Durch die Hölle gegangen – Undercover im LPT

Auch unsere nächsten Verwandten müssen größtes Leid bis zum Wahnsinn ertragen. Foto-Quelle: shzWieder einmal mehr zeigt sich, wie wichtig heimlich aufgenommene Fotos und Videoaufnahmen von ausgebeuteten und gequälten Tieren sind. Denn nur zu leicht lassen sich schriftliche und mündliche Informationen verdrängen, aber die Bilder vergisst man nicht. Und die Bilder verbreiten die Medien.

Was für Übelkeiten muss er während seiner Undercover-Recherchen durchlitten haben? Wie viel Wut, Schmerz und Entsetzen müssen hochgekommen sein? Die SOKO Tierschutz hat einen Mann ins LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) eingeschleust, in die Einrichtung in Mienenbüttel, in der auch viele Affen, Hunde und Katzen brutalste und unsinnigste Folterversuche durchleiden müssen. Er hat Foto- und Filmaufnahmen von den brutalen Tiermissbräuchen unentdeckt anfertigen können. Ihm ist es also zu verdanken, dass ein Aufschrei durch die Medien und die Gesellschaft geht. Ein Schrei der Fassungslosigkeit und Empörung. Denn es war zwar allen einigermaßen reflektiert denkenden und empathisch fühlenden Menschen klar, dass Tierversuche grausam und noch dazu unwissenschaftlich sind. Doch was einen überfordert und was einem Angst macht, ignoriert man nur allzu gern. Ein Selbstschutzmechanismus – von dem die gefolterten Tiere jedoch nichts haben. Daher brauchen die Medien Bilder; der Tierschutz braucht Bilder. Sie lassen sich nicht so leicht ignorieren und auch nicht so schnell vergessen. Sie tun weh, aber sie sind nötig. Sie ermahnen nicht nur uns Konsumierende, auf tierversuchsfreie Produkte nach Möglichkeit zu achten. Sie zwingen auch die Politik zum Handeln. Sie setzen die Veterinärämter unter Druck. Sie bewegen etwas.

Bewegen tun auch die Worte des Tierschützers, der bei LPT für uns alle durch die Hölle ging. In einem Interview mit der Schleswig-Holsteinischen Zeitung lässt er uns an verdrängten Abgründen teilhaben: „Schlimm wird es immer dann, wenn Studien anstehen. Wenn die Beagles mit Chemikalien überdosiert werden und nach 60-facher Überdosierung aus dem Po bluten, weil die Substanz ihre Organe angreift.“ Und weiter wird er zitiert: „Da wird dann schon mal eine Wirbelsäule gebrochen, wenn die Katze zu sehr um sich schlägt und gerade ein Grobi dran ist." Auch gegenüber den Affen finden schlimmste Misshandlungen statt: „… wie die Affen für die Versuche an ihrem Halsring mit einem Metallstab aus dem Käfig mit beweglichen Wänden geangelt werden, sie schreien und wehren sich heftig.“ Ein sogenannter Pfleger schlägt einen Affen mutwillig gegen einen Türrahmen.

Mit der Großdemo am Samstag, den 19. Oktober, von 14 bis 17 Uhr am Neugrabener Markt und der anschließenden Mahnwache von 19 bis 21 Uhr in Mienenbüttel wollen wir nun viel bewegen: viele Menschen und natürlich auch Fortschritte. Quasi die gesamte Welt schaut gerade nach Hamburg und auf uns. Medien in Russland, Kolumbien, Israel, den USA usw. berichten über das unvorstellbare Grauen, dass vor den Toren Hamburgs stattfindet. Enttäuschen wir die Welt nicht! Geben wir Hamburg ein Bild des Mitgefühls, dass der LPT-Hölle gegenübergestellt werden kann. Tun wir das Mindeste für die geschundenen Mitgeschöpfe und gehen wir auf die Straße! Auch viele weitere Vereine schließen sich dem Demoaufruf der SOKO Tierschutz und von uns an. So wissen wir, dass der Verein Ärzte gegen Tierversuche, der Tiertafel-Hamburg e.V., der Bremer Tierschutzverein, der Tierschutzverein Hannover und Umgebung sowie der Tierschutzverein Buchholz i.d.N. und Umgebung ihre Teilnahme zugesagt.

Es gibt keine zwei Meinungen, keine fehlenden Antworten: Das LPT muss geschlossen werden!