Agrarausschuss tagt zum Onlinehandel mit Tieren

Vor allem Tierkinder werden von Vermehrer*innen über eBay unkontrolliert verhökert.Zwei Bundesländer hatten einen Entschließungsantrag zur Änderung rechtlicher Bestimmungen zum Handel mit Tieren online und im Print dem Bundesrat vorgelegt. Unser Dachverband, der Deutsche Tierschutzbund, und wir begrüßen die positiven Grundzüge darin. Jedoch gehen die Forderungen noch nicht weit genug.

Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz haben einen Entschließungsantrag zur „Änderung rechtlicher Bestimmungen zum Handel mit Tieren im Internet (Onlinehandel) und in Printmedien (Drucksache 425/19)“ dem Bundesrat überreicht, von wo aus er an den Agrarausschuss zur heutigen Abstimmung überwiesen wurde. Tenor ist, dass der Handel mit Tieren vor allem im Internet ein riesiges und problematisches Geschäft darstellt, da das Tierwohl dabei auf der Strecke bleibt. Vor allem Portale wie eBay-Kleinanzeigen sind ein Sammelbecken von Vermehrer*innen, die ihre kommerziellen Interessen zwischen privaten Anzeigen aus der Not heraus und denen von Vereinen verstecken. Daher nutzen wir neben unseren eigenen Medien auch nur Vermittlungsportale für Tierschutzeinrichtungen, wozu zum Beispiel Tierheimhelden gehört, mit dem auch der Deutsche Tierschutzbund kooperiert. Dieser empfiehlt allen in ihm organisierten Vereinen, keine kommerziellen Kleinanzeigenportale zu nutzen, um Tierschutzvermittlungen von unseriösen Anzeigen klar und sauber trennen zu können.

Wir begrüßen, dass die schon lange bestehenden Forderungen des Hamburger Tierschutzvereins (HTV) nun endlich in der Politik angekommen sind – auch auf Hamburger Ebene, wie der Hamburger Morgenpost zu entnehmen ist – und sich heute der Agrarausschuss des Bundesrats damit beschäftigt. Es bestärkt uns darin, dass unsere Ambitionen nicht unnötig sind und Gehör finden. Doch die Forderungen des Entschließungsantrags reichen nicht aus, wie Sandra Gulla, 1. Vorsitzende des HTV, betont: „Jede Reglementierung des Online-Handels mit Tieren ist ein Fortschritt. Allerdings ist ein komplettes Verbot nötig. Denn am Ende des Tages landen die ungewollten Tiere, der ‚Ausschuss des Online-Handels‘, sonst ja doch wieder in den Tierheimen.“ Der Tierschutzdruck auf die Politik muss also weiterwachsen. Getreu unseres Mottos „Adopt, don`t shop!“ setzen wir uns daher für die Adoptionen von Tieren als Familienmitglied und gegen den Verkauf und Erwerb von Tieren als Ware ein.

Lesen Sie hier die Stellungnahme des Deutschen Tierschutzbunds zum Entschließungsantrag: