Tod und Zerstörung durch Laubbläser und Laubsauger

Igel halten noch Winterschlaf im geschützten Dickicht.27. März 2018

Mit dem Frühling erwacht die Natur aus ihrem Dornröschenschlaf. Überall in Gärten und Parks, an Wegen und Straßen blüht und grünt es. Große und kleine Tiere erwachen aus dem Winterschlaf, Zugvögel kehren aus dem Süden zurück und die ersten Tierkinder erblicken das Licht der Welt. Doch immer häufiger bereitet die elektronische Laubbeseitigung deren Leben ein Ende.

Zunehmend finden Laubsauger bzw. Laubbläser ihren Einsatz, um Natur zu beseitigen, die vielen Menschen nicht ordentlich genug ist. Gegenüber Laubrechen, die geräuscharm und naturschonend eingesetzt werden können, sind sie regelrecht schonungslos. Im Hinblick auf die Tierwelt bringen sie nämlich große Nachteile mit sich. Die störungsintensiven Bläser und Sauger zerstören wichtige Lebensräume und Nahrungsgründe von Tieren oder verletzen bzw. töten diese gar. Zudem wird mit diesen Geräten vermehrt Laub auch in vorhandenen Gehölzstrukturen wie Hecken und Gebüschen entfernt. Hierbei kann es neben der Verletzung oder Tötung von Tieren zusätzlich zur Zerstörung von Nestern oder der Störung von Vögeln beim Nestbau bzw. Brüten kommen. Durch den Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern kann es folglich zur Verletzung der Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3 Bundesnaturschutzgesetz kommen. Um die gesetzlichen Vorschriften zum Schutz der heimischen Tierwelt und ihrer Lebensräume sowie zum Schutz der Biodiversität einzuhalten, sollte daher bei der Bearbeitung von Grünanlagen auf eine Beseitigung des Laubes in bzw. vor Gehölzstrukturen verzichtet werden. Während der Fortpflanzungszeit muss bei allen Gartenarbeiten sichergestellt werden, dass keine Tötung oder Verletzung von Tieren oder Zerstörung ihrer Lebensstätten erfolgt. Der Hamburger Tierschutzverein appelliert daher eindringlich: „Bitte sorgen Sie dafür, dass in Ihrem Verantwortungsbereich in der Brutzeit (1. März bis 30. September) keine Laubsauger oder -bläser in oder an Gehölzen eingesetzt werden. Somit tragen Sie einen Teil zum Schutz unserer Natur bei und schützen Sie sich vor Verfolgung eventueller Verletzungen von Verbotstatbeständen nach § 44 BNatSchG, welche zur Ahndung im Rahmen eines Bußgeldverfahrens führen können.
Für weitere Informationen verweisen wir auf die Broschüre der Stadt Hamburg "Grüne Vielfalt im Wohnquartier", in welcher praktische Tipps zum Erhalt und zur Steigerung der biologischen Vielfalt in Hamburg gegeben werden.