Fahndungsaufruf: Wer hat kranken Kater Omar im Papiercontainer entsorgt?

Omar wurde schwerkrank und völlig verwahrlost im Müll gefunden. Sein Zustand war so schlecht, dass er von seinen Leiden erlöst werden musste.Omar wurde schwerkrank und völlig verwahrlost im Müll gefunden. Sein Zustand war so schlecht, dass er von seinen Leiden erlöst werden musste.Pressemitteilung vom 02. Juni 2022 

Am 08. März 2022 wurde ein Perserkater verletzt und in sehr schlechtem Zustand in einem privaten Papiercontainer in der Bremer Straße in Hamburg-Eißendorf gefunden. Es handelt sich um einen ehemaligen Schützling aus dem Tierheim Süderstraße des Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV), der vor zehn Jahren vermittelt wurde. Die HTV-Tierschutzberatung hat erfolglos alles versucht, die registrierten Halter/-innen zu erreichen. Daher hat der HTV Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung, die der Polizei bei ihren Ermittlungen helfen: Wer kennt diesen Kater bzw. seine letzten Halter/-innen oder hat am Fund-/Tatort etwas Verdächtiges beobachtet? Der HTV setzt für Hinweise, die zu den für die Aussetzung verantwortlichen Personen führen, eine Belohnung von 500 Euro aus.

Ein grau-weißer Perserkater wurde am 08. März 2022 um 16:50 Uhr in der Bremer Straße 126, 21077 Hamburg-Eißendorf, in einem privaten Papiercontainer gefunden. Der etwa 13 Jahre alte Kater war apathisch und miaute nicht einmal mehr, als er im Müll entdeckt wurde. Er war in einem völlig verwahrlosten Zustand: verletzt, auf 1,6 Kilogramm abgemagert, dehydriert und sein Fell verfilzt, außerdem waren seine Ohren stark verschmutzt. Er wurde von einer HTV-Tierrettungsfahrerin umgehend in eine Tierklinik gebracht und kam nach Stabilisierung seines Zustands ins Tierheim Süderstraße des HTV.

Dort stellte sich heraus, dass es sich um den ehemaligen Fundkater „Omar“ handelt, der im April 2012 ins Tierheim Süderstraße kam und im Juli 2012 vermittelt wurde. Zudem wurde festgestellt, dass der Kater unter einer ausgeprägten chronischen Niereninsuffizienz litt. Aufgrund seines insgesamt schlechten Zustandes musste Omar am 11. März 2022 erlöst werden. Der Sektionsbefund ergab, dass das verstoßene Tier aufgrund eines Tumors an einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) litt. Dadurch waren einige innere Organe, vor allem die Niere, schwer geschädigt. Das bedeutete ein langes Leiden für den Kater: Er konnte vermutlich kaum noch fressen, da ihm ständig übel war. Zudem lief sein Stoffwechsel auf Hochtouren und das Herz wurde stark angetrieben, was zu ständigem heftigen Herzschlag und damit verbundenem ständigen Unwohlsein geführt hat.

„Der Kater tut mir wirklich leid. Offensichtlich ist Omar über Jahre tiermedizinisch nicht versorgt worden. Wir können nur immer wieder an alle Tierhalterinnen und Tierhalter appellieren, mit ihrem Tier rechtzeitig zum Tierarzt zu gehen. Es ist mehr als grausam, ein chronisch krankes, altes Tier einfach im Müll zu entsorgen“, sagt Dr. Urte Inkmann, tierärztliche Leitung des HTV. 

Wer kann Hinweise geben? 

Da die HTV-Tierschutzberatung alle Mittel ausgeschöpft hat, um die Halter/-innen zu erreichen bzw. die für Omars schlechten Zustand Verantwortlichen zu ermitteln, bittet der HTV nun dringend um Hinweise, die der Polizei weiterhelfen können: Wer hat am 08. März 2022 in der Bremer Straße 126 in 21077 Hamburg-Eißendorf auffällige Personen oder Handlungen beobachtet? Wer kennt den Kater – oder wer weiß, dass ein entsprechender Kater nicht mehr in seinem Zuhause ist? Bitte wenden Sie sich umgehend an die HTV-Tierschutzberatung: montags und mittwochs von 10 bis 14 Uhr telefonisch unter der 040 211106-25 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. 

Das Aussetzen eines Tieres stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann gemäß § 18 Abs. 1 Nr. 4 TierSchG mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Im Einzelfall, wenn der Tod oder schwere Verletzungen des Tieres durch die Umstände der Aussetzung billigend in Kauf genommen werden oder das Tier durch die Aussetzung und deren Folgen sogar zu Tode kommt, handelt es sich um eine Straftat gem. § 17 TierSchG. Diese kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.