Ray (Ich suche auch Paten!)

Art: Nymphensittich

Geschlecht: männlich
Farbe: weiß-gelb
Schlüpfdatum: adult
Im Tierheim seit: 19.07.2019
HTV-Nummer: 699_S_19 / Sozialstation

 

Ray kam zusammen mit einem Wellensittich ins Tierheim, da sein Halter verstarb. Als klar war, dass die Erben die Vögel nicht versorgen wollen oder können, wurden sie von der Behörde zur Vermittlung freigeschrieben.

Bei Ray fiel gleich am ersten Tag seltsames Verhalten auf: Nachdem er aus dem Transportkäfig in einen größeren Käfig umgesetzt wurde, setzte er sich nicht auf die höchste Stange, wie die meisten Vögel es tun, sondern lief auf dem Boden stundenlang hin und her. Am nächsten Tag, als die Pflegerin den Käfig reinigen wollte, saß Ray zwar auf einer Stange, fing aber beim Öffnen der Tür sofort panisch zu flattern an und flog gegen die Wände und die Decke des Käfigs. So kam die Vermutung auf, dass Ray nicht richtig sehen kann. Und tatsächlich: Als der Futternapf einmal nicht am üblichen Platz hing, sondern ein Stück höher, hat Ray den Napf schon nicht mehr gefunden.
Die Ursache von Rays schlechtem Sehvermögen ist nicht ganz klar. Vermutlich hängt sie aber mit seinem Farbschlag zusammen. Die auch als Lutino bezeichneten Nymphensittiche haben genetisch bedingt weniger dunkle Farbpigmente. Was am Körper in der Heimtierhaltung noch relativ egal ist, macht sich bei den Augen aber durchaus bemerkbar: Manchmal sind auch hier die Farbpigmente nicht in ausreichender Menge vorhanden, sodass mehr Licht als normal ins Auge dringt. Auf Dauer, oder wenn der Käfig an sehr hellen Stellen (wie zum Beispiel immer auf der Fensterbank) steht, kann das zur Schädigung der Augen und zur Erblindung führen.

Blinde Vögel sind deutlich schreckhafter als ihre sehenden Artgenossen. Sie lernen zwar, sich in ihrem Umfeld zurechtzufinden, jedoch muss der zukünftige Halter darauf achten, dass Futter und Wasser immer an den gleichen Stellen zu finden sind. Auch die Position der Sitzstangen sollte nicht verändert werden.
Ray braucht ein ruhiges Zuhause, in dem man auf seine Bedürfnisse eingeht. Auch sollte dort schon mindestens ein Artgenosse vorhanden sein, denn als Schwarmvogel gewinnt Ray auch durch die Anwesenheit von Artgenossen das Gefühl von Sicherheit. Gleichzeitig sollten sie aber auch nicht zu rabiat mit ihm sein oder ihn wegen seines Handicaps aus der Gruppe ausstoßen und permanent fortjagen.
Wegen seiner Schreckhaftigkeit ist Ray nicht in einem Bereich, der für Besucher selbstständig zugänglich ist. Sollten Sie ihm ein neues Zuhause geben wollen, so sprechen Sie bitte die Mitarbeiter*innen im Kleintierhaus an. 28.08.2019 (ks)