Ein Vorstoß unserer ersten Vorsitzenden Janet Bernhardt sorgte vergangene Woche in den Medien für Aufregung: Sie warf die Idee eines generelles Zuchtverbotes für Hunde in den Raum - die Menschen würden dann vielleicht eher in den überfüllten Tierheimen nach Fellfreunden Ausschau halten. Auch Polizei und Rettungsdienste könnten ihre Diensthunde aus dem Tierschutz beziehen. Hintergrund war die Frage der Hamburger Morgenpost (Mopo), ob es unter anderem wegen Aufnahmestopps in unserem Tierheim jetzt einen Hundestopp für ganz Hamburg bräuchte.

In Hamburg gibt es weit mehr als doppelt so viele Hunde als vor zehn Jahren hat die Mopo recherchiert und fragt: Braucht Hamburg einen Hundestopp? „Als 1. Vorsitzende eines Tierschutzvereins mit angeschlossenem Tierheim denke ich natürlich zuerst an die vielen Hunde hinter Gittern, die sich nach einer eigenen Familie sehnen. Und das nicht nur zu Hunderten im Laufe eines Jahres bei uns im Tierheim, sondern in Tierheimen bundesweit. Hinzu kommen abertausende Hunde, die in Tierheimen und Lagern im Ausland ums Überleben kämpfen oder deren Tage in Tötungsstationen gezählt sind. Aus diesen Gründen drängt sich ein Hundestopp durch Zuchtverbote auf: Warum Tiere noch vermehren, wenn so viele ungewollte Tiere schon da sind?“, fragt Janet Bernhardt. 

Selbst für Rettungseinsätze, Polizeiarbeit oder therapeutische Zwecke können Tierschutzhunde herangezogen werden, wie unsere Vorsitzende bestätigen kann: „Mein eigener Hund Kyt (siehe Foto oben) ist auch aus dem Tierheim. Er war schon ein Jahr alt, als wir ihn zu uns nahmen – inzwischen ist er ein geprüfter Flächen-Such-Hund.“ Ihre andere Tierschutzhündin Mina ist eine beliebte vierbeinige Unterstützung im Schulunterricht sowie bei Workshops zum Thema ‚Tierrettung und Tierbegegnung im Rettungsdienst‘.

Doch der Wunsch nach Hunden bestimmter Rassen ist bei Hamburger*innen so groß, dass es bei den Züchtenden sogar Wartelisten gibt, wie eine Dackel-Züchterin bei RTL Nord berichtet. Auch der illegale Welpenhandel mit übers Internet angebotenen, oftmals kranken und viel zu jungen Tieren, boomt in der Hansestadt. „Gleichzeitig ist unser Tierheim überfüllt, sodass wir bereits temporäre Aufnahmestopps für Hunde verhängen mussten“, so Janet Bernhardt im RTL Nord-Interview: „Da sich aber ein generelles Zuchtverbot für Hunde rechtlich und gesellschaftlich höchstwahrscheinlich nicht durchsetzen lässt, muss es zumindest Reglementierungen für den Kauf und das Anbieten von Hunden geben“, fordert sie.
Denn letztendlich sitzen in den Tierheimen so viele Hunde, weil es zu viele sind, die unüberlegt und aus Langeweile angeschafft wurden, keine Erziehung erhalten haben und deshalb problematische Verhaltensweisen zeigen. „Für diese Hunde bekommen wir dann zu wenige Adoptionsanfragen: Während wir die meisten Tiere schnell und problemlos vermitteln, wurde der Anteil der Hunde, für die sich niemand interessiert, in den vergangenen anderthalb, zwei Jahren größer. Um „Problemfälle“ und unüberlegte Anschaffungen, die in Tierheimen landen, zu verhindern, sollte ein Sachkundenachweis, beispielsweise in Form eines Hundeführerscheins für Halter*innen verpflichtend sein“, schlägt unsere erste Vorsitzende vor.  

Hier geht es zum RTL Nord -Beitrag.

HTV-Vorsitzende und ihre Tierschutzhündin Mina beim SoKa-Run in Hamburg.