Fahndungsaufruf: Eine Woche alte Hundewelpen ausgesetzt

Diese drei sehr jungen Welpen wurden am Stephansplatz ausgesetzt.14. Juni 2018

Am Freitag, dem 25.05.2018, wurden drei Hundewelpen am Stephansplatz/Esplanade auf einem Grünstreifen aufgefunden. Die Finderin brachte die höchstens eine Woche alten Hunde zur Polizei. Unsere Tierrettung holte die hilflosen Tiere umgehend in unsere Obhut.

Die drei kleinen Geschwister wurden am 25.05.2018 in der Hamburger City sich selbst überlassen und damit der Gefahr des Todes ausgesetzt: Sie waren zum Zeitpunkt der Aussetzung höchstens eine Woche alt und damit ohne ihre Mutter oder menschliche Versorgung völlig hilflos. Unsere Tierärzte konnten feststellen, dass bei allen drei Welpen die Nabelschnur noch nicht völlig abgetrocknet war. Sie können somit frühestens Mitte Mai geboren worden sein. Wir haben die Drei auf die Namen Stumpi, Brösel und Mücke getauft.

Zu häufig werden ungeplante Welpen einfach vom Halter „entsorgt“ und so viel zu früh ihrer Mutter entrissen. Es liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei den drei Welpen um einen ungewollten Wurf handelt und die Aufzucht dem Halter schlicht zu teuer oder zu aufwändig gewesen war. Denn Welpen großzuziehen erfordert viel Zeit und Hingabe. Diese bekommen sie nun von unseren Tierpflegern, die sie mit Ersatzmilch großziehen. Trotz aller Strapazen sind die Kleinen derzeit wohlauf.

Das Aussetzen der Tiere stellt einen gravierenden Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar und wird mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet. Da in diesem Fall die Welpen hilflos dem Tod durch Verdursten und Verhungern ausgesetzt wurden, liegt auch eine Straftat nach § 17 Tierschutzgesetz Absatz 2 vor. Diese kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden. Der Hamburger Tierschutzverein hat daher Strafanzeige erstattet und setzt für Hinweise, die zur Überführung des Täters oder der Täter führen, eine Belohnung in Höhe von 500 Euro aus.

Da bisherige Ermittlungen unserer Tierschutzberatung keine Ergebnisse brachten, sind wir auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wenn Sie die Welpen bzw. die Mutterhündin kennen oder diese Straftat unweit des Dammtor-Bahnhofs sogar beobachtet haben, wenden Sie sich bitte an unsere Tierschutzberatung: 040 211106-25, die telefonisch montags-freitags von 10-14 Uhr erreichbar ist oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wir bedanken uns für jeden hilfreichen Hinweis, um diese Tat aufklären zu können!

Allgemein gilt: Niemand muss ein Tier aussetzen! Egal aus welchen Gründen man sich nicht mehr um das eigene Haustier kümmern kann oder will – in jedem Fall sollte man das Tier persönlich in einem Tierheim abgeben. Bei der Abgabe können wichtige Informationen über das Tier (z. B. gesundheitliche Besonderheiten, Alter, Charakter) übermittelt werden. So kann schnell ein neues, passendes Zuhause für das Tier gefunden werden.

Ohne ihre Mutter oder menschliche Versorgung waren die Kleinen völlig hilflos.In unserem Tierheim werden Stumpi, Brösel und Mücke nun liebevoll aufgepäppelt.