„Freitag, der 13.3. 2026 - heute mussten wir uns von Mei verabschieden …“ schrieben unsere Mitarbeitenden Maraike, Jula und Robin traurig. Der Name "Mei" ist chinesisch und bedeutet Schönheit oder Eleganz. In ihrem Nachruf erinnern sie an die liebenswerte Shar-Pei-Hündin – und klären zugleich über die angezüchteten Gesundheitsprobleme dieser Qualzucht-Rasse auf.

Im vergangenen Jahr kamen Mei und ihr Bruder Rocky als Sicherstellungen zu uns ins Tierheim. Beide waren bereits in einem schlechten Gesundheitszustand und gezeichnet durch die genetischen Besonderheiten, welche die Rasse Shar Pei leider charakterisiert: Brachycephales obstruktives Atemwegssyndrom, beidseitige Fehlstellung des Augenlids (Entropium) und damit einhergehende Augenprobleme, stark gefaltete Ohren mit verengtem Gehörgang und dadurch resultierenden Ohrenentzündungen, Hautprobleme und im Blutbild zu erkennende schlechte Nierenwerte – und bei Rocky bereits Blutarmut (Anämie).

Die Rasse Shar Pei ist – wie viele andere – dafür gezüchtet worden phänotypische Wünsche des Menschen zu erfüllen, ohne weitere Berücksichtigung der gesundheitlichen Folgen dieser Ästhetik -und somit zum Leidwesen der Hunde. Mit anderen Worten: Es handelt sich um eine „Qualzucht“.

Neben vielen anderen rassetypischen Erkrankungen sind Shar Peis besonders für das sogenannte „Shar-Pei-Fieber“ anfällig. Dabei handelt es sich um einen genetisch bedingten autoinflammatorischen Krankheitskomplex, der bei den betroffenen Tieren Fieberschübe und diverse Entzündungsreaktionen verursacht. Bei Rocky war die Krankheit schon weit fortgeschritten. Außer einer kurzen, schönen Zeit und Palliativpflege konnten wir ihm am Ende nur einen weiteren Leidensweg ersparen.

Mei gab uns Hoffnung. Mit viel Pflege, Spezialfutter, täglicher Medikation und durch die Pflege bei einem unserer Mitarbeitenden zuhause blühte Mei noch einmal auf. Sie war sehr beliebt bei unseren Gassigänger*innen, erkundete die Umgebung in den Ausläufen gern mit der Nase, begrüßte uns morgens in der Station mit Spielzeug und freudigem Schwanzwedeln - und war zuhause ein entspannter sowie verschmuster Vorzeigehund.

Sogar eine Vermittlung schien möglich. Doch dann kamen die ersten Schübe. Die Medikamente wurden neu eingestellt, unsere Tierärztinnen haben viel über diese seltene Krankheit recherchiert und gelernt. Es gab Aufs und Abs. Dann der letzte Schub. Er begann mit Fieber, Appetitlosigkeit und schmerzhaften Gelenken. Mei wurde umsorgt, weitere Medikamente wurden verschrieben – und für einen kurzen Moment schien es wieder besser zu werden, bevor das nächste Tief kam. Die Nierenwerte verschlechterten sich deutlich, eine Anämie kam hinzu, weiterhin hatte Mei keinen Appetit und zusätzlich eine schlechte Atmung. Bei dem "Shar-Pei-Fieber" handelt es sich um eine chronische, unheilbare Krankheit, bei der man nur versuchen kann, das Voranschreiten zu verlangsamen.

Mei sollte nicht leiden müssen. Mei ist heute im Beisein ihres Bezugspflegers für immer eingeschlafen.

Wir werden uns immer an eine wunderbare, sanfte und eigenständige Hündin erinnern!

Robin, Jula und Maraike