Seit Jahresbeginn gilt endlich auch in Hamburg eine Katzenschutzverordnung (KVO). Jahrzehntelang haben wir dafür gekämpft, um Streuner- und Hauskatzen zu schützen. Freigängerkatzen müssen in Hamburg jetzt kastriert, gechippt und registriert sein. Um den Erfolg der KVO zu unterstützen, haben wir eine Kastrationskampagne für Streunerkatzen gestartet. Daneben leisten wir Aufklärungsarbeit und beliefern tierärztliche Praxen mit unserem Kampagnenmaterial.
Nach den Vorgaben der Katzenschutzverordnung muss seit dem 1. Januar 2026 jede Freigängerkatze, die älter als fünf Monate ist, verpflichtend kastriert, per Mikrochip kennzeichnet und in einem Haustierregister (Findefix oder Tasso) registriert sein. Wer die Vorschriften der KVO nicht einhält, muss mit behördlichen Anordnungen, Verwaltungsgebühren und Zwangsgeld rechnen. Wer seine Katze ausschließlich in Haus oder Wohnung hält, oder nur kontrolliert an Leine bzw. in einem durch unüberwindbare Zäune gesicherten Bereich laufen lässt, muss nichts unternehmen, sollte für den Notfall aber trotzdem eine Registrierung in Betracht ziehen.
Kastrationen gegen Streunerflut
In vielen Städten und Kommunen in Deutschland sind vergleichbare Katzenschutzverordnungen bereits etabliert – und es hat sich gezeigt, dass diese die unkontrollierte Vermehrung freilebender Katzen und das damit verbundene Leiden und Sterben schutzbedürftiger Tiere erfolgreich eindämmen. In Hamburg gibt es laut alter Schätzungen 10.000 freilebende Katzen – wahrscheinlich sind es sehr viel mehr. Zusätzlich leben in der Hansestadt unzählige Freigängerkatzen, die ein Zuhause haben, aber zur unkontrollierten Vermehrung der Streunerkatzen beitragen. Revierkämpfe und Futtermangel tragen zudem zur Verbreitung von Krankheiten und Leid der freilebenden Tiere bei.

Seit vielen Jahren kämpft das HTV-Katzenrettungsteam tatkräftig gegen das Leid der Streunerkatzen, indem es Tiere einfängt, kastrieren lässt und anschließend an geeigneten Futterplätzen wieder freilässt. Die Kastrationen freilebender Katzen wird von der Stadt finanziell unterstützt und von uns als Ergänzung zur Katzenschutzverordnung fortgeführt. Für die Kastrationskampagne konnten wir in diesem Jahr die ehemalige HTV-Tierärztin Marie Rodewald (s. Foto) gewinnen, die alle 14 Tage in unserem OP-Bereich Streuner kastriert. Mittlerweile konnten allein auf diesem Wege mehr als 70 Streunerkatzen kastriert werden.
"Eine ehrenamtliche Katzenretterin, die in einem Gebiet wohnt, in dem sehr viele Kater seit Jahren unkastriert herumlaufen und die Terrassen markieren, hat beobachtet, dass plötzlich einige der Kater kastriert sind", berichtet Stefanie Bauche, 2. Vorsitzende des HTV. "Das ist genau das, was wir mit KVO und Kastrationskampagne erreichen wollen - selbst, wenn nur 50 Prozent der Freigängerkatzen in Hamburg kastriert werden, wird großes Leid verhindert", so Bauche.
Bis die Zahlen der Streunerkatzen spürbar zurückgehen, werden noch Jahre vergehen. Aber schon jetzt wird jede verhinderte Geburt dafür sorgen, dass weniger Katzen leiden und weniger Nachwuchs ums nackte Überleben kämpfen - und allzu oft verlieren muss.




