbot der betäubungslosen Ferkel-Kastration wieder aufzuheben, ist ein beispielloser Kniefall vor der Agrarlobby. Protestieren Sie jetzt bei Ihren Bundestagsabgeordneten.

Eigentlich sollte das Verbot ab dem 1. Januar 2019 gelten. Doch die Koalition aus Union und SPD hat sich am Freitag auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der die schmerzhafte Kastration ohne Betäubung weitere zwei Jahre erlaubt.

Eine tierschutzfeindliche Entscheidung, die sich andeutete. Der Hamburger Tierschutzverein hatte deswegen im Oktober die Hamburger Bundestagsabgeordneten angeschrieben und gefragt, wie sie im Falle einer Abstimmung über die Aufhebung des Verbots der betäubungslosen Ferkel-Kastration im Bundestag abstimmen werden. Die Abgeordneten der CDU reagierten trotz nochmaliger Nachfrage gar nicht. Kein Wunder. Die Union ist die treibende Kraft bei der Aufhebung des Verbots. Und die SPD-Abgeordneten begründen wortreich, warum sie den tierschutzpolitischen Skandal mittragen.

Schreiben Sie den Hamburger Bundestagsabgeordneten, was Sie von der Aufhebung des Kastrationsverbots ohne Betäubung halten. Machen Sie deutlich, dass eine Partei, die Tiere aus wirtschaftlichen Gründen so schändlich verrät, für Sie nicht wählbar ist.

Und das sind die Mailadressen der Hamburger Abgeordneten der Koalitionsparteien. Und ein Musterschreiben haben wir auch entworfen – protestieren Sie aber auch gerne mit Ihren eigenen Worten. Bleiben Sie aber trotz Ihrer Empörung bitte höflich.


Rüdiger Kruse (CDU): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Christoph Ploß (CDU): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Marcus Weinberg (CDU): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Christoph de Vries (CDU): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Niels Annen (SPD): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Matthias Bartke (SPD): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Metin Hakverdi (SPD): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Johannes Kahrs (SPD): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Aydan Özoguz (SPD): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Mustermail an die Bundestagsabgeordneten:

Sehr geehrte/r Frau / Herr …,

mit Entsetzen und Empörung habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD sich auf einen Gesetzentwurf geeinigt hat und das Verbot der betäubungslosen Kastration von Ferkeln, das ab 1. Januar 2019 gelten sollte, wieder aufheben will. Mit dieser Entscheidung machen SPD und Union deutlich, dass der Tierschutz für sie keinerlei Bedeutung hat.

Die Fleischindustrie und die Schweinezüchter hatten mehr als fünf Jahre Zeit, sich auf die gesetzliche Veränderung einzustellen. Wenn nun die Industrie sagt, dass es keine praktikablen Alternativen gibt, dann ist das schlicht eine Lüge. Mit der Ebermast, der Immunokastration und der Betäubung mit Isofluran gibt es mittlerweile drei Alternativverfahren zur betäubungslosen Kastration. Es sind rein ökonomische Interessen der Tiernutzer und ihrer Lobbyisten, die sie bewogen haben, sich den Alternativen konsequent zu verweigern. Dass Sie mit Ihrer Politik diese tierverachtende Haltung unterstützen, zeugt von wenig Respekt gegenüber den Tieren und der Verfassung, in der das Staatsziel Tierschutz verankert ist.

Für die bemitleidenswerten Ferkel bedeutet die Entscheidung der Koalition, dass sie weitere zwei Jahre einer hoch schmerzhaften und traumatisierenden Tortur ausgesetzt werden. Machen Sie sich nicht mitschuldig und geben Sie im Bundestag den Ferkeln Ihre Stimme. Stimmen Sie gegen den tierfeindlichen Gesetzentwurf Ihrer Partei. Für mich als Tierschützer/Tierschützerin wäre ein Politiker oder eine Partei, der/die unsere Mitgeschöpfe so erbarmungslos wirtschaftlichen Interessen opfert und brutalem Leiden aussetzt, jedenfalls nicht (mehr) wählbar.

Mit freundlichen Grüßen