Deutscher Tierschutzbund verleiht „TiBu“ in Potsdam

 Preisträger Manfred Karremann (rechts) nimmt die Gratulation von Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, entgegen. Foto: Deutscher Tierschutzbund e. V.11. September 2017

Der Deutsche Tierschutzbund hat am vergangenen Freitag drei Preisträger mit dem „TiBu“ ausgezeichnet. Der Preis ehrt Menschen, die mit ihrem Wirken den Wertewandel in unserer Gesellschaft – zu einem Mehr an Tierschutz – voranbringen. Die Preisträger sind Sängerin Stefanie Hertel, Autor und Journalist Manfred Karremann sowie der Leiter der ZDF-Redaktion Kirche und Leben ev., Dr. Reinold Hartmann, der für die Themen der Reihe „37 Grad“ verantwortlich ist. Für den Hamburger Tierschutzverein nahm Sandra Gulla, 1. Vorsitzende, an der Veranstaltung in Potsdam teil.

Die drei „TiBu“-Preisträger kommen 2017 aus den Kategorien „Prominent“, „Investigative Recherche“ und „Dokumentation“. Die Verleihung fand am Vorabend der Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes statt.

Kategorie Prominent: Stefanie Hertel
Bei öffentlichen Auftritten ebenso wie im Stillen nutzt Stefanie Hertel jede Gelegenheit, um Menschen für den Tierschutz zu sensibilisieren. Sie wirbt dafür, auf Tiere zu achten, die Tiere zu achten – sei es bei der Ernährung oder durch den Verzicht auf Echtpelz. In ihrer Funktion als Botschafterin des Deutschen Tierschutzbundes besucht die Sängerin seit Jahren regelmäßig Tierheime und steht für Benefiz-Veranstaltungen zur Verfügung.
 
Kategorie Investigative Recherche: Manfred Karremann
Mit seinen kritischen Filmen, von denen viele beim ZDF in der Reihe „37 Grad“ ausgestrahlt wurden, hat Manfred Karremann seit 1988 den Tierschutz in die Öffentlichkeit gebracht und eine nicht mehr anzuhaltende Debatte über Tierschutz und Tierrechte mit angestoßen. 1996 und erneut 2005 dokumentierte er, begleitet vom damaligen Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, die unzumutbaren Zustände bei der Verladung von Rindern und deren Transport in den Libanon. „Was tun wir Tieren jeden Tag an, wenn wir uns das noch nicht einmal zehn Minuten im Fernsehen ansehen können?", sagt Karremann, dessen Bilder der Rindertransporte einen Sturm der Entrüstung auslösten und letztlich dazu führten, dass die Subventionen für den Export von Schlachtrindern in Länder außerhalb der EU eingestellt wurden. In weiteren gemeinsamen Projekten mit dem Deutschen Tierschutzbund dokumentierte Karremann u.a. den Weg der Affen vom Dschungel auf Mauritius in deutsche Tierversuchslabore oder den Transport von Schlachtpferden von Litauen bis nach Sardinien. Bis heute nehmen die Tierschutz-Themen eine wichtige Stellung in seiner Arbeit als Autor und investigativer Journalist ein.

Sandra Gulla freut sich sehr über die Ehrung Karremanns: „Sein erster Bericht über die Langstreckentransporte von Rindern 1996 hat aus mir eine aktive Tierschützerin gemacht. Bis dahin dachte ich, es reiche, Tiere selbst nicht schlecht zu behandeln. Nach dem Bericht wusste ich: Man muss für die Rechte der Tiere kämpfen.“

Kategorie Dokumentation: Dr. Reinold Hartmann
Als Leiter der Redaktion Kirche und Leben ev. beim ZDF ist Dr. Reinold Hartmann auch für das Format „37 Grad“ zuständig. Unter anderem ihm ist es zu verdanken, dass in der seit 1994 ausgestrahlten Reihe auch immer wieder Tierschutzthemen ihren Platz finden. „Bei vielen unserer Dokumentationen geht es darum, die Mechanik der Massenproduktion von Fleisch und Tierprodukten zu verstehen“, sagt Hartmann. „Und gleichzeitig begegnet der Zuschauer Tieren wirklich: Lebewesen, die soziale und seelische Bedürfnisse haben. Mitunter sind dabei verstörende Bilder entstanden. Aber - das ist die gute Nachricht – sehr viele Zuschauer muten sich diese Begegnung zu. In einer Zeit, in der die Massenproduktion nicht ab-, sondern zunimmt, ist es die Aufgabe des Massenmediums Fernsehen die wichtige Frage zu stellen: Nach welchen Werten wollen wir leben?“ Reportagen der Reihe „37 Grad“ stellen diese Frage und erreichen damit eine breite Bevölkerungsgruppe.

Die TiBu-Preisträger mit der Jury des Deutschen Tierschutzbundes (von links): Moderator Attila Weidemann, Renate Seidel und Dr. Brigitte Rusche (beide Vizepräsidentinnen Deutscher Tierschutzbund), Thomas Schröder (Präsident Deutscher Tierschutzbund), die Preisträger Dr. Reinold Hartmann, Stefanie Hertel und Manfred Karremann, Jürgen Plinz (Schatzmeister Deutscher Tierschutzbund). Foto: Deutscher Tierschutzbund e. V.