Gegen die Pferdeshow „Cavalluna – Tor zur Anderswelt“ hat unsere Jugendgruppe auf Initiative und gemeinsam mit dem Hamburger Streetteam der Tierrechtsorganisation PETA demonstriert. Den Veranstaltenden von Cavalluna (ehem. Apassionata) wird seit Jahren Tierquälerei vorgeworfen. Scharf kritisiert werden tierschutzwidrige Dressurmethoden, beengte Haltungsbedingungen, hohe Reisebelastung sowie für die Tiere gefährliche Kunststücke. Der Protest gefiel nicht allen: Unsere Jugendgruppe wurde von einem Besucher verbal attackiert – wir sind deshalb in Kontakt mit den Behörden.
Pferdeshows wie Cavalluna setzen auf aufwendig inszenierte Dressurdarbietungen und ziehen damit vor allem ein pferdebegeistertes Publikum an. Doch gerade Menschen mit einer besonderen Nähe zu Pferden sollten genauer hinsehen: Der Alltag der Tiere zwischen schmerzhaftem Training, Auftritten mit grellen Effekten, Transporten und beengter Stallhaltung ist mit erheblichem Stress verbunden. 
Aktuelle Tour: Neue Vorwürfe gegen Cavalluna
Für die Shows wird mit einer „harmonischen Beziehung zwischen Pferd und Mensch geworben“. Hinter den Kulissen sieht es jedoch oft anders aus: Die Tiere übernehmen ihre Rollen nicht freiwillig, sondern werden mit teils schmerzhaften Methoden trainiert. Zum Einsatz kommen unter anderem Peitschen, eng einwirkende Kopf-Hals-Haltungen (Rollkur) sowie scharfe Gebissstücke (Kandaren). Die Rollkur, bei der der Hals des Pferdes extrem nach unten überdehnt wird, gilt laut Leitlinien seit 2020 als tierschutzwidrig. Aktuelle Videoaufnahmen von PETA aus der Tour 2025/26 dokumentieren erneut solch problematische Dressurpraktiken. In der Show „Tor zur Anderswelt“ wird dem Publikum demnach eine fantasievolle Inszenierung geboten, während die Pferde dafür erheblichen Belastungen ausgesetzt sind.
Keine harmlose Unterhaltung
Große Zuschauermengen, laute Musik, flackerndes Scheinwerferlicht und Effekte wie Feuer stellen für Pferde eine enorme Belastung dar. Als Fluchttiere reagieren sie sensibel auf solche Reize. Dass die Tiere dennoch scheinbar ruhig funktionieren, liegt nicht an einer Gewöhnung im eigentlichen Sinne, sondern an intensivem Training unter Druck. Die romantische Darstellung in den Shows verschleiert, dass die Pferde in Situationen gebracht werden, die ihrem natürlichen Verhalten widersprechen und Angst auslösen können – auch im Training. Hinzu kommen riskante Showelemente wie schnelle Galoppszenen in beengten Arenen. Die Pferde vollführen die entgegen ihrer Natur angelegten Kunststücke also nicht freiwillig oder aus Spaß, sondern weil sie Angst vor Bestrafung haben.
Vor diesem Hintergrund rufen auch wir dazu auf, solche Veranstaltungen nicht zu besuchen und keine Eintrittskarten zu verschenken, da jede Nachfrage das bestehende, tierquälerische System weiter unterstützt.
Angriff auf unsere Jugendgruppe
Erschüttert hat unsere Jugendgruppe die verbale Attacke eines Mannes, der die Show mit seiner Familie besuchte: Unter Androhung von körperlicher Gewalt forderte er unsere Jugendgruppe auf, den Protest sofort einzustellen. Die Polizei ließ sich Zeit – stellte den Mann aber schließlich zur Rede. Wir beraten uns noch, ob wir den Vorfall zur Anzeige bringen. Die drei Polizeibeamten vor Ort sprachen dem zwar keine Aussicht auf Erfolg zu, aber eine Anzeige ist ja auch immer das Statement, etwas nicht stillschweigend zu akzeptieren.






