Tag des Schweins: Wird das Leid langsam weniger?

Leben auf Beton und in den eigenen Exkrementen. Foto: PETALeben auf Beton und in den eigenen Exkrementen. Foto: PETASchweine gehören zu den frühesten Haustieren beziehungsweise sogenannten Nutztieren. Schon vor mehr als 9.000 Jahren domestizierte der Mensch das Wildschwein. Seitdem werden Hausschweine vor allem als Fleischlieferanten benutzt. Schweinefleisch ist immer noch die beliebteste Fleischsorte in Europa - und Deutschland mit einem Bestand von 47,7 Millionen Schweinen der größte Schweinefleischproduzent dieses Kontinents. (Quelle: BMEL) Über diesen Pokal freuen wir uns natürlich nicht, denn für unsere grunzenden Freunde bedeutet diese Tatsache nur eins: Leid und Tod. Am Ehrentag der rosa Paarhufer möchten wir zu mehr Mitgefühl aufrufen: Denn Tierliebe fängt beim Essen an!

Einblick ins Tierheim: So happy sind unsere „Minis“

Unseren Minis geht es bei uns zwar sehr gut, sie möchten aber dennoch in ein artgerechtes Für-Immer-Zuhause umziehen und sind bereit für die Vermittlung.Unseren Minis geht es bei uns zwar sehr gut, sie möchten aber dennoch in ein artgerechtes Für-Immer-Zuhause umziehen und sind bereit für die Vermittlung.Für unsere lustige Schweinetruppe, die „Minis“, die im letzten Mai als behördliche Sicherstellung aus einem Kleingartenverein zu uns kamen, versuchen wir, ihr Leben so artgerecht wie möglich zu gestalten. Sie leben bis zu ihrer Vermittlung bei uns in einem großen, mit Stroh ausgeschmückten Stall und haben einen großzügigen Auslauf, in dem sie sich im Schlamm wälzen und spielen können. Letzte Woche gab es eine ganz besondere Überraschung - unerwartet wurde unseren Schweinen ein Wunsch unserer Amazon-Wunschliste erfüllt: ein Spielball. Den durften sie direkt einweihen und hatten großen Spaß dabei, gemeinsam das Stroh und die Möhren aus dem Ball zu rupfen. Wir freuen uns bei diesem vergnüglichen Anblick mindestens genauso sehr, wie unsere Minis über die Großzügigkeit des Spenders bzw. der Spenderin.

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Das wollen Schweine wirklich

Glückliche Schweine leben in Gruppen und können ihrem Bedürfnis nach Sauberkeit nachkommen.Glückliche Schweine leben in Gruppen und können ihrem Bedürfnis nach Sauberkeit nachkommen.In der freien Wildbahn leben Schweine als gesellige Tiere in größeren Gruppen zusammen. Sie haben die angeborene Fähigkeit und das Bedürfnis, sich selbst und ihren Liegeplatz sauber zu halten und unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht wirklich von unseren geliebten Haustieren wie Hund oder Katze. Auch das Vorurteil, dass Schweine verfressen sind, stimmt nicht. Schweine verbringen zwar 70 Prozent ihrer Aktivität mit der Futtersuche, reine Fresszeit sind hingegen nur zehn Minuten pro Tag. Unter natürlichen Bedingungen verbringen die neugierigen Schweine nämlich viel Zeit damit, ihre Umgebung zu erkunden. Und da sie nicht schwitzen können, nehmen sie an heißen Tagen gerne ein Bad im Schlamm, um sich abzukühlen. Außerdem hören sie gerne Musik oder spielen mit Bällen.

Die Situation in der Intensivtierhaltung

Ein Schwein kann 20 Jahre alt werden. Davon können die Opfer der Massentierhaltung nur träumen, denn sie werden oft schon im Kindesalter getötet. Quelle: Vier PfotenEin Schwein kann 20 Jahre alt werden. Davon können die Opfer der Massentierhaltung nur träumen, denn sie werden oft schon im Kindesalter getötet. Quelle: Vier Pfoten

All diese Bedürfnisse werden den Schweinen in der Intensivtierhaltung nicht erfüllt – sie vegetieren vor sich hin und führen ein Leben voller körperlicher und psychischen Schmerzen bis sie ebenso schmerzhaft getötet werden.
Wildschweine werden in menschlicher Obhut bis zu 20 Jahre alt. Hat ein Hausschwein, dessen natürliche Lebenserwartung zwischen sieben und zehn Jahren liegt, die bestmöglichen Lebensverhältnisse wie artgerechtes Futter, den richtigen Auslauf und wird es zudem auch tierärztlich versorgt, so kann es durchaus 12 bis 15 Jahre alt, in einzelnen Fällen auch noch älter werden. In der Intensivtierhaltung sieht das jedoch ganz anders aus: Die Sauen leben im Schnitt nicht länger als drei Jahre, Eber nur zwei. Das schlechteste Los haben die Mastschweine gezogen: Sie werden nach sechs bis sieben Monaten getötet und sterben demnach noch im Kindesalter.

Bis dahin führen sie ein würde- und vor allem freudloses Leben, das man eigentlich nicht einmal mehr als solches bezeichnen kann: Sie leiden tagein, tagaus in harten, betonierten Hallen oder dunklen, alten Ställen auf Spaltenböden, in Käfigen und nicht selten in ihrem eigenen Kot unbeachtet vor sich hin. Sie werden mit extrem vielen Tieren gemeinsam eingepfercht, haben manchmal nicht einmal mehr Platz zum Stehen, weisen Druck- und Quetschverletzungen auf und werden mit Antibiotika vollgepumpt, um die Krankheiten zu überleben, die sich in den riesigen Anlagen rasend schnell ausbreiten. Auch die tierschutzwidrige, mittlerweile verbotene Kastenstandhaltung, bei der Muttertiere zwischen Gitter eingeklemmt werden, ist durch eine Übergangsfrist bis Februar 2029 ein noch weitverbreiteter grauenvoller Zustand. Der letzte Akt im Leidensszenario ist der kräftezehrende Transport und die Schlachtung, die die Tiere kurz vor ihrem Ableben noch in eine enorme Stresssituation versetzt - vor allem dann, wenn die Betäubung vorher versagte oder sie vor der Schlachtung und bei Bewusstsein in ein Heißwasserbad getunkt werden, damit sie ihre Borsten verlieren. 

(Quellen: Peta, Vier Pfoten)

Erfreuliche Entwicklungen: Rückläufiger Trend für Schweinefleisch hierzulande

Trotz all dem gibt es erfreuliche Veränderungen, die auch uns solidarisch vor Freude grunzen und quieken lassen. Hier ein Überblick:

Ausblick für die Zukunft: Ernähren sich bald alle vegan?

Diese positiven Entwicklungen und der rückläufige Fleischkonsum, insbesondere der des Schweinefleisches, zeigen: Die Menschen entwickeln immer mehr ein Bewusstsein für eine tierleidfreie Ernährung. Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch oder sogar vegan. Diese Entwicklung stimmt uns sehr froh, denn unser Motto ist: Tierliebe fängt beim Essen an. Daher rufen wir auf: Bitte bedenken Sie all dies beim nächsten Einkauf und finanzieren Sie das apokalyptische Tierleid nicht mit. Die Tiere - egal ob Schwein, Rind oder Pute - werden es Ihnen danken!