Mitte Juli mussten wir unseren Dexter gehen lassen, der an seiner Epilepsie starb. Über zwei Jahre wartete er im Tierheim auf ein eigenes Zuhause - einen Großteil seines Lebens und leider vergeblich. Seine Bezugstierpflegerinnen haben einen Nachruf auf den im Grunde so freundlichen Kerl verfasst. Auf unserem Gelände erinnert nun ein Gedenkstein an den freundlichen Kerl.

Lieber Dexter,

als du zu uns kamst, warst du gerade mal ein Jahr alt. Zu deiner Vorgeschichte wussten wir erstmal nur recht wenig und eigentlich warst du gar nicht so anders als andere junge Bulldoggen. Bis wir deinen Bericht bekamen und von deinen "Besonderheiten" erfuhren. Nicht ohne Grund wurdest du als gefährlich eingestuft und schon bald hast du uns auch gezeigt, was in dir steckt: nämlich meistens ein ganz normaler Hund. Du warst nie jemand, der laut im Zwinger gebellt hat. Du hast dich stattdessen lieber fünfmal bitten lassen, jetzt doch mal aufzustehen, um deinen Schönheitsschlaf zu unterbrechen. Es gab immer wieder Diskussionen, aber meistens warst du ganz charmant dabei – solange man wusste, wie man mit dir umgehen musste.

Das Glück auf ein eigenes Zuhause blieb dir leider verwehrt, auch wenn wir dir es von Herzen gewünscht hätten. Doch zum Glück hattest du ja deine Bezugspflegerinnen und zwei Gassigeher, die dich so lieben konnten, wie du warst. Auch mit deinen Ecken und Kanten. Oder gerade deshalb. Die Ausflüge mit deinen Gassigehern waren immer deine Highlights der Woche (wenn es nicht geregnet hat) und ab und an durftest du sogar mit nach Hause.

Du fehlst uns allen sehr, denn nach zwei Jahren im Tierheim gehörtest du schon fest zu unserem Alltag. Und eigentlich hättest du noch alle Zeit der Welt gehabt, deinen richtigen Menschen zu finden. Doch das Leben spielt manchmal anders und so bist du viel zu früh von uns gegangen.

Lieber Dexter, wir wünschen dir da, wo du jetzt bist, ganz viele weichen Betten, überall Snacks und ganz viel Platz zum Toben.

Deine Maraike und Jula