Bleibt Hamburger Welpenhändler doch auf freiem Fuß?

Insbesondere seit Corona-Beginn boomt das Geschäft mit viel zu jungen und kranken Welpen.Insbesondere seit Corona-Beginn boomt das Geschäft mit viel zu jungen und kranken Welpen.Im Mai 2021 wurde Manuel M. zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Der behördlich bekannte Mann handelte jahrelang illegal mit viel zu jungen und sterbenskranken Welpen. Mit dem Verkauf über eBay Kleinanzeigen machte er einen Reibach – jetzt muss er vielleicht nicht mal hinter Gitter.

Manuel M. wurde wegen mehrfachen Betrugs und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und einer Geldstrafe von 2.950 Euro verurteilt. Die Haftstrafe trat er noch nicht an – und wird es vielleicht auch nie. „Es wurden Rechtsmittel eingelegt und sind derzeit beim Landgericht anhängig“, berichtet eine Sprecherin des Oberlandesgerichts gegenüber der Mopo. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest.

Jüngstes Opfer Elvis mutmaßlich aus Manuel M.‘s Kreis

Die nachfolgenden Fälle konnten dem illegalen Welpenhändler aus Billstedt nachgewiesen werden. Zwischen März und Juni 2020 hat der illegale Welpenhändler aus Billstedt fünf schwer kranke Welpen verkauft und ihren Gesundheitszustand verschwiegen. Kurz nach dem Kauf verstarben die Tiere elendig am Parvovirus – und diese Opfer sind nur die Spitze des Eisberges.

Der kleine Elvis wurde nur zehn Wochen alt. Er fiel dem illegalen Welpenhandel zum Opfer und stammt aus dem Umfeld von Manuel M.Der kleine Elvis wurde nur zehn Wochen alt. Er fiel dem illegalen Welpenhandel zum Opfer und stammt aus dem Umfeld von Manuel M.In weiteren Fällen soll Manuel M. in Verkaufsannoncen und gegenüber den Käufer:innen unwahrheitsgemäß behauptet haben, die Welpen seien acht Wochen oder älter. Dabei waren die Tiere nachweislich zu jung, um von ihrer Mutter getrennt zu sein. Im Juni 2020 soll der Mann elf Welpen in einem Käfig gehalten haben, die zudem jünger als acht Wochen alt waren. Manuel M. handelte – trotz Verbot – skrupellos und illegal weiter. Er holte die Tiere aus dem osteuropäischen Ausland und bot sie bei eBay Kleinanzeigen für 400 bis 1.000 Euro an. Einige von ihnen sollen bereits bei der Übergabe erbrochen und Durchfall gehabt haben. Seit Anfang Dezember 2020 saß Manuel M., der auch wegen Diebstahls, Eigentums- und Drogendelikten polizeilich bekannt ist, in Untersuchungshaft. „Wir wissen, dass Personen aus dem Dunstkreis von Manuel M. das skrupellose Geschäft in Hamburg nahtlos weiterführen. Das jüngste Opfer ist unser kleiner Elvis. Er starb vor Kurzem im Alter von nur zehn Wochen bei uns im Tierheim“, mahnt HTV-Tierschutzberaterin Alena Kramer. Elvis wurde bei einem verdeckten Kauf der Tierschutzberatung in Billstedt mit Polizei und Behörde gerettet. Er war erst fünf bis sechs Wochen alt, verwahrlost, unterernährt und komplett verwurmt. Bis zuletzt kämpfte der tapfere Welpe um sein Leben.

Manuel M. muss endlich rechtliche Konsequenzen erfahren

„Wir hoffen, dass auch der jüngste Fall direkt mit Manuel M. in Verbindung gebracht werden kann und mit seinen weiteren Gräueltaten dazu führt, dass er die Haftstrafe antreten muss. Auch für die Mittäter:innen muss es rechtliche Konsequenzen geben“, fordert Janet Bernhardt, 1. Vorsitzende des HTV. Seit mehr als eineinhalb Jahren kämpfen wir mit Polizei, zuständigen Behörden und weiteren Tierschutzvereinen gegen den illegalen Welpenhandel und nicht zuletzt den Clan um Manuel M. Wir haben eigens die Kampagne „Süße Ware, schneller Tod: Welpenhandel stoppen!“ ins Leben gerufen.