Tipps: So bleibt der Garten tierfreundlich

Nicht nur für Igel kann die Bearbeitung des Gartens mit elektrischen Geräten tödlich enden.Nicht nur für Igel kann die Bearbeitung des Gartens mit elektrischen Geräten tödlich enden.Der Frühling ist da und für viele Menschen beginnt damit die Zeit der Gartenarbeiten. Doch aufgepasst: Aus Unachtsamkeit können dabei Lebens- und Rückzugsräume unserer einheimischen Tieren zerstört werden. Die Lebensbedingungen für Wildtiere werden durch die Ausbreitung von Industrie, Landwirtschaft und Verkehr ohnehin immer schlechter, da sollten Menschen mit einem Garten unbedingt dazu beitragen, Lebensräume und Leben zu schützen.

Vogelschutz
Hecken sind ein natürlicher Lebensraum für Vögel. Hier halten sich zahlreiche Insekten auf und bieten den heimischen Vögeln damit ein hervorragendes Nahrungsangebot - und es ist auch ein beliebter Platz zum Brüten für Amseln, Finken und weitere Napfbrüter. Damit diese während der Brutzeit von März bis September nicht gestört werden und vor Feinden geschützt sind, verbietet das Bundesnaturschutzgesetz in diesem Zeitraum den Heckenschnitt. Das Entfernen von Nestern brütender Vögel ist gesetzlich verboten!
Großflächige Glasfassaden sollten nach Möglichkeit gänzlich vermieden oder zumindest ausreichend markiert werden, damit Vögel diese vor einem möglichen Zusammenprall erkennen können.

Flora
Heimische Wildblumen und Wildkräuter sollten nicht zu Unrecht als sogenanntes Unkraut entfernt werden. Vielmehr dienen diese als Nahrungsquelle für Kaninchen, zahlreiche Schmetterlinge und andere Insekten. Auch (vor der Brutzeit) abgeschnittene Zweige von Hecken und Laubansammlungen müssen nicht beseitigt werden. Igel nutzen solche Haufen gerne als Quartier und Zaunkönige als Nistplatz. Daher ist auch von der Verwendung von Laubsaugern und -bläsern abzusehen. Das überschüssige Gehölz dient Vögeln zudem zum Nestbau. Weiterhin empfehlen wir den Verzicht auf exotische Pflanzen und den Erhalt von einheimischem Laubgehölz, dessen Früchte und Samen den Tieren als Nahrung dienen.

Chemiefreier Garten
Der einfachste Schutz für heimische Pflanzen und Tiere ist der generelle Verzicht auf den Einsatz chemischer Produkte bei der Gartenarbeit. Insektenbekämpfungsmittel schaden nicht nur den Insekten, sondern gleichzeitig auch den Tieren, die diese Insekten als Nahrung aufnehmen. Für Schnecken und Ameisen sowie weitere Insekten ist ein Garten der natürliche Lebensraum. Wer verhindern möchte, dass diese Tiere sich auch im eigenen Haus ausbreiten, kann auf biologische Mittel zurückgreifen. Ameisen meiden Lavendel, ebenso scheuen Mücken stark duftende Kräuter wie Basilikum. Wer sich von Wühlmäusen oder Maulwürfen in seinem Garten gestört fühlt, kann zu nicht-schädlichen Vergrämungsmitteln wie Ultraschall greifen.

Verzicht auf Mähroboter
Gerade groß in Mode sind Mähroboter, die eigenständig über den Rasen fahren und ihn kurz halten. Doch was für den Menschen praktisch ist, bedeutet tödliche Gefahren für kleine Tiere wie Igel, Mäuse und Reptilien. Die scharfen Messer des Mähroboters zerschneiden den Tieren im Extremfall die Gesichter oder rasieren Stacheln und Hautschichten ab. Wenn sie das überleben, schleppen sich die Tiere schwer verletzt ins Gebüsch und sterben dort elendig. Am besten also auf Mähroboter verzichten - oder diese zumindest tagsüber und unter Aufsicht mähen lassen, da sich die Tiere dann versteckt halten. Wahre Tierfreunde mähen aber weiterhin selbst und seltener - und können den Rasenmäher rasch abschalten, falls ein Tier vor diesem auftaucht.

Versteckte Gefahren
In vielen Gärten lauern kaum erkennbare Gefahren für Tiere, die zu tödlichen Fallen werden können. Ein Gartenteich sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch ein beliebter Wasserspender für kleine Tiere. Dieser sollte am besten mit flachem Ufer angelegt werden, um ein Hineinfallen und Ertrinken von Tieren zu vermeiden. Auch Regentonnen und andere mit Wasser gefüllte Behälter sollten aus diesem Grund immer abgedeckt sein. Im Sommer sind flache, mit Wasser gefüllte Schalen nicht nur hübsche, sondern auch lebensrettende Tränken für Insekten. Sie sollten mit Steinen als Landeplatz ausgelegt sein. Verzichten Sie lieber auf dekorative Glasperlen, da sich diese durch Sonneneinstrahlung zu sehr aufheizen können.
Schuppen und andere Gartenbehausungen sollten entweder stets geöffnet oder möglichst immer geschlossen gehalten werden, damit Tiere, die hier einen Unterschlupf suchen, nicht eingesperrt werden.
Schächte vor Kellerfenstern sollten immer mit einer Gitterabdeckung versehen werden, damit sie nicht zur tödlichen Falle für Igel und andere Bodentiere werden. Ist das Gitter zu grobmaschig, können Mäuse und andere kleine Tiere dennoch hineinfallen. Säugetiere und Frösche können an den Wänden nicht aus eigener Kraft wieder hinausklettern und verenden qualvoll. Sinnvoll sind daher feinmaschige Lochbleche.

Teiche brauchen Bewuchs und flache Ränder, um nicht zur tödlichen Gefahr für Landtiere zu werden.Teiche brauchen Bewuchs und flache Ränder, um nicht zur tödlichen Gefahr für Landtiere zu werden.Für unsere einheimischen Singvögel sind ungestörte Brutplätze wichtiger als Zufütterungen.Für unsere einheimischen Singvögel sind ungestörte Brutplätze wichtiger als Zufütterungen.