Pressemitteilung vom 02.07.2025
Update: Wir freuen uns, dass der Tierschutz gesiegt und das Seejagdrennen abgesagt wurde. Das Veterinäramt hat dem Veranstalter sechseitige Auflagen gemacht, die dieser nicht erfüllen konnte. Unter anderem hätte der für die Pferde viel zu tiefe See für das Rennen aufgeschüttet werden müssen. Wir hoffen dass das diese tierschutzwidrige Veranstaltung damit für immer Geschichte bleibt.
Nach dem ersten Renntag am vergangenen Sonntag (29.6.) findet vom 5.-8. Juli 2025 das „IDEE 156. Deutsche Derby“ auf der Horner Rennbahn in Hamburg statt. Der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. protestiert in diesem Jahr nicht nur gegen diese Veranstaltung im Allgemeinen, sondern kritisiert, dass neben den tierquälerischen Galopprennen erstmals nach 2019 wieder das brutale „Seejagdrennen“ auf dem Programm steht. Es war gestrichen worden, weil es dabei zu Unfällen und dem Tod eines Pferdes gekommen war.
„Reaktionen auf unseren anhaltenden Protest gegen das Derby haben uns Hoffnung gemacht, dass immer mehr Menschen auf den Besuch der Rennbahn verzichten. Offenbar hat ein nachlassendes Interesse an Pferderennen aber die Veranstalter in Hamburg dazu animiert, ein gefährliches Hindernisrennen als halsbrecherische Attraktion wieder ins Programm zu nehmen – leider auf Kosten der Tiere“, kritisiert Janet Bernhardt, 1. Vorsitzende des HTV.
Beim Seejagdrennen über 3.600 Meter müssen die Pferde mit ihren Jockeys nach einem Drittel der Strecke den See im Innenraum der Horner Rennbahn durchschwimmen. Das letzte Seejagdrennen 2019 endete in einer Tragödie: Der zehnjährige Wallach Captain Von Trappe überlebte das Rennen nicht: Sein Jockey fiel in den See, das Pferd lief weiter, kollidierte mit einer Begrenzungsstange und brach sich das Genick. Zuvor war der achtjährige Wallach Box Office aus der Balance gekommen – seine Reiterin fiel aus dem Sattel, konnte ihr Pferd aber festhalten. Angeblich seien beide Pferde mit viel zu hohem Tempo in den See galoppiert, so der Veranstalter. Die Wiederaufnahme des potenziell tödlichen Seejagdrennens wird damit begründet, dass es „durchaus vermisst worden“ sei.
HTV fordert Ende der tierquälerischen Pferderennen
Generell kritisieren die Tierschützenden des HTV den Missbrauch von Pferden als Sportgeräte: Zwar brauchen Pferde Bewegung – aber es gibt schmerzhafte Unterschiede zwischen Freizeitausritten und Pferdesport, bei dem es um Höchstleistungen und Prestige der Menschen geht – koste es, was es wolle, auch das Leben der Tiere. Die Pferde werden viel zu früh und unter grausamen Methoden trainiert. Ihr Skelett und die Sehnen sind noch nicht richtig ausgebildet, ihre Knochen noch nicht stark genug, um den hohen Geschwindigkeiten der Rennen standzuhalten. Damit die Rennpferde trotz physischen und psychischen Stresses Höchstleistungen bringen, werden immer wieder leistungssteigernde und schmerzunterdrückende Medikamente verabreicht. Körperliche Folgeschäden sind vorprogrammiert, von der mentalen Belastung einmal abgesehen. Der schmerzhafte Einsatz von Peitschen und Zungenbändern ist ebenfalls an der Tagesordnung. Durch das Risiko, das Jockeys und gezwungenermaßen die Pferde eingehen, kommt es häufig zu Stürzen, schweren Verletzungen und zum Tod der Tiere durch Knochenbrüche, Herz-Kreislauf-Versagen, Aorta-Abrisse und Stress-Koliken.
Zwischen 2015 und 2019 starben laut PETA mindestens 50 Pferde auf deutschen Rennbahnen. In den Jahren 2023 und 2024 sollen mindestens neun weitere Pferde auf deutschen Rennbahnen gestorben sein – davon endete laut Deutschem Tierschutzbund allein 2023 der Einsatz im Rennsport für mindestens sechs Pferde tödlich. Vermutlich liegen die Zahlen höher, da es keine zentrale Erfassung gibt und Trainingstodesfälle sowie spätere Euthanasien oft nicht mitgezählt werden.
Die 1. Vorsitzende des HTV Janet Bernhardt fordert ein Ende des brutalen Pferde-Rennsports: „Es ist eine Schande, dass auch in Hamburg immer noch an der überholten Tradition des Derbys festgehalten und das Leben von Tieren zur Unterhaltung der Menschen riskiert wird – Pferde sind keine Sportgeräte.“





