Internationaler Tag gegen Tiertransporte

Kommentar unseres Dachverbands Die Tiertransportstrecken werden immer weiter. Foto: Jo-Anne McArthur/Deutscher Tierschutzbund e.V.Die Tiertransportstrecken werden immer weiter. Foto: Jo-Anne McArthur/Deutscher Tierschutzbund e.V.

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Tiertransporte am 1. Juli kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes:

„Wir sind es leid, seit Jahrzehnten jedes Jahr an den Internationalen Tag gegen Tiertransporte und das unsägliche Elend für die Tiere erinnern zu müssen. Die Zahl der transportierten Tiere steigt und die Strecken werden immer weiter. Diese Zustände will auch die Bevölkerung nicht mehr hinnehmen; Politiker geraten zunehmend unter Druck, wenn sie Transporte rechtfertigen müssen. Einige Bundesländer und Amtstierärzte werden durch diesen Wandel ermutigt, Transporte zumindest in bestimmte Drittstaaten nicht mehr abzufertigen. Anders als Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner wissen sie, dass die Vorgaben nicht eingehalten werden können; dass es etwa auf der Ostroute nach Zentralasien an Versorgungstationen fehlt. Es wird Zeit, dass ein solches Vorgehen, das Ende dieser Langstreckentransporte, endlich lückenlos für ganz Deutschland beschlossen wird.

Die zuständige Bundesministerin dagegen verweist trotz der bekannten Missstände weiter gebetsmühlenartig auf die EU-Transportverordnung und darauf, dass dort alles geregelt sei. Und das, obwohl sogar die EU-Kommission inzwischen in der Farm-to-Fork-Strategie zugibt, dass die Verordnung dringender Nachbesserung bedarf.

Zwar ist es richtig, dass die Bundesländer für die Einhaltung der EU-Transportverordnung zuständig sind, jedoch macht Klöckner es sich sehr einfach, indem sie alle Verantwortung von sich schiebt. Sie überlässt es engagierten Amtstierärztinnen und NGOs, sich ein Bild von Versorgungsstationen und Grenzübergängen zu verschaffen – und festzustellen, dass angebliche Versorgungsställe erfunden wurden und Wartezeiten an den Grenzen Stunden betragen. Als zuständige Bundesministerin könnte sie in Deutschland für einheitliche und rechtssichere Regelungen in allen Bundesländern sorgen, etwa was Tiertransporte nach Zentralasien oder Nordafrika betrifft. Sie bleibt jedoch untätig, das lasten wir ihr an. Ihren Ankündigungen, die Transportrouten durch Angaben in einer Datenbank zu verbessern, lässt sie bis jetzt keine Taten folgen.  Dabei ist es Aufgabe der Bundesministerin, Verantwortung zu übernehmen und Ergebnisse zu liefern.

Tiertransporte müssen auf maximal acht Stunden begrenzt werden. Tierquälerische Transporte in Länder außerhalb Europas müssen endlich beendet werden. Frau Klöckner darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen.“

Stundenlang fahren die Tiere, eng eingepfercht, ihrem sicheren Tod entgegen. Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V.Stundenlang fahren die Tiere, eng eingepfercht, ihrem sicheren Tod entgegen. Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V.Nicht nur Schweine und Kühe müssen unter diesen unwürdigen Transporten leiden. Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V.Nicht nur Schweine und Kühe müssen unter diesen unwürdigen Transporten leiden. Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V.