Hallo liebes Tierheim-Team,

unser kleiner Racker hat sich hier ganz ordentlich eingelebt. Weil er ja wie eine Ziege meckert und unser ehemaliger Mitbewohner Maxe hieß, tauften wir ihn in Mäcke um ... treffender geht es wohl nicht :-)

Anfangs noch etwas zögerlich, verstand Mäcke sehr schnell, dass ihm die über 100 Quadratmeter Innenbereich auf zwei Etagen im Prinzip allein zur Verfügung stehen – und, dass das sein neues Revier ist. Ganz praktisch findet Mäcke dabei, dass es hier stets zwei Untertanen gibt, die ihm die Türen öffnen und für Beute sorgen. Ähnlich wie bei Kindern: Reagiert der eine nicht wie gewünscht, wird der andere in die Pflicht genommen.

Was wir für uns feststellen ist, dass Mäcke wohl noch keine 10 Jahre im Fell steckt, auch wenn die grauen Barthaare etwas anderes sagen. So neugierig, agil, munter und teils unerfahren wie er sich gibt, würden wir sagen 6, vielleicht 7, höchstens 8.

Mein Lebensgefährte findet es etwas bedauerlich, dass der Kleine keine Kuschelrakete ist. Mäcke genießt das Streicheln, aber lässt sich nicht so gern auf den Arm nehmen. Doch mit viel Geduld lässt er es immer länger zu. Er kommt auch von selbst und legt sich zu uns – aber in ganz klar definierten, einzelnen Situationen. Das kennen wir viel intensiver und kuschliger, es ist aber wie es ist. Jedes Lebewesen hat sein eigenes Wesen und das ist gut so :-)

Richtig überrascht waren wir an dem Tag, an dem wir Mäcke in unseren Garten ließen. Dort pflegen wir in einer Art Naturwuchs Rasen und Blumenbeete auf ca. 120 Quadratmetern Fläche, die allerdings eingezäunt ist. Mäcke patrouilliert bei jeder Gelegenheit an den Außengrenzen ... Frontex für Katzen.

Links und rechts melden sich dann Nachbars Miezen, die aber wenig zu lachen haben. Auch wenn die Süßen zahm und kontaktfreudig sind: Mäcke will die nicht in der Nähe haben. Zwischenzeitlich hatte er auch eine sehr eigene Methode entwickelt, den Zaun zu überwinden und im Königreich der Nachbarskatze für Stimmung zu sorgen. Es hat etwas gedauert, bis wir seinen Weg fanden und konnten zumindest die Lücke schließen.

Wir rätseln immer noch über Mäckes Vergangenheit: Total interessant ist, dass er mit Kommandos wie Sitz und Pfote etwas anfangen kann. Er kennt auch Geschirr und Leine (gefällt ihm nicht, kennt er aber). Und er weiß, was der Fernsehsessel für eine Bedeutung hat. Daher denken wir uns ganz spannende Geschichten über seine Herkunft aus, werden die Wahrheit aber wohl nie erfahren und das ist vielleicht auch besser so. Wer weiß, welches dramatische Schicksal er in der Vergangenheit durchleben musste.

Beim Futter haben wir etwas Nachhaltiges ohne Getreide und Zucker gesucht und sind fündig geworden, sowohl als Nass- als auch Trockenfutter. Das trockene gibt es zur Beschäftigung in allem möglichen Pappspielzeug. Das Nassfutter als primäre Nahrungsquelle.

Dass es in der Vergangenheit Not gegeben haben muss, leiten wir aus Mäckes Geschwindigkeit beim Essern ab. Der Napf ist schneller leer, als die Dose geschlossen. Dazu kommt, dass eine Zeit lang kein freiliegendes Papier oder Pappe sicher war. Unterschriftenmappe? Egal, kann man neu drucken und in den Umlauf geben. Rechnungen? Gibt's doch auch als Kopie. Wirklich kurios. Das ließ irgendwann nach.

Inzwischen hat er zugenommen und sein Gesamtgewicht liegt bei ca. 6 Kilogramm.

Und unter dem Strich? Wir sind froh und dankbar, dass wir Mäcke ein neues Zuhause bieten können – und denken, dass er hier sein Paradies gefunden hat.

Beste Grüße
Mäcke & Co.