Auch dieses Jahr findet die Fashion Week wieder statt und zwar vom 16. bis 21. Januar 2024 in Paris und vom 05. bis 08. Februar 2024 in Berlin. Bereits seit 1858 trifft sich zu diesem Anlass die Modewelt. Die sogenannte „Haute Couture” steht für exklusive, maßgeschneiderte Mode mit luxuriösen Materialien – zumindest in der Vergangenheit leider auch für viel Leder, Seide, Federn und Horn.

Zwar arbeiten inzwischen auch viele Modeschöpfende mit veganen Alternativen, doch die Dringlichkeit einer tierleidfreien Modewelt scheint noch nicht überall angekommen zu sein. Einige erinnern sich vielleicht an die Kollektion letzten Jahres, bei der Stars und Modelle Kleider mit Tierköpfen trugen. Diese waren zwar nur aus Stoff, transportierten aber eine Hegemonie und Empathielosigkeit der Problematik gegenüber. Der Aufschrei über die Verherrlichung von Tierleid und Wilderei war auch nur von kurzer Dauer.

Jedes Jahr sterben 1,4 Milliarden Tiere als Opfer der Lederindustrie. Denn Leder ist keinesfalls ein Abfallprodukt, welches sich einfach nur durch Fleischkonsum ergibt. Pro Jahr steckt sich die Industrie - gesondert von Fleischkonsum - einen 270 Milliarden US-Doller hohen Gewinn in die (Leder)-Tasche.

Mit einer Weltproduktion von 65 bis 70% ist Rinderleder das am weitesten verbreitetste.

Während bereits die Gewinnung von Leder oft grausam abläuft und die Tiere bei vollem Bewusstsein gequält werden, geht das Leid durch die Produktion noch weiter. Zur Erhaltung der Tierhäute kommen oft toxische Chemikalien zum Einsatz, welche sowohl den Träger*innen, als auch der Umwelt schaden.

Wer auf Accessoires und Fashion-Statements wie Leder, Federn oder Pelz nicht verzichten möchte, kann heute aber auch auf tolle vegane Alternativen zurückgreifen. Dabei läuft man allerdings dennoch Gefahr, rein optisch ein positives Statement für Mode mit Bestandteilen toter (gequälter) Tiere zu setzen.

Falsches Leder – echter Einsatz für die Tiere
Veganes Leder

  • Nopal-Kaktus: Seine Fasern werden auf Baumwolle angebracht. Das Material ist bis zu zehn Jahre haltbar und atmungsaktiv.
  • Ananas: Aus den Fasern der Ananasblätter, ursprünglich ein Abfallprodukt, wird veganes Leder gewonnen - viele große Firmen nutzen es bereits.
  • Kaffeeleder: Das Produkt aus Kaffeebohnen und -Blättern erinnert an Wildleder.
  • Pilzleder: Es ist wasserabweisend und kann sogar bedruckt werden.

Good-Hair-Day
Veganer Pelz

  • Die meisten veganen Pelz-Produkte werden aus Polyamid oder Modacryl verarbeitet. Heutzutage können die Fasern Haare täuschend echt nachempfinden. So ist das Material zwar „fake“ – der Stil aber echt.
Der einzig richtige Weg, Pelz zu tragen.

Federleichtes Gewissen
Vegane Daunen

  • Bambus: Die Bambusfasern sind eben so luftig und wärmedämmend wie die Daunenfedern eines Vogels.
  • Hanf: Die Faser speichert Wärme ausgezeichnet und weist zudem noch Staub ab.
  • Kapok: Aus dem Kapokbaum gewonnen, ist die Faser durch eine Wachsschicht natürlich wasserabweisend.

Tierleid ent-Larvt 
Vegane Seide

  • Sojaseide: Aus den Schalen der Sojabohne gewonnen sind die zarten Fasern ein optimaler Seiden-Ersatz.
  • Lyocellfaser: Gewonnen aus robusten Baumarten wie Eukalyptus, kommt der Anbau dieser Faser ohne Pestizide und künstliche Bewässerung aus.

Wir finden: Der einzige Weg, Pelz zu tragen, ist das geliebte Haustier auf dem Arm und das schönste Accessoire ist ein gutes Gewissen, denn das kostet nichts und steht wirklich jedem!