Maya

Hallo liebes Tierheim,

jetzt wird es aber auch langsam einmal Zeit, dass wir uns, ganz offiziell, beim Tierheim bedanken; vor allem bei Nina Holers und Herrn Schmidt*. Beide haben geholfen, dass wir zueinander gefunden haben.

Ich hatte das Glück, dass ich wenigstens im Tierheim abgeben wurde, im Gegensatz zu vielen anderen, die einfach auf den bekannten Internetportalen wie ein ausrangierter Pullover verhökert werden oder, noch viel schlimmer, einfach irgendwo entsorgt werden, wie Müll. Das sind keine Einzelfälle und das macht mich echt sauer.

Nun aber wieder zu mir, ich hatte wieder Glück, denn ich hatte eine Drehtür in meinen Pfoten 🐾; kaum war ich drin, schon war ich wieder draußen. Dass bei mir erst einmal „die Petersilie verhagelt war“ und ich dort einfach nichts essen wollte, obwohl man mir diverse Varianten Nass- und Trockenfutter, inklusive Leckerlies, angeboten hatte, ja was soll ich sagen, es war halt so und ich denke, den anderen Tieren, erging es bestimmt auch so. Aber dann kam meine Mama mit Nina Holers, die Tür ging auf, es war LIEBE auf den ersten Blick und meine Mama fragte mich „Willst Du mit mir kommen?“ - klar wollte ich, ich stand gleich auf, kam zu ihr hin, ließ mich streicheln und vor lauter Freude fing ich sofort an zu futtern.

Natürlich hat mich meine Mama gleich mitgenommen; mit dem Taxi bin ich zwar nicht nach Paris gefahren, dafür in mein neues Leben.

Wir beide sind rundum glücklich miteinander. Von Anfang an lief alles in meinem Tempo ab, natürlich ist das immer noch so. Ich darf alles machen und meine Mama räumt hinter mir auf; ich öffne selbstständig Türen und manchmal gehe ich auch auf der Tür spazieren. Ich bekomme super leckeres Essen, habe viel Spielzeug, Kratzmatten und Kratzbäume. Ich liebe es gebürstet und bekuschelt zu werden und ganz besonders gerne nuckele ich an den Fingern, von meiner Mama, dann fühle ich mich richtig wohlig. Ich bin lieb, süß, neugierig, verspielt und gebe ganz viel Liebe an meine Mama, zurück.

Ich, ich, ich - bei uns zu Hause dreht sich alles um mich.

Eine Katze aus dem Tierheim ist in der Regel gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft, inklusive der Wurmkur, hat einen Chip und ist kastriert.
Das wird alles in der eigenen Tierheimpraxis gemacht und nicht nur das, dort werden alle Tiere gut versorgt und das verschlingt sehr viel Geld. Leider wird das Tierheim nur mit „einem Tropfen auf dem heißen Stein“ von der Stadt Hamburg unterstützt, umso wichtiger sind Paten und Spender und natürlich auch die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, denn sonst wäre das alles nicht zu meistern und uns Tieren würde es dann wohl viel schlechter gehen.

Ich bin wieder abgeschweift.

Meine zweite Grundimmunisierung bekam ich dann bei meiner Ärztin, inklusive eines großen Blutbildes. Ergebnis: alles Top - und dort waren auch alle gleich in mich verliebt.

Meine Ärztin hat mich auch kastriert und ich bekam einen roten Body, damit ich gut verpackt bin und mir nicht selbst meine Fäden ziehe.

Wir hätten das zwar auch alles im Tierheim machen lassen können, aber meine Mama meinte, wir sind jetzt eine Familie und sie kümmert sich um mich und meine Ärztin ist auch nur 10 Minuten mit dem Taxi von uns entfernt - und zum Tierheim hin, das wäre eine unnötige, stressige Reise, für mich.

Bei Tasso und Findefix hat meine Mama mich gleich in der ersten Woche registrieren lassen - sehr wichtig, denn viele Katzen verschwinden einfach von der Bildfläche, aus welchen Gründen auch immer und mit Glück werden sie gefunden und das Tierheim, kümmert sich um „ALLE Fundtiere“.

Also ganz wichtig: ein Chip, registrieren lassen bei Tasso /Findefix und auch ganz wichtig: kastrieren und impfen.

Es gibt sehr viel Elend draußen und da wir Katzen sehr gerne im dunklen unterwegs sind, sieht man das Elend nicht.

Auch hier hilft das Tierheim mit Futter an speziellen Plätzen, tierärztlicher Versorgung, inklusive Kastrieren, und wenn die „Wilden“ sich trotz aller Bemühungen nicht an den Menschen gewöhnen können oder wollen, dann werden sie an speziellen Plätzen untergebracht.

Das alles kostet sehr viel Geld und Arbeit und auch hier sind sehr viele ehrenamtliche Mitarbeiter im Einsatz.

Bei uns war im letzten Jahr (eine ehrenamtliche Nachüberprüferin und Katzenvorleserin), um sich anzuschauen, wie es mir geht und ob auch alles für mein Wohlbefinden getan wird. Sie liest den „ängstlichen Wilden“ im Tierheim vor, damit diese sich an die menschliche Stimme gewöhnen und das die Katzen merken, es gibt auch nette Menschen.  Ich war etwas schüchtern, aber da (die Ehrenamtliche) eine ruhige und freundliche Ausstrahlung hatte, war es dann doch ok für mich. Dazu muss ich sagen, meine Mama und ich leben gemeinsam, alleine. Ich mag auch keine Männer. Wenn der Gärtner oder ein Handwerker ins Haus kommt, dann liege ich unter der Bettdecke, bis er wieder weg ist. Meine Mama hebt dann die Bettdecke hoch und wir gehen dann gemeinsam wieder ins Erdgeschoss.

Ach ja, das habe ich ja noch nicht erzählt: ich habe das Glück und wohne mit meiner Mama in einem Reihenhaus mit Garten, natürlich nur für mich.

Im letzten Sommer waren wir das erste Mal gemeinsam im Garten. Ich hatte etwas Angst und auch das Gehen auf dem Rasen fühlte sich, „komisch“, an. Die Vögel und das Eichhörnchen, von „dichtem“ zu sehen fand ich schon klasse und mit Mama an meiner Seite wurde ich von Tag zu Tag mutiger.

Inzwischen ist das Grundstück komplett eingezäunt - für unsere Sicherheit und damit ich es besser genießen kann. Das ist zumindest der Plan, mal sehen, was ich dazu sage, wenn es wärmer wird und wir zusammen draußen sind, mein Bodyguard und ich.

Meine Mama hatte vor mir 2 Katzen, von Baby an. Michou lebte 17 Jahre und Lilly lebte 19 Jahre mit meiner Mama. Ich hoffe, dass ich auch so alt werde und auf alle Fälle, eines weiß ich, so wie meine Mama alles für meine „Geschwister“ getan hat, wird sie auch alles für mich tun, für mein Wohlbefinden sorgen, in guten wie in schlechten Tagen.

Meine Mama hat sich ganz bewusst nach dem Tod von Lilly für eine Katze, also für mich, aus dem Tierheim, entschieden. Überall zeigt sie Fotos von mir und sagt „So etwas Liebes findet man im Tierheim und dort warten viele Tiere sehnsüchtig auf ihre Menschen. Und dann „rührt sie noch einmal kräftig die Werbetrommel“.
Besonders jetzt, wo die Zeiten schwerer werden und es viele Spendeneinbrüche in den Tierheimen gibt, findet es meine Mama wichtig, bei jeder sich bietenden Gelegenheit „Mundpropaganda“, zu machen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie man Tieren helfen kann und die Adoption eines Tieres aus dem Tierheim ist die BESTE Möglichkeit, man tut etwas Gutes und wird dafür reichlich, mit Liebe und Zuneigung durch das neue Familienmitglied, beschenkt.

Ganz liebe Grüße und macht weiter so; ohne EUCH helfenden und lieben Menschen würde es vielen Tieren sehr viel schlechter gehen.

Maya und Katja

* Nina Holers ist unsere Mitarbeiterin für Nachlassangelegenheiten und Jens Schmidt ehemaliger 2. Vorsitzender.