Grausame Tierquälerei auf Milchhof in Bayern

Unvorstellbares Leid im Milchbetrieb Endres in Bad Grönenbach. Foto: SOKO TierschutzUnvorstellbares Leid im Milchbetrieb Endres in Bad Grönenbach. Foto: SOKO TierschutzDer Hamburger Tierschutzverein verurteilt die barbarische Tierquälerei des Milcherzeugerbetriebs Endres in Bad Grönenbach im Allgäu ausdrücklich. Die Tierrechtsorganisation SOKO Tierschutz hat massive Missstände im Umgang mit den Kühen und bei deren Tötung aufgedeckt.

Kühe werden zum Sterben weggeräumt, vor der Schlachtung nicht richtig betäubt oder schmerzhaft durch die Gegend geschleift, wenn sie körperlich schon nicht mehr in der Lage sind zu laufen. Was sich im Milchbetrieb Endres in Bad Grönenbach im Allgäu – einem der größten Milcherzeuger in Bayern – ereignete, lässt sich nur als Folter bezeichnen. Die neuesten Enthüllungen der Tierrechtsorganisation SOKO Tierschutz zeichnen ein Bild des Grauens von dem bayrischen Familienbetrieb. Von 1.800 Tieren sollen viele grausam misshandelt worden sein. Endres beliefert den Camembert-Spezialist Käserei Champignon und beliefert auch die Molkerei Weihenstephan.

Videoaufnahmen von Ende Mai bis Ende Juni 2019 zeigen, wie Tiere vom Endres-Personal geschlagen und getreten werden. Kühe werden unter Einsatz von Traktoren und Hüftklammern gewaltsam durch den Stall geschleift. Kranke Tiere verenden unterversorgt im Stall und werden dann zum Schlachthof VION in Buchloe gebracht, von wo aus ihr Fleisch in den Handel gelangt. Eine Kuh wird nach zehn Tagen, die sie fast gänzlich ohne Futter und Wasser durchlitt, nicht richtig betäubt, bevor sie sterben muss. Über diese Zustände berichtet die Süddeutsche Zeitung, der SOKO Tierschutz die umfassenden Aufnahmen übergeben hat. Zudem wurden die Informationen an die ARD-Politikmagazine „Report Mainz“ und „Fakt“ weitergegeben.

Gewaltsam wird eine Kuh, die nicht mal mehr laufen kann, mit Hüftklammern hochgezogen. Foto: SOKO TierschutzGewaltsam wird eine Kuh, die nicht mal mehr laufen kann, mit Hüftklammern hochgezogen. Foto: SOKO TierschutzWie Abfall werden die Tiere zum Sterben abgelegt. Neben ihnen geht der "normale" Betrieb weiter. Foto: SOKO TierschutzWie Abfall werden die Tiere zum Sterben abgelegt. Neben ihnen geht der "normale" Betrieb weiter. Foto: SOKO TierschutzMisshandelt und unversorgt. Foto: SOKO TierschutzMisshandelt und unversorgt. Foto: SOKO Tierschutz

Das Veterinäramt hat versagt

Nach eigenen Angaben wusste das Veterinäramt nichts von den Foltermethoden, stellte in den vergangenen Jahren aber Verstöße fest und brachte zwei zur Anzeige, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Weiter schreibt die Zeitung über Routinekontrollen in deutschen Ställen: „Im Schnitt wird ein Stall nur alle 17 Jahre kontrolliert. (…) Bayern ist trauriges Schlusslicht der Statistik – hier kommt nur alle 48 Jahre ein Kontrolleur vorbei.“ Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Memmingen die Ermittlungen aufgenommen und auch die zuständigen Ministerien fordern eine schnelle Aufklärung. SOKO Tierschutz erstattet zudem Strafanzeige gegen den Schlachthof VION wegen des Verdachts auf illegale Krankschlachtungen, gegen den Betriebsleiter und zahlreiche Mitarbeiter von Endres und den betreuenden Tierarzt.

Unsere 1. Vorsitzende Sandra Gulla kommentiert die Vorfälle wie folgt: „Die Produktion von Milch basiert auf Tierquälerei, das ist systemimmanent. Wir müssen endlich damit aufhören, die Tiere grausam auszubeuten, damit der Mensch als einziges Säugetier auch noch im Erwachsenenalter Muttermilch trinken kann und dann auch noch von einer anderen Art.“ Sie ergänzt: „Ich danke Friedrich Mülln und seinem Team von ganzem Herzen für die wichtige und so schwere investigative Arbeit, die so unerlässlich für den Tierschutz ist.“

Kühe werden nicht nur als dauerschwangere Gebärmaschinen für ihre abnormal hochgezüchtete Milchleistung missbraucht, jede vierte Kuh fristet ihr kurzes Leben in Anbindehaltung. Dabei sind die Alternativen zu Milch vielzählig und schonen auch unsere Umwelt. Auch im SpatzenCafé in unserem Tierheim können Sie sich von der leckeren Vielfalt der rein veganen Speisen und Getränke überzeugen. Denn gegen das Grausame hinter der Milch kann jede Verbraucherin und jeder Verbraucher etwas tun: Sie bestimmen selbst, wofür Sie Ihr Geld ausgeben und welche Industrie davon profitiert.