Tierschutzberatung informiert Nachwuchs-Beamte über HTV-Arbeit

Sina Hanke begrüßte die Auszubildenden im Grünen Saal.Sina Hanke begrüßte die Auszubildenden im Grünen Saal.Unsere Tierschutzberaterin Sina Hanke sprach mit angehenden Beamtinnen und Beamten über unsere wichtige Arbeit als Anwälte der Tiere. Dabei schilderte sie auch aktuelle Fälle und verriet, wie die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniert.

Sina Hanke begrüßte die Studierenden und ihren Professor Thomas Cirsovius des Studiengangs Public Management an der HAW in unserem Grünen Saal. Die angehenden Beamtinnen und Beamten wollten sich ein Bild von der Zusammenarbeit des Hamburger Tierschutzvereins mit den Bezirks- bzw. Veterinärämtern machen. Unsere Tierschutzberatung arbeitet Hamburg weit mit sieben Veterinärämtern und knapp 30 Amtstierärzten zusammen. 2018 wurden bei uns 632 tierschutzrelevante Fälle gemeldet, die über eine telefonische Beratung hinausgingen. In 22 Fällen wurde strafrechtlich ermittelt – davon in 16 Fällen nach Anzeige des HTV. In sechs weiteren Fällen wurde zudem eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gestellt. Die Zahl der geahndeten Fälle ist vergleichsweise gering. Das liegt auch daran, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen die Ahndung von Tierschutzverstößen häufig erschweren – umso erfreulicher ist jeder Erfolg unserer Tierschutzberatung zum Wohle der Tiere.

Langer Atem bei Ermittlungen gegen Tierschutzverstöße

Während des Vortrags stellte unsere Tierschutzberaterin Sina Hanke einige brisante Tierschutzfälle vor: Dazu gehören die 240 sichergestellte Wachteln, die auf das Wirken der Tierschutzberatung hin aus katastrophaler Haltung in Harburg gerettet wurden – mit weiteren Einsätzen zusammen wurden insgesamt 500 Tiere befreit – oder der die Sicherstellung und der Umzug von unserem Affenmann Willem. Aber auch zahlreiche Fälle von Welpenhandel beschäftigen unsere Kolleginnen aus der Tierschutzberatung leider immer wieder, da diese Form der Tierausbeutung leider floriert und rechtliches Vorgehen gegen die uns zum Teil sehr gut bekannten Händler schwierig ist. Unsere Tierschutzberaterinnen beweisen – wenn nötig – über Jahre einen langen Atem, um die Geschäfte mit den Tierkindern aufzudecken, nachzuweisen und die gehandelten Mitgeschöpfe zu befreien. Alle Erkenntnisse und Hinweise werden stets umgehend an die zuständige Behörde weitergegeben. Neben Ermittlungen von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz betreut die Tierschutzberatung Sicherstellungen und tierschutzrelevante Fundtiere sowie die Vor- und Nachüberprüfung im Rahmen der Vermittlung von Tieren aus dem HTV.

Unsere Tierschutzberaterin berichtete über die vielfältige Tierschutzarbeit des HTV.Unsere Tierschutzberaterin berichtete über die vielfältige Tierschutzarbeit des HTV.Gespannt verfolgten die Gäste den Vortrag von Sina Hanke.Gespannt verfolgten die Gäste den Vortrag von Sina Hanke.Als Anwalt der Tiere ermittelt die Tierschutzberatung bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.Als Anwalt der Tiere ermittelt die Tierschutzberatung bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.

Konkretere Gesetze für erfolgreichen Tierschutz

Im Laufe des Vortrags hatten die Studierenden viele Fragen, unter anderem dazu, wie unser Auslandstierschutz funktioniert, aber auch zur Aufnahme und Versorgung unserer Exoten und zu unseren Ehrenämtern. Die Studierende Anne Winkler fragte während der Diskussionsrunde viel nach und war begeistert: „Ich finde die Leistungen des HTV bewundernswert – auch in Bezug auf die Mitarbeiter. Das ist nicht selbstverständlich im Tierschutz, wo oft die Gelder fehlen. Ich würde mich in meinem Beruf sehr gerne auch für Tiere einsetzen.“ Danielo Bleyl, ebenfalls Mitglied der Studiengruppe, bemerkte: „Ich fand besonders interessant, wie die Tierschutzberatung mit den Behörden zusammenarbeitet und welche umfassenden Aufgaben sie dabei übernimmt.“

Zur behördlichen Zusammenarbeit hatte Sina Hanke noch einige Anregungen, wie sich das Zusammenwirken mit den Veterinärämtern weiter verbessern ließe. So könnte durch öffentliche Stellen mehr Aufklärungsarbeit über Melde- und Beschwerdemöglichkeiten bei Tierschutzverstößen geleistet werden. Um Veterinärämter und Staatsanwaltschaften dauerhaft zu entlasten, ist für sie eine zusätzliche staatliche Tierschutzstelle denkbar sowie die haushaltspolitische Gewichtung zu Gunsten des Tierschutzes sinnvoll. Eine Konkretisierung des § 17 TierSchG hält unsere Tierschutzberaterin ebenfalls für eine wichtige Maßnahme, um eindeutige Tierschutzverstöße, bei denen das Gesetz bislang nicht greift, ahnden zu können. Nach dem angeregten Wissensaustausch in der Runde resümiert Prof. Thomas Cirsovius: „Der Besuch im Hamburger Tierschutzverein ist eine gute Vorbereitung auf unser Seminar Tierschutzrecht. Über Treffen wie diese können die Studierenden persönliche Kontakte knüpfen und erhalten einen ganzheitlichen Eindruck von erfolgreicher Tierschutzarbeit.“

Der Studierende Danielo Bleyl interessierte sich sehr für unseren Auslandstierschutz.Der Studierende Danielo Bleyl interessierte sich sehr für unseren Auslandstierschutz.Die Studierende Anne Winkler stellte Fragen zum Vorgehen der Tierschutzberatung bei Verdachtsfällen.Die Studierende Anne Winkler stellte Fragen zum Vorgehen der Tierschutzberatung bei Verdachtsfällen.Prof. Thomas Cirsovius und Sina Hanke im Gespräch über unsere Zusammenarbeit mit den Hamburger Behörden.Prof. Thomas Cirsovius und Sina Hanke im Gespräch über unsere Zusammenarbeit mit den Hamburger Behörden.

Wir bedanken uns herzlich für das rege Interesse an unserer Tierschutzarbeit und freuen uns auf den nächsten Besuch!

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