Erfolg für unsere Tierschutzberatung: Lisas Halter dank Hinweisen aus der Bevölkerung ermittelt

Lisas Gesundheitszustand war so schlecht, dass die freundliche Hündin eingeschläfert werden musste.Lisas Gesundheitszustand war so schlecht, dass die freundliche Hündin eingeschläfert werden musste.16. Dezember 2017

Ein Sieg für die Gerechtigkeit: Im Fall der Hündin Lisa, die angeblich am 18. Oktober verletzt in einem Gebüsch an der Tatenberger Schleuse gefunden worden war, konnte unsere Tierschutzberatung positive Ermittlungsergebnisse erzielen.

Der HTV hatte bereits über das traurige Ereignis berichtet, Anzeige gegen Unbekannt erstattet und eine Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zur Überführung des Täters führen. Lisa war von einem Finder in unser Tierheim gebracht worden. Neben einer hochgradigen knöchernen Veränderung (Spondylose) an ihrer gesamten Wirbelsäule, die ihr starke Schmerzen verursachte, sowie einem ausgekugelten Hüftgelenk zeigte eine Blutuntersuchung, dass sie kurz davor stand an Organversagen zu sterben. Lisa war nicht mehr zu helfen – unsere Tierärzte mussten die arme Hündin nach einem vermutlich langen Martyrium bei ihren vorherigen Haltern einschläfern.

Über Lisas implantierten Microchip konnte eine Halterin ausfindig gemacht werden, die jedoch angab, die Hündin bereits vor acht Jahren an Unbekannt weitergegeben zu haben. In einer Pressemitteilung, die im Hamburger Abendblatt, in der Hamburger Morgenpost und in der Welt veröffentlicht und durch über 2.500-maliges Teilen in den sozialen Netzwerken breit gestreut wurde, riefen wir die Bevölkerung dazu auf, sich mit möglichen Hinweisen zu Lisas Haltern an unsere Tierschutzberatung zu wenden. Trotz der vorbildlichen Unterstützung von Presse und Facebook-Nutzern erhielten wir leider zunächst keine weiterführenden Hinweise.    

Unsere Tierschutzberater Sina Hanke und Benjamin Kirmizi wollten unbedingt Gerechtigkeit für Lisa und ermittelten hartnäckig weiter. Sie kontaktierten die ehemalige Halterin, auf die Lisas Chip registriert war. Nach wiederholtem Nachfragen erinnerte sie sich dann doch an hilfreiche Details: Sie hatte Lisa 2009 an ein junges Pärchen mit einem kleinen Kind abgegeben. Die Familie habe in den Hochhäusern an der Ecke Waldstraße/Friedrichsgaber Weg in Norderstedt gewohnt. Auf Basis dieser Information baten wir die lokale Presse um einen erneuten Aufruf, um aus der Bevölkerung jetzt möglicherweise den entscheidenden Hinweis zu erhalten – der Aufruf erschien diesmal in der Ausgabe Norderstedt des Hamburger Abendblatts.

Vor einigen Tagen ging nun ein wichtiger Hinweis ein und so konnte ermittelt werden: Der Finder, der Lisa bei uns im Tierheim abgab, ist der Lebensgefährte von Lisas Halterin. Die Geschichte, dass Lisa im Gebüsch gefunden wurde, hatte sich der Mann ausgedacht. Die Strafanzeige des HTV bei der Polizei läuft jetzt nicht länger gegen Unbekannt, sondern gegen eben dieses Paar. Die Anzeige läuft wegen Tierquälerei nach § 17 des Tierschutzgesetzes, da der Halter die Hündin nicht rechtzeitig und ausreichend tierärztlich versorgen ließ. Vielmehr hat er die Hündin in dem dramatischen Zustand unter Vorspiegelung falscher Tatsachen als Fundtier im HTV abgegeben. Zusätzlich haben wir die zuständigen Behörden gebeten, neben dem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz auch zu prüfen, ob Betrug nach § 263 Strafgesetzbuch vorliegt. Dem Paar droht möglicherweise eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.Der Fall Lisa ist ein erschütterndes Beispiel dafür, was passiert, wenn sich niemand für ein Tier verantwortlich fühlt und es – ohne kritische Prüfung – an neue Halter weitergereicht wird. „Schuld an dem unfassbar traurigen Ergebnis, dass diese liebe Hündin lange leiden und zum Sterben unter Lügen abgeschoben wurde, tragen nicht nur Lisas letzte Halter, sondern auch alle, die vorher keine Verantwortung für Lisa übernahmen“, befindet Sandra Gulla, 1. Vorsitzende des HTV.

Niemand fühlte sich wirklich für Lisa verantwortlich, so musste sie großes Leid erfahren.Niemand fühlte sich wirklich für Lisa verantwortlich, so musste sie großes Leid erfahren.Grundsätzlich rät der HTV, sich vor der Anschaffung eines Haustieres zu überlegen, ob man die Verantwortung auch für die Lebenszeit des Tieres übernehmen, es pflegen und versorgen kann. Dabei müssen neben den Kosten für Zubehör, Futter und Tierarzt auch genügend Platz für eine artgemäße Haltung sowie Zeit für die Beschäftigung eingeplant werden. Wer sich ein Tier anschafft, übernimmt damit die Verantwortung für dessen Wohl auf Lebenszeit – und sei es, indem kritisch geprüft wird, ob ein nachfolgender Halter wirklich der Aufgabe gewachsen ist, das Tier artgemäß zu versorgen. Für Lisa ist es zu spät – sie fiel dem mangelnden Verantwortungsbewusstsein ihrer Halter zum Opfer. Aber es gibt leider noch viele weitere Tiere, die auch unter Vernachlässigung leiden und die noch eine echte Chance haben, gerettet zu werden.
 

 


Schauen Sie nicht weg, wenn Sie Tierleid sehen oder vermuten. Beobachten Sie genau, notieren Sie Ihre Beobachtungen, wenn es möglich ist, sprechen Sie die Halter der Tiere an, um die Situation bewerten zu können. Zögern Sie nicht unsere Tierschutzberater zu informieren, wenn Sie Unterstützung benötigen.

HTV-Tierschutzberatung
Ansprechpartner bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz
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Telefon: 040/211106-25
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