Eine Möwe mit schwerer Flügelverletzung

26. Februar 2015

Immer wieder werden an den Ufern der Hansestadt verletzte oder verendete Wasservögel entdeckt. Die Tiere hatten sich in Angel- oder Drachenschnüren verfangen und konnten sich nicht aus eigener Kraft befreien. Zurückgelassene Drachenschnüre stellen für Vögel eine große Gefahr dar.

Auch außerhalb der traditionellen Angelsaison erreichen uns Vögel, die sich an Angelschnüren oder Angelhaken verletzt haben. Häufig verfangen sich diese im Vorbeischwimmen in den Schnüren ausgelegter Angeln. Diese werden dann meist von den Anglern einfach durchgeschnitten, in der Meinung, dass sich der Vogel dann problemlos befreien könnte. Dies ist aber nur selten der Fall. Die extrem reißfesten und hauchdünnen Schnüre wickeln sich um die Schwingen oder Füße der Vögel und schneiden sich bei den Befreiungsversuchen oft tief ins Fleisch ein, teilweise bis auf den Knochen. Selbst wenn es jungen Vögeln gelingt sich zu befreien, kommt es im Zuge der erlittenen Verletzung oft zu Entwicklungsstörungen einschließlich fehlgebildeter Flügel und Füße.
Mitunter kommt es auch vor, dass Wasservögel die an Haken angebrachten Köder essen. Dadurch bohrt sich der Haken tief in den Schlund der Tiere und verursacht schwere Verletzungen. Für Enten, Gänse und Schwäne, die sich regelmäßig auch am Ufer bewegen, sind zurückgelassene Angelhaken eine große Gefahr. Diese können ihre Schwimmhäute und Füße durchbohren und je nach Schwere der Verletzung bis zum qualvollen Absterben des Fußes führen.
Nicht nur Angel-, sondern auch Drachenschnüre stellen eine Gefahr für Vögel dar. Speziell für Drachenwettkämpfe hergestellte Schnüre sind meist mit kleinen Glaspartikeln verarbeitet, um andere Drachenschnüre im Wettkampf in der Luft durchtrennen zu können. Die bis zu 500 Meter langen Schnüre verfangen sich dann in den Bäumen und zwischen diesen. Werden die Schnüre dann zurückgelassen, wie dies in großem Umfang im Öjendorfer Park der Fall ist, stellen sie eine Verletzungsgefahr aber auch eine unsichtbare Todesfalle für verschiedenste Vögel dar.

Wir appellieren daher dringend, auf tierschädigende Freizeitbeschäftigungen wie Angeln und Drachenwettkämpfe zu verzichten!

Jeder verletzte Vogel, den Sie selber bergen können, kann bei einem Polizeikommissariat, der Feuerwehr oder direkt im Tierheim Süderstraße auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten abgegeben werden. Sollte es Ihnen nicht möglich sein, den Vogel aus eigener Kraft zu bergen, informieren Sie bitte die Feuerwehr unter 112 oder den Tierrettungsdienst des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e.V. unter 040-22 22 77.

Eine Angelschnur hat sich um die Schwanzfedern einer Möwe gewickelt
Flügelverletzungen können tödliche Folgen für Wasservögel haben